8. August 2022

Der Ressourcen-Energie-Nexus ist Schlüsselfaktor für die Kreislaufwirtschaft

Pforzheimer Professor Dr. Mario Schmidt mahnt Material-Einfluss aufs Klima an

Prof. Dr. Mario Schmidt von der Hochschule Pforzheim. (c) Angelika Loeffler / FOTO Borchard

Pforzheim (pm) – Um das Klimaproblem zu lösen, müsse nicht nur das Energiesystem mit seinen schädlichen Treibhausgasemissionen betrachtet werden, sondern auch die Einflüsse des Materialeinsatzes. Denn diese bräuchten indirekt ebenfalls Energie zu ihrer Herstellung und trügen zum Klimawandel ebenso bei, meinte Professor Dr. Mario Schmidt von der Hochschule Pforzheim in seinem Key-Note-Vortrag auf der Abschlusskonferenz des vom Bundesforschungsministeriums geförderten Forschungsprogramms „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe“ (ReziProK) in Berlin. „Recycling kann unter Klima- und Umweltaspekten vorteilhafter sein, aber das ist nicht zwingend und muss im Einzelfall stets geprüft werden“, so Schmidt.

In der Fördermaßnahme wurden 25 Forschungsprojekte aus ganz Deutschland rund um das Thema Circular Economy durchgeführt, die auf der Konferenz ihre Ergebnisse vorstellten. Schmidt wies darauf hin, dass man nicht nur auf Recyclingquoten achten dürfe. Der Kreislauf an sich sei noch kein Vorteil, sondern es seien Gesamtkonzepte erforderlich, die den Energieeinsatz und die Umweltbelastungen minimieren. Deshalb käme der Ökobilanzierung oder dem Carbon Footprint eine besondere Bedeutung bei der Bewertung von Maßnahmen hinzu, auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft, denn sie berücksichtigten auch gegenläufige Effekte.

„Je geringer die Konzentration von Stoffen in Produkten oder Abfällen ist, desto größer wird der energetische und ökologische Aufwand, sie zu recyceln“, betont Schmidt. Dies müsse bei der Bewertung von Maßnahmen, gerade im Zusammenhang mit Circular Economy, stets berücksichtigt werden. Der Materialseite komme beim Klimaschutz eine besondere Bedeutung zu, denn gerade der Ausbau der regenerativen Energien benötige umfangreiche Infrastrukturen und sei damit sehr materialintensiv. Zwischen Energiewende und Kreislaufwirtschaft bestehe deshalb eine gegenseitige Abhängigkeit, die von Schmidt als Nexus bezeichnet wurde.

Pressemitteilung: Hochschule Pforzheim