3. August 2026

caspar. erweitert Amprion-Campus in Dortmund um „Projekthaus 2.0″ mit GOLDBECK

Köln (abki) – Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion baut seinen Hauptsitz im Dortmunder Technologiequartier Phoenix-West aus. Mit dem „Amprion Projekthaus 2.0″ entsteht dort ein Neubau, der den bestehenden Campus im Stadtteil Hörde ergänzt und dessen Charakter fortschreibt. Entworfen hat das Projekt das Kölner Architekturstudio caspar., das sich im Bauherrenwettbewerb mit dem ersten Preis durchsetzte. Generalübernehmer ist GOLDBECK.

Wachsender Bedarf am Standort

Amprion beschäftigt derzeit knapp 2.000 Mitarbeitende in Dortmund – Tendenz steigend. Der vierstöckige Neubau schafft Arbeitsplätze für gut 550 weitere Mitarbeitende. Optional lässt sich diese Kapazität in einer bereits mitgeplanten zweiten Bauphase um rund 150 Plätze erweitern. Neben dem Bürogebäude ist zudem ein Parkhaus Teil des Projekts.

Eine liegende Acht als Identitätsträger

Zentrales gestalterisches Motiv ist die Form des Neubaus: eine organisch anmutende liegende Acht, die in ihrer vollständigen Ausbaustufe – inklusive zweiter Bauphase – zwei Innenhöfe entstehen lässt. Wird zunächst nur der erste Bauabschnitt realisiert, ergibt sich stattdessen die Form einer liegenden Sechs beziehungsweise Neun, verbunden mit einem Innenhof und einem halbkreisförmig umbauten, nach außen offenen Außenraum.

Formsprachlich orientiert sich der Neubau am gegenüberliegenden, mittleren Bestandsgebäude, über dem im Norden die sternförmige Zentrale liegt. Die abgerundeten Ecken und die weißen horizontalen Fassadenbänder verleihen dem Gebäude eine wellenartige Dynamik, greifen zugleich aber die Formsprache der bestehenden Bauten auf – eine Balance zwischen Integration ins Bestandsensemble und eigenständiger architektonischer Identität.

Städtebaulich stärkt der Neubau den campusartigen Charakter des Areals: Der zentral gelegene Querriegel öffnet sich zur Carlo-Schmid-Allee und einem angrenzenden Pocketpark, ein zurückgestaffelter Baukörper bildet einen adressbildenden Vorplatz mit überdachtem Haupteingang. Eine grüne Magistrale vernetzt die Neubauten zudem funktional mit den bestehenden Amprion-Gebäuden.

Parkhaus mit Photovoltaik – Energie für den Büroneubau

Auch das Parkhaus übernimmt die abgerundeten Ecken und die horizontale Gliederung des Neubaus. Ein Großteil der Photovoltaik-Module des Projekts ist auf dem Parkhausdach installiert; die dort gewonnene Energie wird direkt in den Büroneubau geleitet.

Flexibles Bürokonzept nach GOLDBECK-System

Im Innenausbau setzt der Entwurf auf ein hochflexibles Bürokonzept: Die modular teilbaren Büroflächen sind als Zweibund mit 14,90 Metern Tiefe organisiert und um einen zentralen Querriegel ergänzt. Das Erdgeschoss bündelt Konferenzflächen sowie eine Kantine mit Terrasse. Alle Korridore öffnen sich zum Außenraum hin, teils mit Sitznischen ausgestattet, in denen Tageslicht genutzt werden kann.

Realisiert wurde das Gebäude im GOLDBECK Office Architecture System, das auf einem 2,70-Meter-Raster mit ergänzendem 1,35-Meter-Halbraster basiert. Dieses System erlaubt es, Wände, Türen und Raumaufteilungen mit minimalem Aufwand anzupassen – vom Einzel- über Doppel- und Gruppenbüros bis zu Kombizonen oder Open-Space-Konzepten. In jeder 1,35-Meter-Achse befindet sich zudem ein öffenbarer Fensterflügel für natürliche Belüftung.

Flexible Technik und Energieboden als Heiz- und Kühlsystem

Auch die technische Gebäudeausrüstung ist auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt: Die Elektrifizierung kann über zentrale Trassen erfolgen – auch im laufenden Betrieb, ohne größere bauliche Eingriffe. Verbaut wurde außerdem der GOLDBECK Energieboden, der als Hochqualitätsfußboden zugleich als Heiz- und Kühlsystem fungiert: Im Winter übernimmt er die Fußbodenheizung, im Sommer die Raumkühlung.

Angestrebt wird eine Zertifizierung nach DGNB Platin.

Projektdaten

Bauherr: Amprion GmbH
Generalübernehmer: GOLDBECK
Objekt: Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes zzgl. eines Parkhauses
Entwurfsverfasser: Caspar Schmitz-Morkramer
Team caspar.: Tabea Mager, Kai Hesse, Rita Rocha, Hyongyong Song, Johanna Borbach, Maren Krefeld, Marcus Melsa, Philipp Meise, Michel Schütten
Projektsteuerung: convis GmbH, Berlin
Fachplanung TGA: Schneider Engineering GmbH, Fulda
Tragwerksplanung: GOLDBECK GmbH, Bielefeld
Brandschutz: HAGEN Ingenieurgesellschaft für Brandschutz mbh, Essen
Freiraumplanung: studio grüngrau GmbH, Düsseldorf
Planungs- und Bauzeit: 2025–2028
Leistungsphasen: 1–4
Grundstücksfläche: 8.888 m² (Bürogebäude), 6.070 m² (Parkhaus)
Brutto-Grundfläche: 20.997 m² (Bürogebäude), 16.552 m² (Parkhaus)
Zertifizierung: DGNB Platin (angestrebt)

Quelle: caspar.schmitzmorkramer gmbh · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt