15. August 2022

Emser Thermenhotel in Bad Ems: Neubau eines 4-Sterne Hotels am Ufer der Lahn  

Stuttgart (pm) – Passend zur Aufnahme der Kurstadt Bad Ems in das Welterbe „Great Spa Towns of Europe“ im Jahr 2021, entstand am westlichen Stadteingang von Bad Ems ein neuer Kurbereich: Direkt neben der Emser Therme am Ufer der Lahn wurde ein neues Thermenhotel errichtet. Die Verbindung von Hotel und Therme mit einem gläsernen Bademantelgang schafft Synergien für Hotel und Therme und bietet ein vielseitiges Wellnesserlebnis.

 

Emser Thermenhotel (c) David Matthiessen

 

Formal greift der langgestreckte Baukörper für das 4-Sterne-Hotel die schmale Grundstücksform zwischen Viktoriaallee und dem Ufer der Lahn auf. Gestalterisch bezieht er sich auf die benachbarte Emser Therme, die bereits im Jahr 2012 von 4a Architekten realisiert und mehrfach erweitert wurde. Im ersten Step kam eine Flusssauna hinzu, anschließend wurde der Saunabereich im ersten Obergeschoss erweitert. Hier dockt auch der Bademantelgang an, der eine bauliche Verbindung zwischen dem neuen Emser Thermenhotel und der Emser Therme schafft. So gelangen die Hotelgäste geschützt in den Thermenbereich und wieder zurück ins Hotel.

Das Emser Thermenhotel umfasst auf vier Geschossen insgesamt 84 Doppelzimmer, alle mit schönem Panoramablick auf die Lahn und das umgebende Bergland. Im Erdgeschoss befinden sich die die Lobby, ein Restaurant mit großzügigen Außenflächen, eine Bar mit Loungebereich sowie Seminarräume, die flexibel kombiniert werden können. Ein Highlight ist die SkyLounge im Dachgeschoss. Sie wurde als Solitär auf dem Dach platziert und bietet mit weitläufigen Freiflächen einen herrlichen Blick auf die Dachlandschaft von Bad Ems und den umgebenden Naturraum.

Emser Thermenhotel (c) David Matthiessen

 

Um dieses umfangreiche Raumprogramm auf dem schmalen Grundstück neben der Emser Therme zu realisieren, wurde der Neubau entlang der Lahn ausgerichtet. Dabei weist der langgestreckte Baukörper im Grundriss keine harten Kanten auf und fügt sich geschmeidig in das Gelände ein. Und auch die einzelnen Gebäudevolumen haben weiche und teils abgerundete Formen. Wie bei der benachbarten Emser Therme war der Flusskiesel das zentrale Gestaltungselement für das Hotelgebäude.

Das Erdgeschoss mit Foyer, Loungebereich, Restaurant und Seminarräumen schiebt sich flächig unter dem viergeschossigen Volumen für die Hotelzimmer hervor. Diese sind allesamt für eine schöne Aussicht zur Lahn hin ausgerichtet. Sämtliche Nebenräume orientieren sich in vorwiegend geschlossenen Volumen zur Straßenseite und bilden einen schützenden Rücken zur Viktoriaallee. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Gebäudevolumen mit teils unterschiedlichen Oberflächen verleihen dem Neubau ein bewegtes Erscheinungsbild im Stadtraum.

 

Emser Thermenhotel (c) David Matthiessen

 

Für maximale Aufenthaltsqualität sind sämtliche Zimmer auf allen vier Ebenen nach Süden ausgerichtet und geben mit großflächigen Verglasungen den Blick auf die Lahn frei. Auch im Erdgeschoss sorgt die großflächige Transparenz im Restaurant- und Loungebereich sowie den Seminarräumen nach Süden zur Lahn für Wohlfühlatmosphäre. Vorgelagerte Terrassenflächen laden in den Sommermonaten zum Aufenthalt im Freien ein. Eine Besonderheit ist das offen gestaltete Treppenhaus, das mittig im Gebäude liegt. Ein Luftraum erstreckt sich vom Foyer bis zur vierten Etage und lässt durch die großflächige Verglasung über alle Geschosse viel Tageslicht ins Gebäude und insbesondere die Hotelflure fallen. Über den Bademantelgang im ersten Stock steht den Hotelgeästen das gesamte Bäder- und Wellnessprogramm der benachbarten Emser Therme zur Verfügung.

 

Emser Thermenhotel (c) David Matthiessen

 

Nicht nur formal greift der Neubau das Thema des Flusskiesels auf, auch im Innenraum prägen natürliche Formen und Farben maßgeblich das Hotelambiente. Fließende Strukturen, gedeckte Farbwelten und viel Holz ziehen sich durch das gesamte Gebäude – und immer wieder in die Gestaltung eingebunden ist die Form des Flusskiesels: bei eingestellten Raumvolumen, in der Formgebung von Nischen und Thekenelementen und auch in der Deckengestaltung. Die durchgängig dunkle Farbgebung der Decke im Erdgeschoss und in den Flurbereichen erzeugt ein Gefühl von Geborgenheit in diesen eher weitläufigen Bereichen. In Kombination mit warmen Materialien wie Holz an Wand und Boden sowie Naturstein, samtigen Textilien und goldenen Tapeten entsteht eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Für das sinnliche Raumerlebnis wurde ein Mix aus hochwertigen Materialien mit besonderer Optik und Haptik ausgewählt, die Wärme ausstrahlen und ein Wohlgefühl erzeugen.

 

Emser Thermenhotel (c) David Matthiessen

 

Besonders einladend ist der Loungebereich, der unmittelbar gegenüber vom Eingang und dennoch durch das Treppenhaus abgeschirmt liegt. Mit offen gestalteter Bar, lockerer Möblierung, einem Kamin sowie einem Bücherregal als Raumteiler und gemütlichen Sitznischen entsteht eine Wohnzimmeratmosphäre zum Wohlfühlen. Eine Glastrennwand und Vorhänge schirmen entweder den Lesebereich vom angrenzenden Foyer ab – oder ermöglichen ankommenden Gästen bereits an der Rezeption erste Blicke in das einladende Ambiente. Das Restaurant grenzt unmittelbar an den Loungebereich an und ist ebenfalls offen und weitläufig gestaltet – mit dunklen Decken, Holzlamellen und samtigen Textilien. Ein eingestellter Glaskubus in Kieselform zoniert den Raum und bietet durch Vorhänge die Möglichkeit, diesen Bereich vom Restaurant abzuschirmen. Der Tagungsbereich des Hotels liegt abgeschirmt hinter der Rezeption in Richtung Therme. So können Events und Tagungen in einer ruhigen Umgebung stattfinden. In den Abendstunden lädt insbesondere die SkyLounge auf dem Dach des Hotels zum Verweilen ein. Geprägt von lässigem Ambiente, das insbesondere von weiß lasiertem Holz, einem hellen Bodenbelag und den bunten, unter der dunklen Decke gespannten Schnüren definiert wird, öffnet sich die Bar mit langgestreckter Theke und Loungebereich nach Süden. Die großzügige Dachterrasse bietet nahezu Outdoor-Feeling mit einem Rundumblick auf Stadt, Fluss und Bergland – und einen Himmel, der hier oben ganz nah zu sein scheint.

 

Emser Thermenhotel (c) David Matthiessen

 

Drei Parameter standen bei der Gestaltung des Emser Thermenhotels im Fokus: Den Gästen ein Ambiente zum Wohlfühlen und Entspannen zu bieten, Hotel und Therme als stimmiges Gebäudeensemble zu entwickeln und nicht zuletzt eine wirtschaftliche Betriebsweise zu ermöglichen.

 

Objektdaten

 

Standort                              Viktoriaallee 24, 56130 Bad Ems

Bauherr                               Emser Therme GmbH

Architekt                            4a Architekten GmbH, Hallstraße 25, 70376 Stuttgart; Planung: Katharina Dippon, Hyemee Kim, Jonas Straß (Projektleitung)

Tragwerksplanung           Fischer + Friedrich Ingenieurges. für Tragwerksplanung mbH, Siemensstraße 5, 70736 Fellbach

Bauphysik                         Kurz und Fischer GmbH Beratende Ingenieure, Brückenstraße 9, 71364 Winnenden

Lichtplanung                    Licht Kunst Licht AG, Jagdweg 16, 53115 Bonn

HLS                                    Kannewischer Ingenieurgesellschaft mbH, Beuttenmüllerstraße 30, 76530 Baden-Baden

Elektroplanung                 BHP-FFM Ingenieurgesellschaft mbH, Friedberger Landstraße 108, 60316 Frankfurt

Bauzeit                                04/2020 bis 11/2021

BGF                                       7.070 m²

BRI                                         28.000 m³

Lph. HOAI                          1 bis 8

 

Pressemitteilung: 4a Architekten GmbH