8. August 2022

Digitaler Grundriss: DBU fördert Green Start-up aus Köln

Grundriss auf Knopfdruck: Die beiden Gründer des Start-ups Lumoview Building Analytics, Dr. Arne Tiddens und Dr. Silvan Siegrist (v.l.), arbeiten an einem System, das einfach und schnell Innenräume vermisst – für Zeitersparnis bis zur Gebäudesanierung. © Thomas Imo

Köln (pm) – Knapp ein Drittel aller Start-ups in Deutschland sind grüne Gründungen – so der Green Start-up Monitor 2022 des Borderstep Instituts, das sich als unabhängige und gemeinnützige Forschungseinrichtung versteht. Das heißt, sie wollen mit ihren Produkten und Dienstleistungen zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele beitragen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert im Green Start-up-Programm junge Unternehmen mit innovativen, nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Ideen. Das Start-up aus der Rheinregion, Lumoview Building Analytics aus Köln mit einem digitalen Messgerät für Innenräume wird für zwei Jahre mit mehr als 120.000 Euro bei ihrer Produkt- und Geschäftsentwicklung von der DBU unterstützt.

Digitaler Grundriss auf Knopfdruck

Ein handliches Messgerät, ein Knopfdruck und nach zwei Sekunden ist ein Raum gescannt. Das ist die Vision der beiden Gründer des Kölner Start-ups Lumoview Building Analytics, Dr. Silvan Siegrist und Dr. Arne Tiddens. Sie entwickeln ein System, das einfach und schnell Innenräume vermisst. „Mehr als 30 Prozent der Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in Deutschland stammen von Gebäuden“, sagt Siegrist. Das waren laut Bundesregierung im Jahr 2020 rund 120 Millionen Tonnen CO2. Bis 2030 soll dieser Wert auf 67 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssen vor allem auch bestehende Gebäude energetisch saniert und renoviert werden“, so Siegrist. „Wir wollen die Prozesse, die der eigentlichen Sanierung vorausgehen, vereinfachen und dadurch die Zeit bis zum Start einer Haussanierung deutlich verkürzen.“ Denn vielen Eigentümerinnen und Eigentümern lägen die für eine effektive Sanierung notwendigen Planungsgrundlagen wie Grundrisse und Gebäudezustandsdaten nicht oder nur in veralteter Form vor. „Mit unserem Sensor kann erstmalig ein digitaler Zwilling eines Gebäudes erstellt werden, um beispielsweise Wärmebrücken, also wärmedurchlässige Stellen, zu erkennen“, so Siegrist. Das Messgerät erfasse dabei Bilddaten im sichtbaren und infraroten Spektrum sowie Laserdistanzdaten. Aus diesen könnten dann digitale, dreidimensionale Modelle (sogenannte 3D-CAD-Modelle) und Wärmebildanalysen erstellt werden.

Grüne Innovationen für eine nachhaltige Wirtschaft

„Start-ups sind Motor für notwendige gesellschaftliche Transformationen“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Mit innovativen Ideen tragen sie dazu bei, dass sich die Wirtschaft an ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit orientiert.“ Für mehr als drei Viertel der neugegründeten Unternehmen in Deutschland sei laut Green Start-up Monitor 2022 das Erzielen einer positiven gesellschaftlichen oder ökologischen Wirkung mit ihren Produkten oder Dienstleistungen wichtig. „Das sind tolle Entwicklungen und wir freuen uns, dass wir viele Green Start-ups auf ihrem Weg unterstützen können“, so Bonde. Bewerbungen für das Green Start-up-Programm der DBU sind jederzeit möglich. Der Förderantrag ist online über https://www.dbu.de/startups zu stellen. Die Gründerinnen und Gründer mit den besten Ideen dürfen diese vor einer Jury vorstellen.

Pressemitteilung: Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)