25. September 2018

Die Digitalisierung der Baubranche

Dr. Joaquin Diaz, Professor für Bauinformatik an der THM und Initiator des Kongresses, führte durch das Programm. Foto: THM

Gießen (pm) – „Was Sie hier einbringen, wird unmittelbar in die Lehre am Fachbereich Bauwesen eingehen“, versprach Vizepräsident Prof. Olaf Berger dem Auditorium bei der Begrüßung in der Kongresshalle Gießen. Im Namen des Präsidiums der TH Mittelhessen bekundete er seine Freude über den „großen Zuspruch“. Fast 500 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich zum zweitägigen Kongress „Infrastruktur digital planen und bauen 4.0“ angemeldet.

Im Programm stieß man immer wieder auf das Kürzel BIM. Es steht für Building Information Modelling. Darunter versteht man die optimierte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken mit Software. Die Technische Hochschule Mittelhessen hat die Fortbildungstagung zum fünften Mal gemeinsam mit der Deutschen Bahn und weiteren Unternehmenspartnern organisiert.

Etwa 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hoben die Hände, als Dr. Thomas Rühl, Leiter für Bautechnik/Grundlagen bei der DB Station&Service AG, in seiner Eröffnungsansprache fragte, wer im Plenum bisher berufspraktische Erfahrungen mit BIM gemacht habe. Das wertete er als ermutigendes Zwischenergebnis und sagte: „Wir sind zusammen auf dem verabredeten Weg, dass wir ab 2020 alle neuen Projekte in BIM-Methodik durchführen werden.“ Und Rühl versicherte: „Die Anforderungen aus dem Stufenplan des Bundesverkehrsministeriums werden erfüllt.“

Wie man in Berlin diesen Stufenplan zur Etablierung von BIM bis ins Jahr 2020 konzipiert hat, erläuterte Alexander Doebler vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in seinem Einführungsvortrag „Strategie des Bundes für digitales Planen und Bauen“. Als Zielgruppen der Umsetzung nannte er öffentliche Auftraggeber, die BIM-Projekte ausschreiben, Behörden und Verwaltungen, Planungsbüros, die Bau- und Softwarebranche sowie die Hochschulen, die den akademischen Nachwuchs in den betroffenen Fachgebieten ausbilden.

An den beiden Kongresstagen widmeten sich Vorträge, Praxisberichte und Workshops digitalen Verfahren beim Planen und Realisieren zum Beispiel von Vorhaben zur Schienen- und Straßen-Infrastruktur. Den Schwerpunkt dabei bildeten Projekte in Deutschland, aber zur Sprache kamen auch Erfahrungen mit BIM in Australien. Unter den Referenten waren Fachleute aus Unternehmen, Hochschulen, Bundes- und Landesbehörden.

Pressemitteilung: TH Mittelhessen