Oslo (abki) – Nach einem internationalen Designwettbewerb wurde Snøhetta im Jahr 2012 mit der Planung des Opernhauses Busan beauftragt. Das Projekt versteht sich als bewusste Abkehr von der Oper als exklusiver Institution und interpretiert Performance-Architektur neu: als offenen, interaktiven und demokratischen Raum, der kollektive Erlebnisse ebenso wie eine alltägliche Nutzung ermöglicht. Als erstes Opernhaus in Südkoreas zweitgrößter Stadt soll das Gebäude zu einem prägenden kulturellen Wahrzeichen werden, dessen Bedeutung weit über die Bühne hinausreicht.
Das neue Opernhaus entsteht auf aufgeschüttetem Land entlang der Uferzone des North Port in Busan und transformiert ein historisch industriell geprägtes Gebiet in einen lebendigen und inklusiven öffentlichen Stadtraum. Der Bau markiert ein neues Kapitel zeitgenössischer Architektur in Südkorea und steht für Werte wie Offenheit, Zugänglichkeit und bürgerschaftliche Großzügigkeit. Mit einer sanft umhüllenden Form, einem öffentlich zugänglichen Dach sowie Eingängen sowohl vom Park als auch von der Seeseite formuliert das Opernhaus eine durchgehende architektonische Geste, die die Stadt einlädt. Auf einer Gesamtfläche von 48.000 Quadratmetern sind ein großer Saal mit 1.800 Sitzplätzen, ein Mehrzwecktheater mit 300 Sitzplätzen, Probenräume sowie öffentliche Platzflächen vorgesehen.




In den vergangenen Monaten ist die Baustelle zügig vorangeschritten. Nachdem Primärstruktur und Fassadenrahmen inzwischen stehen, liegt der Fokus nun auf der Fassadenmontage, dem Innenausbau sowie der landschaftsarchitektonischen Gestaltung. Der Abschluss der wesentlichen Bauarbeiten ist für Ende 2026 geplant, die Eröffnung für 2027.
Die Geometrie des Busan Opera House wird durch zwei gegensätzliche, kontinuierlich geführte Kurven bestimmt. Die untere, bogenförmige Ebene verankert das Gebäude im Boden, überbrückt das Grundstück und verbindet Stadt und Meer. Darüber öffnet sich eine zweite Fläche nach oben und nimmt den Himmel auf. In der Spannung und im Dialog zwischen diesen beiden Ebenen entsteht die Architektur – dort, wo Erde auf Himmel trifft und Berge auf Wasser.




Die vier Gebäudeecken strecken sich in Richtung Meer aus und stellen eine physische wie visuelle Verbindung zwischen Stadt und maritimer Kante her. Zwei gegenüberliegende Ecken sind angehoben und bilden eigenständige Eingänge: einen auf der Stadtseite und einen am Wasser. Beide Zugänge werden durch eine fließende öffentliche Promenade verbunden, die das Gebäude umläuft und in den umgebenden Platzraum übergeht. Entlang der gegenüberliegenden Diagonale hebt sich die obere Ebene an, um das Raumprogramm aufzunehmen. Gleichzeitig entsteht eine äußere Fläche, die sich sowohl zur Stadt als auch zum Meer absenkt, während sie sich zugleich nach oben öffnet und Meer und Himmel entgegenstrebt.
Auf Erdgeschossebene ist das Opernhaus als offener und durchlässiger Stadtraum konzipiert. Das Hauptfoyer umschließt zwei Seiten des Gebäudes, richtet den Innenraum zum Meer aus und verwischt die Grenze zwischen Innen und Außen. Hier befinden sich die zentralen öffentlichen Funktionen, darunter das Hauptfoyer, ein Restaurant sowie der öffentliche Zugang zum Parkett.
Im Zentrum des Gebäudes ist der Opernsaal als präzise abgestimmtes Musikinstrument entworfen. Seine Form wurde gezielt entwickelt, um Akustik auf internationalem Spitzenniveau zu ermöglichen. Massive Paneele aus Kirschholz formen den Innenraum und unterstützen Resonanz, Wärme und klangliche Klarheit.




Sanft ansteigende Wege führen Besucher:innen durch ein Oculus hinauf zu einem zweiten öffentlichen Bereich auf dem Dach. Auf diese Weise wird die Grundfläche des Opernhauses in Form einer begehbaren Dachlandschaft an die Stadt zurückgegeben. Als Ebene der Reflexion und Kontemplation gestaltet, bildet das Dach einen deutlichen Kontrast zur Betriebsamkeit des Erdgeschosses. Offen und für alle zugänglich, eröffnet es Ausblicke auf Berge und Ozean.
Eine weiche, fließende Gebäudehaut spannt sich über die beiden öffentlichen Ebenen und umhüllt zugleich die öffentlichen Nutzungen. Sie vermittelt zwischen Transparenz und Schutz und verbindet die beiden Ebenen visuell und räumlich zu einer einzigen, ununterbrochenen Bewegung – als architektonischer Ausdruck von Offenheit, Kontinuität und städtischem Leben.




Quelle: Snøhetta · KI-gestützte Übersetzung · Redaktion: Architekturblatt