25. Oktober 2021

Digitaler Salon: iddiw fordert Bauministerium ab kommender Legislaturperiode

Frankfurt (pm) – „Was erwartet die Immobilienbranche nach der Bundestagswahl 2021?“ Unter diesem Motto durfte das Institut der deutschen Immobilienwirtschaft e.V. (iddiw) in den vergangenen Monaten Vertreter der SPD-, FDP- und GRÜNEN-Fraktionen des Bundestages zum Digitalen Salon begrüßen. Ihren Abschluss fand die Diskussionsreihe mit Marco Wanderwitz MdB (CDU), der mit den Mitgliedern des iddiw über die immobilienwirtschaftlichen Herausforderungen der kommenden Legislaturperiode sprach.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie warnt: „Eine große Herausforderung für die Immobilienbranche ist die Zukunft der Innenstädte abseits der großen Zentren. Corona hat das Brennglas auf den stationären Einzelhandel gelegt. Wir machen uns große Sorgen und haben darüber auch in den zuständigen Ministerien einen engen Austausch. Die Frage wird sein: Hat Einzelhandel abseits von Städten, die mehr als 50.000 Einwohner haben, überhaupt eine Zukunft? Und wenn ja: Wie sieht diese aus? Hier müssen wir als Politik zusammen mit anderen Akteuren dringend Antworten finden.“

Wanderwitz sieht aber nicht nur die Entwicklung der Innenstädte als zentrale Herausforderung, sondern auch die Verteilung von Wohnraum: „Wir haben in Deutschland in vielen Gegenden Wohnraummangel, während wir in anderen Region Leerstandsszenarien sehen. Beides ist ein Problem. Wie bekomme ich auf der einen Seite nachgebaut ohne über Gebühr zu verdichten? Und auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie leere Flächen zurückgebaut oder idealerweise genutzt werden können.“

iddiw fordert Bauministerium

Der iddiw-Präsident Dr. Thomas Herr, der die Veranstaltung moderierte, sieht auch die Politik in der Pflicht: „Die Branche braucht einen starken Ansprechpartner in Berlin. Die Wiedereinführung eines Bauministeriums macht aus unserer Sicht deshalb Sinn. Unserer Meinung nach sind einige Ministerien überlastet. Das Thema Bau, das ganz zentral zum Gelingen des Klimawandels beisteuern kann, sollte nicht in einem Innenministerium angesiedelt sein, welches vor vielfältigen anderen Herausforderungen steht.“

49 Jahre lang gab es in Deutschland ein Bundesbauministerium. Seit 1998 „wanderte“ das Thema Bauen von Ressort zu Ressort. Erst gehörte es zum Verkehrsministerium, dann zum Umweltministerium und seit 2018 zum Innenministerium. Dr. Thomas Herr: „Das vergangene Jahr hat die Entwicklungen der Branche beeinflusst und in Teilen beschleunigt. Durch die COVID-19-Pandemie hat der Innenstadt-Wandel an Fahrt aufgenommen. ESG-Regularien sind Treiber der Digitalität. Die Immobilienwirtschaft ist konfrontiert mit großen Herausforderungen. Um diese zu meistern, braucht sie von politischer Seite Unterstützung.“

Pressemitteilung:  iddiw Institut der deutschen Immobilienwirtschaft e.V.