Königsberg (pm) – Designleuchten erhalten, Technik erneuern, Betriebssicherheit gewährleisten – und das alles ohne aufwändigen Eingriff in die bestehende Installation: Für die Rindermarkthalle in Hamburg konzipierte Marc Nelson lichtdesign, Hamburg, gemeinsam mit Lichtwerk eine umfassende Sanierungslösung, bei der Bestandsleuchten mit modernster LED-Technik und integrierter Bluetooth-Technologie im laufenden Betrieb nachgerüstet werden konnten.
Mit der Sanierung der Rindermarkthalle im Stadtteil St. Pauli meisterte das Hamburger Lichtplanungsbüro einen Spagat zwischen gestalterischem Anspruch, nachhaltigem Ressourcenschutz und einer Beleuchtungstechnik auf höchstem Niveau. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit mit dem auf objektspezifische Lichtlösungen spezialisierten Leuchtenhersteller Lichtwerk.
Die Ausgangslage: Premium-Design mit veralteter Technik
Die Rindermarkthalle ist ein zentraler Begegnungsort in Hamburgs Szeneviertel St. Pauli. Rund zehn Jahre nach dem umfassenden Umbau hatte die Bestandsbeleuchtung jedoch bereits ihre technische Lebensdauer überschritten. Die denkmalgeschützte Halle war mit hochwertigen Pendelleuchten ausgestattet – darunter 32 Designer-Leuchten vom Typ „Luftschiff“ von Kranen/Gille, 30 Leuchten des Modells „Outsider“ von Jacco Maris sowie rund 80 Doppelstrahlern.
Im Dauerbetrieb von 15 bis 16 Stunden täglich zeigten sich inzwischen gravierende Defizite, etwa starkes Flickern, heterogene Lichtfarben (gemessen wurden 2600 K bis 4300 K), unzureichende Beleuchtungsstärken (< 150 Lux Em) sowie längst veraltete Lichttechnik (T5-Leuchtstoffröhren und minderwertige LEDs). Ein vollständiger Austausch hätte Investitionskosten im sechsstelligen Bereich bedeutet sowie massive Eingriffe in das architektonische Konzept. Stattdessen entschieden sich die Beteiligten für einen nachhaltigeren Ansatz. Die modernen Umrüst- und Nachrüstlösungen wurden von Lichtwerk technisch entwickelt und gefertigt, in enger Abstimmung mit dem Lichtplaner Marc Nelson: „Durch diese Zusammenarbeit konnten wir ein anspruchsvolles Designkonzept erhalten und die Beleuchtung technisch auf ein zukunftsfähiges, sicheres Niveau bringen. Gleichzeitig leisten wir damit einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung, denn jede gerettete Leuchte spart Material, Energie und CO₂ ein.“
Das Konzept: Maßarbeit mit System
Die große Herausforderung bestand darin, die vorhandenen Designleuchten mit neuer LED-Technik auszustatten – und das bei gleichzeitiger Einhaltung elektrotechnischer Anforderungen, thermischer Eigenschaften und Betriebssicherheit. Lichtwerk entwickelte drei perfekt auf das Projekt zugeschnittene Sanierungslösungen, die einfach und zeitsparend per plug-and-play während des laufenden Betriebes integriert werden konnten:
- Die ursprünglich mit Halogen- oder Kompaktleuchtstofflampen bestückte Pendelleuchte „Outsider“ wurde mit einem passgenauen Sanierungskit auf LED-Basis aufgerüstet. Der LED-Einsatz basiert auf vier beo 2×2-LED-Modulen von Lichtwerk, die in eine runde Trägerplatte integriert und in das vorhandene Gehäuse vor Ort eingebaut wurden. Die originale Aufhängung blieb erhalten, der Umbau erfolgte ohne Eingriffe in die Deckenstruktur.
- Für die Aluminiumgussleuchte „Luftschiff“ konstruierte Lichtwerk einen modifizierten Leuchteneinsatz auf Basis der clip-Serie und dimensionierte ihn so, dass er exakt in das vorhandene Aluminiumguss-Gehäuse passt. Zur Sicherheit wurden die Stahlseilaufhängungen durch neue Bauteile ersetzt, die restliche Mechanik blieb unberührt.
- Auch die ursprünglichen abgependelten Doppelstrahler hat Lichtwerk im Zuge der Sanierung auf moderne LED-Technik umgerüstet. Dabei blieben sowohl die Grundplatte als auch die bestehende Abhängung erhalten. Die veraltete Lichttechnik wurde durch einen leistungsstarken LED-Strahler der Serie rotara ersetzt. Da es sich um einen Einbaustrahler handelt, entwickelte und fertigte der Hersteller für hochwertige Beleuchtungssysteme ein quadratisches Aufnahmemodul, das sich exakt in den Grundaufbau der vorhandenen Leuchte integrieren ließ. Das kubische Gehäuse ist so ausgelegt, dass die Leuchte – wie bei der ursprünglichen Ausführung – wieder lotrecht in der Achse der Deckenplatte geführt wird und die gestalterische Anmutung erhalten bleibt.
Alle drei Umrüst-Module hat Lichtwerk vor Auslieferung im hauseigenen Labor in Königsberg umfangreich und unter normativen Bedingungen in den zur Verfügung gestellten Mustern der Originalgehäuse getestet. Dabei wurde auf elektrische Sicherheit, thermische Auslegung und Lichtverteilung gleichermaßen geachtet. Nach Erstellung von Fertigungsmuster und Probeinstallation vor Ort konnte die Produktion der gesamten Komponenten zur Sanierung starten. Mit dieser Vorgehensweise konnten die im Objekt verbliebenen und weiter im Betrieb befindlichen Leuchten durch den Betreiber selbst saniert werden, ohne dass diese deinstalliert werden mussten.
Die Komplexität: Detaillösungen für Praxis und Betrieb
Neben der Erneuerung der Lichttechnik lag ein besonderer Fokus auf einer steuerungstechnischen Modernisierung, ohne die vorhandene Installation zu verändern. Die Herausforderung bestand in den vorhandenen 3-adrigen Leitungen (ohne DALI), die eine flexible Steuerung, dimmbar und szenenfähig, erhalten sollte. Als die einfachste und zugleich kostenoptimierte Lösung erhielten alle Sanierungseinheiten Casambi-Funkmodule, die Lichtwerk bereits werkseitig integrierte. Somit lassen sich ganz ohne neue Verkabelung Leuchtengruppen bilden, Zeitprogramme einstellen oder atmosphärische Dämmerbeleuchtungen erzeugen, beispielsweise bei Veranstaltungen.
Gelungen ist das hochfunktionale Feintuning auch im Eingangsbereich. Dort wurde die ineffiziente Altbeleuchtung durch worker-Leuchten von Regiolux, der Muttergesellschaft von Lichtwerk, mit tief-breitstrahlender Einzellinsenoptik und Lichtströmen bis 16.400 Lumen ersetzt. Die Kombination aus 4000 K im Windfang und 3000 K im Innenraum erzeugt eine klare visuelle Führung.
Erreichtes Ziel: Lichtwirkung sichtbar verbessert
Der Effekt dieser vorbildlichen Beleuchtungssanierung ist in der gesamten Halle mess- und spürbar. Die ursprüngliche Beleuchtungsstärke von unter 150 lx konnte mit über 600 lx Em vervierfacht werden, bei einer Farbtemperatur von exakten 3000 K in der Halle und nahezu ohne messbare Flickerwerte. Auch die Energieeffizienz hat sich signifikant verbessert und es ergeben sich Einsparungen für die Beleuchtung über viele Jahre hinweg. Möglich ist zudem eine optionale Anpassung der Helligkeit entsprechend des Tageslichteinfalls.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Unterschied auf dem zentralen Marktplatz der Halle: Wo sich zuvor kaum Besucher aufhielten, ist nun ein belebter Aufenthaltsbereich entstanden aufgrund der optimalen Lichtverteilung und angenehmen Lichtfarbe. Hier kamen, wie auch in den Gängen, neben den umgerüsteten Leuchten zusätzliche LED-Strahler auf einem 3-Phasen-Schienensystem zum Einsatz.
Das Projekt in der Rindermarkthalle ist ein Paradebeispiel, wie nachhaltige Sanierungen im Bestand heute aussehen können, wenn sie individuell geplant, technisch geprüft und wirtschaftlich umgesetzt werden. Lichtwerk ist spezialisiert auf kundenspezifische Lösungen für Innenräume und konnte so für die Rindermarkthalle eine vollständig integrierte Systemlösung liefern – von der objektbezogenen Entwicklung passender Sanierungskomponenten mittels angepassten Standardkomponenten über die Testung im Labor auf Rechts- und Betriebssicherheit, der Bereitstellung von individuellen Montagekonzepten bis hin zur implementierten Steuerungslösung. „Beleuchtungssanierungen in denkmalgeschützten Bauwerken oder Gebäuden mit architektonischem Anspruch erfordern zunehmend individuelle Lösungen. Da ist es gut, dass man sich auf Spezialisten wie Lichtwerk verlassen kann“, bekräftigt Marc Nelson.
Quelle: lichtwerk GmbH