17. Juni 2024

DHWR fordert besseren Rahmen für Serielles Bauen und Sanieren

DHWR-Präsident Erwin Taglieber (l.) und Schirmherr Karem Taher Saleh. Bildquelle: DHWR

Berlin (pm) – Serielles Bauen und Sanieren. Das war das Thema beim Parlamentarischen Frühstück des DHWR im Reichstagsgebäude. Unter der Schirmherrschaft von Kassem Taher Saleh, Obmann der Bündnisgrünen im Bauausschuss des Bundestages, trafen sich Abgeordnete, Wirtschaftsfachleute und Vertreter der Zivilgesellschaft, um Potenzial und Möglichkeiten des Seriellen Bauens und Sanierens zu erörtern. Deutlich wurde: Es braucht konkrete Maßnahmen bei verbesserten politischen Rahmenbedingungen, um diese Bauweisen voranzubringen.

Marktanreizprogramm für serielles und modulares Bauen und Sanieren angeregt

DHWR-Präsident Erwin Taglieber ging denn auch auf die notwendige Verbesserung dieses politischen Rahmens ein. „Unzureichende und unsichere Bauförderungen sowie Hemmnisse für serielles Bauen und den Holzbau im Speziellen bremsen den Wohnungsbau“, kritisierte der DHWR-Präsident. Mit Blick auf die Förderung regte er deshalb ein Marktanreizprogramm für das serielle und modulare Bauen und Sanieren an. Auf regulatorischer Seite nannte er die Vereinfachung von Ausschreibungen für serielle, modulare und systemische Bauweisen als wichtigen Punkt, den es umzusetzen gelte. „Wir müssen die Hürden für Nachverdichtung in Quartieren und die Umnutzung von Gebäuden für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum schnell reduzieren. Serielle Bau- und Sanierungsverfahren mit Holz und anderen klimafreundlichen Materialien bieten dabei alle Möglichkeiten, um Klimaschutz und kosteneffizientes Bauen miteinander zu kombinieren“, unterstrich Taglieber. Den Holzbau sieht er hier klar im Vorteil: Seit mehr als 30 Jahren habe der Holzbau das serielle Bauen perfektioniert. Seit mehr als 15 Jahren gebe es marktreife Lösungen für das serielle Sanieren.

Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst aktuell etwa 21,4 Millionen Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser sowie Nichtwohngebäude wie Schulen oder Verwaltungsgebäude. Zugleich ist der Gebäudesektor für rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. „Bauförderung für klimaschonendes Handeln zahlt sich durch einhergehende Investitionen von Unternehmen und Verbrauchern mehrfach aus“, hob Taglieber hervor.

Holz drängt sich förmlich auf

Schirmherr Kassem Taher Saleh erklärte: „Als Bauingenieur weiß ich um die großen Vorteile von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Stroh oder Schilfgras im Bausektor. Bei Deutschlands relevantestem nachwachsendem Rohstoff Holz haben wir angesichts einer Holzbauquote von gut 20 Prozent noch enormes Steigerungspotenzial. Das müssen wir besser ausschöpfen, im Sinne des Klimaschutzes und für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum“, betonte Saleh. Für das serielle Bauen und Sanieren biete Holz besondere Chancen, weil sich ein hoher Grad an Vorfertigung aufgrund der günstigen Eigenschaften von Holz hier förmlich aufdränge. „In der Koalition wollen wir den Bau mit Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen weiter voranbringen, auch im seriellen Bauen. Denn Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen nützt dem Klimaschutz, den Verbraucherinnen und Verbrauchern und der Bauwirtschaft in Deutschland“, betonte der Grünen-Politiker.

Holzbauinitiative als guter Start

Martin Diedenhofen (SPD) unterstrich beim Parlamentarischen Frühstück: „Wir müssen und werden angesichts eines Modernisierungsstaus auch im Gebäudesektor noch viel mehr auf Sanierungen setzen. Für schnelle und nachhaltige Erfolge sollten wir verstärkt seriell sanieren. Um CO2-Emissionen zu sparen, wird der Holzbau eine immer größere Rolle spielen. Und dies nicht nur bei der Sanierung, sondern auch beim Neubau, der aufgrund der Wohnungsnot dringend nötig ist. Die Holzbauinitiative der Bundesregierung ist ein guter Start, um das Bauen mit Holz stärker voranzubringen“, sagte der SPD-Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz.

Taten angemahnt

Für die größte Oppositionsfraktion erklärte Lars Rohwer (CDU) bei der DHWR-Veranstaltung: „Wir können mit Holz eine menschengerechte, umweltfreundliche Stadtentwicklung vorantreiben. Auch wenn wir mehr mit Holz in die Höhe bauen. Dafür müssen wir gemeinsam mit den Ländern Wege finden, das Baurecht zu verbessern. Einzelne Bundesländer, wie der Freistaat Sachsen, machen mit regionalen Initiativen in der Umsetzung vor, wie sich Fortschritte erzielen lassen. Die Bundesregierung hat eine Holzbauinitiative aufgelegt. Im Prinzip richtig. Doch es fehlen die Taten, auch hinsichtlich der Finanzierung“, sagte Rohwer.

Quelle: Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V.