Berlin (pm) – Mit dem Dossier „Energieträger im Wohngebäude“ legt das Gebäudeforum klimaneutral eine detaillierte Auswertung zur Wärmeversorgung von Wohngebäuden in Deutschland vor. Die Analyse zeigt auf Basis von Zensus-Daten für knapp 11.000 Gemeinden, welche Energieträger regional vorherrschen und wie unterschiedlich die Ausgangslagen vor Ort sind. Dabei werden Gas, Heizöl, Fernwärme sowie erneuerbare Energien und Strom betrachtet.
Landesweit zeigen die Daten, das mehr als die Hälfte aller Wohnungen mit Gas beheizt werden: Gas ist mit 56 Prozent der meistgenutzte Energieträger in deutschen Wohnungen, gefolgt von Heizöl mit 19 Prozent und Fernwärme mit 15 Prozent. Erneuerbare Energien und Strom kommen bislang zusammen auf lediglich rund 7 Prozent.
Bei der Analyse werden 4 Kategorien von Energieträgern gebildet und 2 Gebäudetypen untersucht:
Energieträger 1: Gas
Energieträger 2: Heizöl (ink. Kohle)
Energieträger 3: Fernwärme
Energieträger 4: Erneuerbare und Strom (inkl, Sonstige Energieträger: Holz und Holzpellets, Solar-/ Geothermie, Wärmepumpen, Strom)
Gebäudetyp 1: EZFH (Ein- und Zweifamilienhäuser, inkl. Wohneinheiten in „Sonstigen Wohnungen“)
Gebäudetyp 2: MFH (Mehrfamilienhäuser, *inkl. Wohneinheiten in „Sonstigen Wohnungen“
Neben den Strukturdaten des Gebäudebestandes zeigt das Dossier, wie die Energieträger in den Bundesländern in den beiden Gebäudetypen verteilt sind. Es zeigt sich, dass die Gebäudetypologie sich in den Bundesländern deutlich unterscheiden kann, die Verteilung der Energieträger kann dennoch nahezu identisch sein. Zum Vergleich: In Niedersachsen gibt es einen sehr hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern (EZFH) mit 57 Prozent, in NRW hingegen liegt dieser Anteil mit 41 Prozent genauso hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig beträgt der Anteil von Gasheizungen in Mecklenburg-Vorpommern nur 47 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichnen süddeutsche Länder wie Bayern (29 Prozent) und Baden-Württemberg (28 Prozent) deutlich höhere Anteile an Heizöl (inkl. Kohle).
Doch wie sieht es in den Regionen und Gemeinden aus? Wo gibt es eine besonders hohe Dominanz von Gas-Heizungen, wo mehr Fernwärme, wo dominieren (schon) Erneuerbare und Strom (inkl. Sonstige)? Das Dossier zeigt mit Karten und Daten bis auf Gemeindeebene, welche Gemeinden besonders hohe Anteile fossiler Energieträger aufweisen, wo Fernwärme bereits eine tragende Rolle spielt und wie sich die Verteilung zwischen Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Mehrfamilienhäusern unterscheidet. Gas dominiert im Nordwesten, Heizöl im Süden und im Osten gibt es einen höheren Fernwärme-Anteil – doch es gibt auch Ausnahmen, die fernwärmegepägte Gemeinde Ebersdorf im Landkreis Rotenburg, die umgeben ist von gasdominierten Gemeinden.
Die Daten zeigen auch, dass es 718 Gemeinden gibt, in denen in Ein- und Zweifamilienhäusern „Erneuerbare und Strom inklusive Sonstige bereits den vorherrschenden Energieträger stellen – vor allem im Süden und in ländlichen Gebieten. Zudem gibt es 527 Gemeinden wo bei der Beheizung von Mehrfamilienhäusern Energieträger wie Holz, Biomasse, Wärmepumpen oder Stromdirektheizungen eine größere Rolle spielen. 1,6 Millionen Wohneinheiten werden mit erneuerbaren Energieträgern und Strom beheizt. Diese Gemeinden sind bei der Abkehr von fossilen Energieträgern also bereits weiter fortgeschritten.
Dossier „Energieträger im Wohngebäude“
Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)