25. Mai 2024

Ein Goldstück für die HTWD: Neues Lehr- und Laborgebäude setzt Standards im nachhaltigen Bauen

© Till Schuster

Dresden (pm) – Das neue Lehr- und Laborgebäude der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) steht für modernen und nachhaltigen Hochschulbau in Sachsen. Es vervollständigt den Campus der HTWD, bietet beste Bedingungen für angewandte Forschung und Lehre und stärkt damit die Attraktivität des Hochschulstandortes Dresden. Es wurde der Neubau von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Manica Hauptman, Leiterin des politischen Teams der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin, eingeweiht. Für die HTWD-Rektorin Prof. Katrin Salchert ist das ein lang ersehnter Tag. Aktuell werden die zahlreichen Speziallabore und Büros noch fertig ausgestattet. Ab dem Wintersemester 2024/2025 steht das Gebäude dann für Lehre und Forschung zur Verfügung.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: »Die HTWD ist ein Vorbild für nachhaltiges Bauen im sächsischen Hochschulbau. Das neue Lehr- und Laborgebäude verbessert die Bedingungen für Studium und Forschung an der Hochschule. Qualifizierte Bauingenieure sind wichtiger denn je: um Wohnraummangel zu verringern und Kosten zu senken braucht es mehr serielles und modulares Bauen und mehr Digitalisierung. Durch den praxisorientierten, interdisziplinären Ansatz sind die Studierenden der HTWD bestens ausgebildet, die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Sachsen zu gestalten.«

Finanzminister Hartmut Vorjohann: »Gemeinsam mit der EU haben wir rund 69 Millionen Euro in den Neubau investiert, der hervorragende Bedingungen für die HTWD bietet. Viele reden von Nachhaltigkeit, wir bauen sie. Der Freistaat Sachsen setzt zukunftsweisende Standards bei seinen Neubauten und Sanierungen. Das neue Lehr- und Laborgebäude ist der erste Hochschulbau in Sachsen, der mit dem Gold-Standard für nachhaltiges Bauen zertifiziert wurde. Das Pilotprojekt hat wichtige Erkenntnisse gebracht, die in zukünftige Bauten des Freistaates einfließen. Unser Ziel ist ein geringer ökologischer Fußabdruck. Der sparsame Umgang mit Ressourcen ist das Gebot der Stunde.«

Prof. Dr. Katrin Salchert, Rektorin der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden: »Der Neubau ist sowohl für unsere Hochschule als auch für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Dresden ein großer Gewinn. Mit der räumlichen Erweiterung und der Einrichtung moderner Labore verbessern sich die Bedingungen für unsere Studierenden, Lehrenden und Forschenden deutlich. Ganz im Sinne unseres anwendungsorientierten Anspruchs können Praktika nun noch umfangreicher und anschaulicher durchgeführt werden. Besonders freue ich mich, dass das Bauvorhaben die Zertifizierung im Gold-Standard für Nachhaltiges Bauen erhalten hat. Wir als HTWD haben uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 ein »Nachhaltiger Campus« zu werden und weitestgehend klimaneutral zu agieren. Der Neubau setzt dafür Maßstäbe und ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg dahin.«

Mit einer Fläche von mehr als 8.000 Quadratmetern bietet das Lehr- und Laborgebäude den dringend benötigten Platz. Im neu entstandenen »Baustofftechnikum« sind die Labore für Betontechnologie, Geotechnik, Verkehrsbau und Wasserwesen untergebracht. Die Baukosten für das neue Lehr- und Laborgebäude belaufen sich auf rund 69 Millionen Euro. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts. 18,4 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Hintergrundinformationen

Nachhaltiges Bauen
Die Zertifizierung »BNB-Gold-Standard« ist der höchste Standard im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes. BNB-zertifizierte Gebäude müssen, neben vielen anderen Faktoren, einen hohen energetischen Standard aufweisen und einen großen Anteil ihrer Energieversorgung mittels erneuerbarer Energien decken. Das neue HTWD-Gebäude hat u. a. eine hochwertige thermische Gebäudehülle und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach (deren Strom die HTWD selbst verbraucht). Trinkwasser wird gespart, indem über die Flachdächer in einer Zisterne, die sich im Gebäude befindet (Fassungsvermögen ca. 60.000 Liter), Regenwasser gesammelt wird. Dieses wird u. a. für die WC-Anlagen und zur Bewässerung der Außenanlagen verwendet.

Beim Bau wurden schadstoffarme und in ihrer Herstellung weniger energieintensive Baumaterialien verwendet. Jedes verbaute Produkt wurde von einem Schadstoffgutachter geprüft. Zudem sind im Rahmen der BNB-Zertifizierung am Gebäude 300 neue Fahrradstellplätze entstanden, die zur Steigerung der Fahrradnutzung beitragen sollen.

Kunst am Bau
»Kunst am Bau« findet auch bei diesem Projekt des Freistaates Sachsen ihren Platz. Am Haupteingang des neuen Gebäudes ist ein Wandrelief mit dem Titel »work in progress« des Dresdner Künstlers Roland Fuhrmann angebracht. Es zeigt ein wandfüllendes, auf Basis eines Fotos entworfenes Bildmotiv, das die Baugerüste der Deckenschalung während der Bauphase an exakt dieser Stelle darstellt.

Zur Nutzung des Gebäudes
Eine Besonderheit ist der Brunnen im Labor für Wasserbau, an dem die Studierenden den Einbau einer Unterwassermotorpumpe mit einem Kran und die Brunneninspektion mit einer Brunnenkamera trainieren können. Darüber hinaus zieht der Lehr- und Werkstattbereich der Fakultät Design in das Gebäude. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Forschungs- und Drittmittelprojekten werden die neuen Räumlichkeiten nutzen. Die aktuell vier laufenden, interdisziplinären ESF-Nachwuchsforschungsgruppen mit insgesamt 23 Forscherinnen und Forschern werden im U-Gebäude arbeiten und die Labore nutzen.
In dem geplanten Kreativzentrum haben die Studierenden, Lehrenden und Forschenden aller Fachrichtungen die Möglichkeit, gemeinsam Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Außerdem soll es ein Ort werden, an dem sich die Hochschule mit der regionalen Wirtschaft, anderen Wissenschaftseinrichtungen und der Dresdner Kreativ- und Gründungsszene vernetzen kann. In zwei großen Co-Workingräumen können die Teams der Gründungsschmiede an ihren Projekten arbeiten.

Über die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Gegenwärtig sind an der HTWD rund 4.800 Studierende eingeschrieben. Die mehr als 40 Studiengänge in den Bereichen Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Geoinformation, Maschinenbau, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Landbau, Umwelt, Chemie und Design führen zu den Abschlüssen Bachelor, Master und Diplom. An der 1992 gegründeten Hochschule sind Lehre und Forschung seit jeher eng miteinander verbunden und stark praxisorientiert. Die HTWD gehört zur Spitzengruppe der deutschen Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium der Finanzen