Würzburg (pm) – Als Hotspot des Klimawandels steht Würzburg vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig fehlen geeignete Planungsinstrumente. Ein multidisziplinäres Projekt entwickelt deshalb eine digitale Lösung.
Digitale Planspiele gegen den Klimawandel in der Stadtplanung
Klimaresilienz gewinnt in der Stadtplanung zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es darum, Städte an extreme Wetterereignisse anzupassen und Risiken zu senken. Gleichzeitig erfordern bestehende Planungsinstrumente oft hohe Ressourcen. Deshalb entsteht ein digitales Planungsinstrument mit integriertem Stadtklimamodell.
Dieses wird aktuell an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg entwickelt. Im Projekt SMART-TWIN arbeiten drei Lehrstühle mit der Stadt Würzburg zusammen. Gemeinsam entwickeln sie das Stadtklimamodell PALM-4U. Die Leitung übernehmen die Professoren Heiko Paeth, Andreas Hotho und Tobias Ullmann.
Der digitale Ansatz erweitert den bestehenden Digitalen Zwilling der Stadt Würzburg. Dieser enthält umfangreiche 3D-Daten und Analysewerkzeuge. Dadurch können Planungsbüros und die Stadt Maßnahmen schneller und kosteneffizient bewerten. Die Anwendung ist flexibel und benutzerfreundlich. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung fördert das Projekt seit Oktober 2025 mit 1,35 Millionen Euro.
Würzburg als Testfeld für Klimaresilienz
Würzburg gilt als Hotspot des Klimawandels in Mitteleuropa. Die Stadt ist durch eine ausgeprägte Wärmeinsel geprägt. Diese entsteht durch dichte Bebauung und wenig Begrünung. Deshalb eignet sich Würzburg besonders als Pilotstandort.
Das Projekt verbindet KI und Big Data mit neuen Szenario-Ebenen im digitalen Zwilling. So lassen sich verschiedene Planungen realistisch simulieren. Dazu zählen Bauprojekte sowie Veränderungen von Grünflächen und Gewässern. Auch unterschiedliche Wetterbedingungen werden berücksichtigt. Zudem können Extremwetterereignisse simuliert werden.
Dadurch werden Planungsprozesse präziser und schneller. Außerdem sinken die Kosten. Kommunen und Unternehmen profitieren gleichermaßen. Langfristig soll das Modell auch in anderen Städten eingesetzt werden.
Multidisziplinäre Zusammenarbeit im Projekt SMART-TWIN
Die drei Lehrstühle arbeiten eng zusammen. Die Klimatologie betreibt und entwickelt das Modell PALM-4U. Zudem integriert sie verschiedene Szenarien. Das Fernerkundungsteam erfasst thermale Daten mit Satelliten und Drohnen. Damit wird das Modell validiert. Das Data-Science-Team entwickelt KI-Algorithmen zur Optimierung.
Das Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Würzburg. Beteiligt sind das Baureferat sowie das Umwelt- und Klimareferat. Deren Erfahrung mit dem Digital Twin ist zentral für den Projekterfolg. Zusätzlich wirken 20 kleine und mittlere Unternehmen aus der Stadtplanung mit.
EU-Förderung stärkt digitale Planspiele gegen den Klimawandel
Bei der Antragstellung unterstützte das Servicezentrum Forschung und Technologietransfer. Es berät Forschende bei der Beantragung europäischer Fördermittel. Dazu zählen EFRE und ESF. Diese Fonds stärken den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der EU.
Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg