8. August 2022

Das mit LEED-Gold ausgezeichnete New Eastside Munich setzt mit seiner modularen Bauweise Akzente

Materialität zwischen Industriegeschichte und Informationsgesellschaft

(c) Andreas Hörnisch

Emsdetten (pm) – In verschiedenen Rottönen changierender Backstein und großformatige Fenster in schwarzen Stahlrahmen wecken Assoziationen an historische Industriearchitektur, spielerisch angeordnete Felder aus geschosshohem Profilglas erzählen dagegen von digitalen Arbeitswelten. Im Inneren des „New Eastside Munich” schaffen Sichtbeton und geschwärzter Stahl eine Atmosphäre, die eher an Ateliers denken lässt als an ein klassisches Bürogebäude: Schon die Materialien machen deutlich, dass der Neubau, den Oliv-Architekten gerade im Münchner Osten fertiggestellt haben, seine Identität aus spannenden Gegensätzen bezieht. Die industrielle Architektursprache ist dabei keine bloße Attitüde, ersetzt das Haus doch eine alte Hydraulikfabrik, die für den Neubau abgerissen wurde. Dass dieser bereits die weltweit renommierte LEED-Zertifizierung der Kategorie Gold erhalten hat, unterstreicht den hohen Nachhaltigkeitscharakter des Gebäudes.

„Mit dem Bürogebäude New Eastside Munich haben wir in München ein Ausrufezeichen gesetzt. Das Gestaltungskonzept mit Anklängen aus der Industriearchitektur wurde konsequent in Formensprache und Materialität umgesetzt. Auch in der Gestaltung der Büroflächen haben die Nutzer das Konzept fortgeführt“, erklärt Thomas Sutor, Geschäftsführender Gesellschafter Oliv Architekten.

Das Bürogebäude bietet einen passenden Rahmen für den gesamten Schlagwortkatalog moderner Arbeitswelten, Coworking Spaces, Desksharing, Smart Working, Me and We Zones – und das alles in einer New-Yorker-Loft-Atmosphäre! Mit solchen Qualitäten wirkt das Haus als Impulsgeber im bislang vorwiegend industriell und gewerblich genutzten Bezirk Berg am Laim auf der östlichen Seite der Isar. Dieser Stadtteil erfährt durch das nahegelegene Werksviertel mit seiner dynamischen Mischung aus Wohnen, Kultur und Gewerbe gegenwärtig eine starke Aufwertung.

 

(c) Edzard Probst

 

Städtebauliche Einpassung in die Umgebung

Der differenzierte Baukörper basiert zunächst auf einer nach Osten und Westen offenen doppelten Kammstruktur und nimmt damit ganz selbstverständlich die direkte Nachbarbebauung auf. Durch Modifikationen des nördlichen Gebäudekopfes und das Zurückstaffeln einzelner Gebäudefinger in der Höhe fügt sich das 130 Meter lange Volumen passgenau in seine städtebauliche Umgebung.

Das Haus verbindet die Neumarkter- mit der Streitfeldstraße, an den beiden Stirnseiten liegen auch die beiden Haupteingänge. Ein öffentlicher Fuß-/Radweg begleitet das Gebäude an seiner Ostseite und schafft eine Durchwegung für das Areal. Diese Passage öffnet sich zu drei Höfen, die informelle Aufenthalts- und Begegnungsräume bilden, und das Gebäude mit weiteren Eingängen erschließen. Als zusätzlichen Bezug zur Industriearchitektur bilden Sheddächer den kraftvollen oberen Abschluss des Baukörpers und stärken so die Eigenständigkeit und Adressbildung des Gebäudes. Unter der gefalteten Dachlandschaft entstehen im vierten Obergeschoss loftartige Räume mit bis zu sechs Metern Deckenhöhe und über drei Meter hohen Fenstern nach Norden. Vor hier aus haben die Nutzer direkten Zugang zu Dachterrassen mit Alpenblick, die die Höfe als kommunikative Freiräume ergänzen.

Thomas Sutor betont: „Wir haben mit unserer Architektur bewiesen, dass anspruchsvolle Gestaltung und Flächeneffizienz Hand in Hand in gehen können. Elemente aus der Industriearchitektur und zeitgeistige Elemente bilden eine perfekte Symbiose.“

Gemäß den hohen Ansprüchen an zukunftsfähiges Bauen, bildete das Thema Nachhaltigkeit einen besonderen Schwerpunkt bei der Planung des Neubaus, die durch die Auszeichnung mit LEED-Gold (Leadership in Energy and Environmental Design) sprichwörtlich untermauert wird. Das international anerkannte Siegel für Immobilien in Bezug auf Nachhaltigkeit und außerordentlichen Qualitätsstandard von Immobilien spielt für die Investoren und Gebäudenutzer eine zentrale Rolle.

Modularer Aufbau für modernes Arbeiten

Die doppelte Kammstruktur rhythmisiert den Baukörper nach außen und gliedert den Grundriss im Inneren in definierte Module. Die fast 15 Meter tiefen Gebäudefinger ermöglichen dank der dreiseitigen Belichtung großflächige Arbeitsbereiche über die gesamte Tiefe des Grundrisses. Sie erlauben vom Raster her aber auch die Unterteilung in klassische Zellen oder Kombibüros. Drei Kerne mit Aufzügen und Treppenhäusern sind in den Verbindern zwischen den Bürofingern angeordnet und bilden mit zwei weiteren an den Gebäudeenden die vertikale Erschließung. Ein zentraler Mittelgang verbindet die Kerne auf allen Ebenen.

So entsteht eine modulare Grundrissstruktur maximaler Flexibilität, die in jedem Geschoss auf unterschiedliche Art unterteilt werden kann: Bei einer Längsteilung entstehen zwei langgestreckte Bürospangen mit Ost- bzw. Westorientierung. Die Lage der Erschließungskerne ermöglicht aber auch eine Querteilung in vier durchgesteckte Module. Der nördliche Gebäudekopf ergänzt diese Figur mit ähnlichen Räumen.

Auch die Kombination von Längs- und Querteilung ist möglich und erzeugt bis zu neun Einheiten mit einer Größe von 500 bis 700 Quadratmetern. Wird eine Geschossebene komplett gemietet, stehen fast 4800 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Vorfertigung und Systembau ermöglichen Vereinfachung des Baus

Neun WC-Kerne sind den kleinstmöglichen Einheiten zugeordnet und stellen sicher, dass diese eigenständig funktionieren. Die Doppel-WC-Anlagen für Damen und Herren sind Rücken an Rücken beiderseits der Erschließungsachse angeordnet und nehmen die modulare Ordnung des Gebäudes auf. Dabei kommen vorgefertigte und vollständig verrohrte Sanitärwände und Schächte von TECE zum Einsatz, die ihre Vorteile hinsichtlich Planungs- und Montagesicherheit, Präzision und Qualität hier voll ausspielen konnten.

Schon die Größe und Komplexität des Gebäudes hatte die frühzeitige Einplanung vorgefertigter Systemwände nahegelegt. Nach der Festlegung auf das TECE-System wurden die Module in die Entwurfsplanung übernommen und auch in der späteren Detailplanung in Abstimmung mit TECE und den Fachplanern berücksichtigt.

Eine beträchtliche Vereinfachung auf der Baustelle ergab sich dadurch, dass die Sanitärregister auf großen Paletten just-in-time auf die Baustelle geliefert und mit Abladehilfen geschossweise mit dem Kran eingehoben wurden.

Erst anschließend wurden die jeweils darüberliegenden Decken geschlossen. Die Zeitersparnis allein dieser Maßnahme war enorm, weil die Module nicht nachträglich und einzeln über die gesamte Baustelle getragen werden mussten.

 

(c) Andreas Hoernisch

 

Nur zwei Arbeiter für den Aufbau nötig

An Ort und Stelle waren dann nur zwei Arbeiter notwendig, um die Sanitärwände und Schächte auszurichten, am Baukörper zu fixieren und die Rohrleitungen miteinander zu verbinden – eine weitere Ersparnis an Arbeitskraft und Zeit.

Ihre Flexibilität spielten TECE Komponenten auch angesichts der teilweise ungewöhnlich großen Raumhöhen aus. So konnten die über 3,50 Meter hohen Installationswände im Erdgeschoss freistehend realisiert werden.

Durchdachte Funktionalität und hohe Fertigungsqualität zeichnen aber nicht nur die Systemwände aus, sondern auch die im fertigen Bad für den Nutzer sichtbaren Komponenten. Wegen der bekannten Zuverlässigkeit, klar definierter Druckpunkte und nicht zuletzt wegen ihres zeitlosen Designs mit hochwertigen Oberflächen und präzisen Kanten wurde die Linie TECEnow für alle WC-Betätigungsplatten ausgewählt, die TECEfilo Betätigungsplatten in schwarzem Glas und integrierter Urinaleletronik runden das elegante Bild ab.

 

Faktenbox New Eastside Munich:

• Gebäudetyp: Bürogebäude

• Status: Neubau

• Anzahl Sanitärwände: 36

• Verbaut: TECEsystem (mit Spültechnik),

TECEnow schwarz und TECEfilo Glas schwarz

• Auszeichnung: LEED-Zertifizierung der Kategorie Gold

 

Pressemitteilung: TECE GmbH