2. April 2020

EU-Projekt Build-in-Wood im Zeichen des Tags des Waldes

Mit 24 Stockwerken und 84 Metern Höhe ist das Holzhochhaus HoHo in Wien das derzeit zweithöchste Holzgebäude der Welt. © cetus Baudevelopment u kito at

Innsbruck (pm) – Seit den 1970er Jahren wird weltweit am 21. März der internationale Tag des Waldes begangen. Die Fähigkeit der Wälder bzw. Bäume und der daraus produzierten Hölzer und Holzwerkstoffe, klimaschädliches CO2 zu binden, spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Besonders großvolumige Holzbauten im urbanen Raum leisten einen großen Beitrag. Deshalb engagiert sich proHolz Tirol im Rahmen des EU-Projekts „Build-in-Wood“ gemeinsam mit 20 internationalen Partnern, Holz zum gängigen Material für den Bau von mehrstöckigen Gebäuden zu machen.

Der immer stärker werdende Nachhaltigkeitstrend, gepaart mit der hohen Nachfrage nach Wohnraum im urbanen Raum bietet eine große Chance dafür, Holz als zukunftsweisendes Material am Markt zu etablieren. Im Zuge des Green Deals der EU, der Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen soll, wird die Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen im Bausektor unabdingbar werden. Und Holz ist nicht nur klimaneutral. Holz ist klima-positiv.

Obwohl sich die Entwicklung hin zum großvolumigen Holzbau bereits abzeichnet, sind diesbezüglich noch einige Hindernisse zu überwinden: fehlende Standardisierung, Fachkräftemangel, mangelnde Erfahrung mit Holz bei Entscheidungsträgern.

Bauen mit Holz selbstverständlich machen

Das EU Projekt „Build-in-Wood“ versucht strategisch Barrieren abzubauen. Die 21 internationalen Projektpartner repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff Holz bis zum fertigen Bauwerk. Neben der Planung von Gebäudesystemen bezieht das Projekt auch Endverbraucher, Politiker und lokale Gemeinschaften mit ein, um das Wissen und die Akzeptanz von Holz als Baumaterial in der europäischen Gesellschaft zu erhöhen. So soll der Weg für hölzerne Großprojekte geebnet werden.

Die Stadt Innsbruck will hier eine Vorreiterrolle einnehmen und mit gutem Beispiel vorangehen. Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi ist überzeugt: „Der Einsatz von Holz im Bauwesen ist ein zentraler Punkt, wenn es um CO2-Reduktion und Klimaschutz geht.“

Wald als nachhaltiger Rohstofflieferant

Im Gegensatz zu anderen Baustoffen wie Beton oder Stahl entsteht der Baustoff Holz ohne Zugabe von Chemikalien und ganz natürlich im Wald – und zwar in beeindruckender Geschwindigkeit. Am Wald sind also nicht nur Blätter und Nadeln grün.

„Die Kultivierung und Verarbeitung von Österreichs Rohstoff Nummer 1 sichert zahlreiche Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft“, so Karl Schafferer, Vorstandsvorsitzender von proHolz Tirol.

Die Waldflächen wachsen

Der Tag des Waldes steht in diesem Jahr im Zeichen der Biodiversität und Nachhaltigkeit. Die hohe Artenvielfalt stärkt den Wald und trägt zur Widerstandsfähigkeit gegen klimatische Veränderungen bei. Der Aktionstag soll außerdem das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung des Waldes und der Holzproduktion für Umwelt und Klima, aber auch für die lokale Wirtschaft stärken.

Wie wichtig Wälder in unserer Kulturlandschaft sind, ist schnell an ihrer Fläche zu erkennen: Insgesamt bedecken 3,4 Milliarden Bäume grob 47% der Oberfläche Österreichs – und der Wald wächst weiter.

LHStv. Josef Geisler zeigt sich zuversichtlich: „In Österreich wächst jährlich mehr Holz nach als geerntet wird. So beträgt der jährlich im Wald verbleibende Holzzuwachs in Österreich ca. 4 Millionen Kubikmeter. Das ist genug Holz für 100.000 neue Einfamilienhäuser.“

In ganz Europa wachsen jährlich rund 840 Millionen Kubikmeter Holz nach, wovon etwa zwei Drittel genutzt werden[1]. Diese Ressourcen unterstreichen umso mehr die Sinnhaftigkeit, im großvolumigen Bauwesen mehr Holz einzusetzen.

Wälder gegen den Klimawandel

Wälder produzieren nicht nur den Sauerstoff, den wir zum Atmen benötigen, sondern binden auch große Mengen des schädlichen Treibhausgases CO2 (Kohlenstoffdioxid). Jeder Kubikmeter Holz entlastet die Atmosphäre um etwa eine Tonne CO2: ca. so viel wie ein durchschnittlicher PKW[2] auf der Strecke von Mailand nach Moskau und zurück (~5.500km) ausstößt.

Wird Holz zum Bau von Wohnhäusern, Brücken oder Möbeln eingesetzt, bleibt der Kohlenstoff langfristig darin gebunden und kann nicht zur Erderwärmung beitragen.

[1] FOREST EUROPE, 2015: State of Europe’s Forests 2015.

[2] Statista.com: Durchschnittsverbrauch Benziner im Jahre 2018: 7.8l/100km (Deutschland)

Pressemitteilung: proHolz Tirol / Holzcluster