26. Mai 2019

Eröffnung des ersten öffentlichen Test- und Demonstrationszentrums Sachsens

Wohnxperium, Sachsen, Chemnitz, Wohnxperium in Chemnitz. Im Bild Anne Zeiler, studentische Mitarbeiterin der TU Chemnitz, demonstriert hier den Alterssimulationsanzug Max. Mit dem Anzug können Planer und Architekten sehen, wie zum Beispiel Möbel und Technische Geräte Platzieren lassen, damit Senioren sie benutzen können. Hier in einer Küche. (c) Toni Söll

Dresden (pm) – Nach nicht ganz einem Jahr Um- und Ausbau eines alten Fabrikgebäudes in Chemnitz wurde das erste öffentlichen Test- und Demonstrationszentrums Sachsens durch den WohnXperium e.V. gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Fördermittelgebern, Sponsoren und Vereinsmitgliedern eröffnet. Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) ist Ideengeber und aktiver Mitbegründer des Vereins, der die Entwicklung, Verbreitung und Umsetzung geeigneter Lösungen auf dem Gebiet des barrierearmen, barrierefreien und assistierten Wohnens fördert. Basierend auf der wissenschaftlichen Ausrichtung des Ressorts Möbel und Innenausbau verantwortet das IHD die Bereiche barrierefreie Grundrissgestaltung und Ausstattung von Wohnumgebungen sowie den Nachweis der Gebrauchstauglichkeit von Möbeln, Innenausbauelementen und Gebrauchsgegenständen.

Im Jahr 2035 werden Prognosen zufolge 210.000 Sachsen älter als 85 Jahre sein. Der Bedarf an seniorengerechten und möglichst barrierefreien Wohnräumen wird steigen. Um vielen Menschen im höheren Alter ein angenehmes Leben in der gewohnten Lebensumgebung zu ermöglichen, hat die sächsische Staatsregierung entsprechende Förderrichtlinien für seniorengerechtes Wohnen und die Wohnraumanpassung auf den Weg gebracht. Mit finanzieller Hilfe des Freistaates Sachsen konnte in Chemnitz daher ein Test- und Demonstrationszentrum aufgebaut werden, das ab April 2019 als zentrale Anlaufstelle dient, um Möbel, Sanitäreinrichtungen und Innenausbauten auf ihre Eignung in Bezug auf Gebrauchstauglichkeit, Barrierefreiheit und Universal Design mit Blick auf altersgerechtes Wohnen bzw. Pflege hin zu testen.

Auf den Testflächen im Demonstrationszentrum können durch leichte, verschiebbare Wandelemente und Möbelmodelle aus Karton Raumgrundrisse und Ausstattungsszenarien dargestellt werden. In diesen Szenarien kann der Raum in seiner Größe und in der Anordnung der Objekte aus der Sicht von den späteren Bewohnern überprüft und optimiert werden. Innenarchitektonischen Ausgestaltung sowie notwendige Bewegungsräume in Abhängigkeit von physiologischen Einschränkung bspw. bei Nutzung von Rollatoren oder bei Pflegesituationen mit zwei Personen können an reale Fälle angepasst werden. Die modular kombinierbaren Wandelemente bieten die Möglichkeit, den Grundriss einer jeden Wohnung nachzubauen. Dadurch können Architekten, Planern, Ingenieuren und Handwerkern nicht nur virtuell auszuprobieren, wie praktikabel tatsächlich seniorengerechte Umbauten in zumeist kompakten Altbauwohnungen sind, sondern den Raum real erleben.

Auszubildenden, Facharbeitern und Führungskräften aus den Bereichen Handwerk, Pflege und Wohnungswirtschaft wird damit eine Test- und Versuchsumgebung geboten, um die eigenen Kompetenzen zum barrierearmen Gestalten von Wohnräumen weiter auszubauen. Außerdem soll den Akteuren die Möglichkeit gegeben werden, neue Installationsmöglichkeiten und Installationstechniken zu entdecken, zu erlernen und anzuwenden.

Das WohnXperium verfügt zudem über einen Seminarbereich. In den dort angebotenen Workshops und Schulungen wird beispielsweise der aktuelle Wissensstand in den Themengebieten Wohnen, Bauen und Planen, Technik, Licht, Farbe, psychische Aspekte, Kommunikation, Mobilität, Arbeiten, Pflege vermittelt.

Mehr Informationen zum WohnXperium e. V. finden Sie unter www.wohnxperium.de.

Pressemitteilung: Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH