Mailand (pm) – Mit der Casa Sanlorenzo hat der italienische Luxus-Yachtbauer Sanlorenzo in Venedig einen dauerhaften Kulturort geschaffen, der Kunst, Design, Architektur und gesellschaftlichen Dialog miteinander verbindet. Entworfen von Lissoni & Partners unter der Leitung von Piero Lissoni, versteht sich das Projekt als räumlicher Ausdruck von Sanlorenzo Arts – der kulturellen Plattform des Unternehmens, die seit einem Jahrzehnt den Austausch zwischen Kreativität, Handwerkskunst und Verantwortung fördert.
In unmittelbarer Nähe zur Basilica di Santa Maria della Salute gelegen, vereint die Casa Sanlorenzo auf über 500 Quadratmetern Ausstellungsräume und private Wohnbereiche. Das Haus wurde bewusst als hybrider Ort konzipiert: als privater Rückzugsraum ebenso wie als öffentliche Plattform für wechselnde Ausstellungen, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen. Seit seiner Eröffnung entwickelt sich die Casa Sanlorenzo zu einem festen Bestandteil des kulturellen Programms der Lagunenstadt und erweitert die Präsenz der Marke weit über den Yachtbau hinaus.
Die Casa Sanlorenzo befindet sich in einem Gebäude aus den späten 1940er-Jahren. Direkt neben der Basilica della Salute gelegen und von einem außergewöhnlich großen Garten umgeben – eine Seltenheit in Venedig –, besitzt das Haus eine starke architektonische Identität, deren ursprünglicher Charakter bewusst bewahrt wurde. Trotz notwendiger struktureller Eingriffe aufgrund des baulichen Zustands entschieden sich Piero Lissoni und Lissoni & Partners dafür, die Geschichte des Gebäudes sichtbar zu lassen und sie behutsam in die Gegenwart zu überführen




Das Gebäude vereint zwei miteinander verbundene Welten: einen Ausstellungsbereich für Kunst und Design sowie eine Privatwohnung, die bei Bedarf in einen öffentlichen Veranstaltungsort transformiert werden kann. Dieses Zusammenspiel von Privatheit und Öffentlichkeit bildet das konzeptionelle Fundament des Projekts.
Die über 500 Quadratmeter große Fläche wurde vollständig neu organisiert und auf das Wesentliche reduziert. Lissoni & Partners entwickelten eine flexible, museale „White Box“, die sich unterschiedlichsten kuratorischen Anforderungen anpassen kann. Große Fenster öffnen den Raum zur Stadt, zum Garten und zu den angrenzenden Kanälen und schaffen einen kontinuierlichen Dialog zwischen Innen und Außen.
Die Außenfassade wurde sorgfältig restauriert, wobei das bestehende Mauerwerk bewusst hervorgehoben wurde. Neue, großzügige Stahl-Glas-Fenster setzen einen zeitgenössischen Akzent und verweisen subtil auf Carlo Scarpas Arbeiten für die Fondazione Querini Stampalia. Ohne historische Formen zu imitieren, entsteht so eine Architektur, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.




Im Inneren prägen Zementharzböden und Portoro-Stein die zurückhaltende Materialpalette und schaffen einen neutralen Rahmen für Kunst, Architektur und Design. Wo immer möglich, wurde die bestehende Struktur erhalten. Dort, wo dies nicht realisierbar war, entwickelten Lissoni & Partners zeitgenössische Neuinterpretationen. So ersetzt eine neue Treppe die ursprüngliche Verbindung zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss. Ihre Form orientiert sich an ihrem Vorgänger, doch die Konstruktion aus Glas und Stahl wirkt nahezu schwerelos. Technisch präzise und transparent ausgeführt, entfaltet sie eine zurückhaltende, zugleich skulpturale Präsenz im Raum.
Auch die Außenbereiche wurden neu gestaltet. Wasserläufe, großzügige Betonbecken und bepflanzte Terrassen strukturieren den Garten und erweitern die räumliche Erfahrung über die Architektur hinaus.
Selbst die private Brücke, die den Zugang zum Haus ermöglicht, wurde eigens für das Projekt entworfen. Die zeitgenössische Konstruktion kombiniert Metall mit traditionellem istrischem Stein und interpretiert ein typisches venezianisches Element neu. Behandelte Masegni-Steine sorgen für Rutschsicherheit, während ein hölzerner Handlauf den handwerklichen Charakter des Entwurfs unterstreicht.




Quelle: Lissoni & Partners