24. September 2026

CU Hochschule Kärnten und Land Kärnten würdigen ausgezeichnete Forschung und Lehre für Energie- und BAUwende

CU Hochschule Kärnten: Preise für Energie- und BAUwende
Ausgezeichnete Forschung und Lehre an der CU Hochschule Kärnten: (v. l.) Landesrat Mag. Peter Reichmann, MBA, Dr. Emmanuel Oluwasogo, Preisträger des Zero Emissions Award 2026, Prof. Mag. arch. Wolfgang Grillitsch, Studiengangsleiter Architektur und Preisträger des Sustainability Award 2026, sowie CU-Geschäftsführer FH-Prof. Dr. Martin Waiguny. © CU Carinthia University of Applied Sciences | Hochschule Kärnten

Klagenfurt (pm) – Wie lassen sich erneuerbare Energien effizienter in Stromnetze integrieren? Und wie müssen Architekt:innen ausgebildet werden, damit nachhaltiges Bauen vom Wissen in die konkrete Umsetzung kommt? Mit diesen zwei unterschiedlichen, aber gleichermaßen zukunftsrelevanten Fragen beschäftigen sich ausgezeichnete Arbeiten an der CU Carinthia University of Applied Sciences | Hochschule Kärnten.

Bei einem gemeinsamen Treffen standen nicht nur die Auszeichnungen selbst, sondern vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Wirkung die dahinterstehenden Ansätze für Wissenschaft, Gesellschaft und den Standort Kärnten entfalten können.

Stromrichter für ein Energiesystem im Wandel

Mit dem Ausbau von Photovoltaik, Windkraft, Batteriespeichern und Elektromobilität verändern sich auch die Anforderungen an die elektrische Energieversorgung. Unterschiedliche und schwankende Spannungsniveaus müssen möglichst effizient miteinander verbunden werden. Eine zentrale Rolle übernehmen dabei Stromrichter: Sie sorgen dafür, dass elektrische Energie zwischen Erzeugern, Speichern, Verbrauchern und Stromnetz entsprechend umgewandelt werden kann.

Genau hier setzt die Forschung von Dr. Emmanuel Oluwasogo an der CU Hochschule Kärnten an. Sein Ansatz des sogenannten „Topological Morphing“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Stromrichter ihre interne Schaltungsstruktur an unterschiedliche Betriebs- und Spannungsbedingungen anpassen können. Statt für unterschiedliche Anforderungen jeweils eigene Systeme einzusetzen, soll damit eine flexiblere und effizientere Lösung ermöglicht werden.

Für seine Forschungsarbeit erhält Oluwasogo eine Förderung von rund 381.000 Euro. Im nächsten Schritt sollen die entwickelten Konzepte weiter simuliert, optimiert und schließlich auch in Hardware erprobt werden. Studierende sollen ebenfalls in die weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit eingebunden werden.

„Die Auszeichnung ist für mich eine große Motivation, diesen Forschungsweg weiterzugehen. Mit unserem Ansatz wollen wir Stromrichter so flexibel machen, dass sie sich an unterschiedliche Betriebs- und Spannungsbedingungen anpassen können. Der nächste Schritt ist, die Konzepte weiterzuentwickeln, zu simulieren und schließlich auch in Hardware zu validieren. Langfristig sollen daraus robuste und effiziente Lösungen entstehen, die die Integration erneuerbarer Energien unterstützen“, sagt Dr. Emmanuel Oluwasogo.

Oluwasogo betont zugleich, dass technologische Entwicklung nicht isoliert stattfinden könne. Entscheidend sei die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Unternehmen und politischen Entscheidungsträger:innen. Wissenschaft könne neue Lösungen entwickeln – für deren Umsetzung brauche es jedoch den Austausch mit jenen, die reale Herausforderungen, Rahmenbedingungen und Anwendungsmöglichkeiten kennen.

BAUwende beginnt mit neuen Denkmustern

Während Oluwasogo eine technologische Herausforderung der Energiewende adressiert, setzt das ausgezeichnete Masterstudium Architektur bei einer weiteren zentralen Transformationsaufgabe an: der BAUwende.

Das Bauwesen hat erheblichen Einfluss auf Ressourcenverbrauch, Emissionen, Flächennutzung und Abfallaufkommen. Für Prof. Mag. arch. Wolfgang Grillitsch, Studiengangsleiter Architektur an der CU Hochschule Kärnten, reicht es deshalb nicht aus, einzelne nachhaltige Technologien oder Materialien in die Ausbildung zu integrieren. Vielmehr brauche es auch ein grundsätzliches Umdenken beim Planen und Bauen.

Im Masterstudium beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit Bauen im Bestand, Kreislaufwirtschaft, Holzbau, materialgerechtem Planen, Innenentwicklung vor Außenentwicklung sowie Beteiligungsprozessen mit Gemeinden. Ziel ist es, bekannte Lösungsansätze nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern sie in konkrete Planungs- und Entscheidungsprozesse zu übertragen.

Gerade in der Zusammenarbeit mit Gemeinden sieht Grillitsch einen wichtigen Ansatzpunkt: Vieles, was für nachhaltiges Bauen notwendig wäre, sei fachlich längst bekannt. Die Herausforderung bestehe darin, dieses Wissen auch tatsächlich in die Umsetzung zu bringen. Forschung und Lehre sollen daher künftig noch stärker miteinander verbunden werden.

„Für mich und unser gesamtes Team ist die Auszeichnung eine große Motivation, diesen Weg weiterzugehen. Die BAUwende gelingt nur, wenn wir nicht nur Technologien und Materialien verändern, sondern auch Denkmuster. Unser Ziel ist es, eine neue Generation von Architekt:innen auszubilden, die den Bestand, Kreislaufwirtschaft und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen von Anfang an mitdenkt. Wirklich erfolgreich sind wir dann, wenn unsere Absolvent:innen mit diesem Wissen später auch Wirkung entfalten“, betont Prof. Mag. arch. Wolfgang Grillitsch.

Der Sustainability Award würdigte insbesondere den ganzheitlichen Bildungsansatz des Masterstudiums und dessen Beitrag zur Ausbildung jener Fachkräfte, die den Wandel hin zu einer nachhaltigen Baukultur aktiv mitgestalten sollen.

„Auf diese Leistungen können wir als Hochschule stolz sein“

FH-Prof. Dr. Martin Waiguny, Geschäftsführer der CU Hochschule Kärnten, sieht in den beiden Auszeichnungen auch eine besondere Bestätigung für die Hochschule:

„Auf diese beiden Auszeichnungen können wir als CU Hochschule Kärnten wirklich stolz sein. Sie zeigen auf sehr unterschiedliche Weise, wofür unsere Hochschule steht: wissenschaftliche Qualität, gesellschaftliche Relevanz und den Anspruch, Wissen in Wirkung zu übersetzen. Emmanuel Oluwasogos Forschung adressiert eine zentrale technologische Herausforderung der Energiewende, während unser Architekturteam die BAUwende konsequent in der Ausbildung der nächsten Generation verankert. Dass beide Ansätze national auf so hohem Niveau Anerkennung finden, ist eine großartige Bestätigung für die Arbeit unserer Kolleg:innen und für die Qualität von Forschung und Lehre an der CU Hochschule Kärnten“, betont FH-Prof. Dr. Martin Waiguny.

Mehrwert für den Hochschul- und Forschungsstandort Kärnten

Landesrat Mag. Peter Reichmann, MBA, unterstreicht insbesondere die Bedeutung für den Standort Kärnten:

„Die beiden Auszeichnungen zeigen, welches Potenzial im Hochschul- und Forschungsstandort Kärnten steckt. Wenn aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Lösungen für die Energiewende und für nachhaltiges Bauen entstehen, profitieren davon nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch Wirtschaft, Gemeinden und Gesellschaft. Genau diese Verbindung von Wissen, Anwendung und regionaler Wirkung brauchen wir, um Kärnten zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, betont Landesrat Mag. Peter Reichmann, MBA.

Die Verbindung zur Region ist bei beiden Ansätzen unmittelbar: Neue Technologien für ein zunehmend erneuerbares Energiesystem benötigen Forschung, Erprobung und Kooperationen mit Unternehmen. Die BAUwende wiederum wird dort konkret, wo Gemeinden, Planer:innen und Bauherr:innen Entscheidungen über Bestand, Materialien, Flächennutzung und künftige Siedlungsentwicklung treffen.

Die CU Hochschule Kärnten versteht sich dabei als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Anwendung: Forschung, Lehre und Kooperation sollen dazu beitragen, neue Lösungswege zu entwickeln und zugleich jene Fachkräfte auszubilden, die Transformation später in die Praxis übertragen.

Die Auszeichnung als Ausgangspunkt

Für beide ausgezeichneten Arbeiten ist der Preis nicht der Abschluss. Entscheidend ist, wie sich die Ansätze weiterentwickeln und welche Wirkung sie künftig in Forschung, Lehre und Praxis entfalten.

Der gemeinsame Nenner liegt dabei weniger in den Fachgebieten selbst als in ihrem Anspruch: Wissenschaft und Hochschullehre sollen nicht bei Erkenntnissen stehen bleiben, sondern dazu beitragen, Veränderung konkret gestaltbar zu machen.

Quelle: CU Hochschule Kärnten