20. Januar 2022

Deutliche Preissteigerungen bei Baumaterialien zum Jahresbeginn 2021

Wiesbaden (pm) – Seit Jahresbeginn gibt es zum Teil deutliche Preissteigerungen bei verschiedenen Baumaterialien. Besonders betroffen sind nicht nur, wie mittlerweile oft berichtet, Bauholz, sondern auch Stahlprodukte und Bitumen. Die Preise lagen im März 2021 um 18,5 % für Stahlprodukte und 20,6 % für Bitumen über dem Niveau vom Dezember 2020. Grund für den Anstieg etwa der Stahlpreise sind begrenzte Lieferkapazitäten der Hersteller wegen der anziehenden Nachfrage im Automobilsektor und im Maschinenbau. Und die belebte Konjunktur in Asien führt zu steigenden Rohstoffpreisen. So ist der Erzeugerpreis für Draht aus Kupfer binnen Jahresfrist um 18,6 % gestiegen. Gleichzeitig wurden von den Herstellern wegen jahrelang stagnierender Preise Überkapazitäten abgebaut und Investitionen zurückgefahren. Hinzu kommt ein wachsendes Interesse von Investoren an Rohstoffen, insbesondere an Öl und Industriemetallen, um sich gegen Inflation abzusichern. Auch wird über „Hamsterkäufe“ zur Vorbeugung von Materialknappheit berichtet, was Nachfrage wie Preise in die Höhe treibt. Weniger stark sind die Steigerungen bei Zement, Transportbeton, Mauersteinen und vorgefertigte Bauelementen.

Wegen der Corona-bedingt schwächeren Nachfrage vor allem im Straßen- und Wirtschaftshochbau sowie der MwSt.-Senkung im zweiten Halbjahr 2020 gab es im Vorjahr nur einen moderaten Preisanstieg für Leistungen des Bauhauptgewerbes von 1,3 %. Im Jahr 2021 ist mit einem Preisanstieg von 2,0 % zu rechnen. „Wenn die Materialpreise weiter steigen, werden die gesamten Bauleistungen teurer werden. Und angesichts der Materialknappheit ist es nicht ausgeschlossen, dass es auf der einen oder anderen Baustelle zu Verzögerungen oder sogar zum Stillstand kommen kann“, sagt Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V. (BIV).

Pressemitteilung: Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.