25. Februar 2026

Buwog-Podcast #74: Perspektiven fürs Einfamilienhaus

Podcast
Prof. Dr. Christina Simon-Philipp lehrt an der HFT Stuttgart. Foto: PR

Anzeige – Rund 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser stehen in Deutschland. Diese Wohnform macht über 80 % der bestehenden Wohngebäude aus. Und: Das Häusle ist der Lebenstraum vieler Menschen. Im Interview erläutert die Professorin Dr. Christina Simon-Philipp warum sie trotz aller Kritik das Einfamilienhaus vor allem als „Möglichkeitsraum“ sieht.

Zersiedelung vor den Toren der Stadt, Bebauung immer neuer Grünflächen und eine Stadtplanung, die Schlafstädte erzeugt: Vielerlei Kritik schlägt dem Einfamilienhaus entgegen. Für Prof. Dr. Christina Simon-Philipp ist es ein spannender Forschungsgegenstand. 

Wohntraum vieler Generationen

Sie ist Professorin für Städtebau und Stadtplanung an der Hochschule für Technik Stuttgart und weiß: „Das eigene Häuschen ist für viele Menschen Ausdruck von Selbstbestimmung und Lebensqualität.“

Besonders in den 1960er- bis 1980er-Jahren entstanden am Stadtrand großflächige Wohngebiete. „Viele dieser Häuser sind heute energetisch sanierungsbedürftig aber in einem guten baulichen Zustand“, so die Expertin im BUWOG-Podcast. Wie kann man Einfamilienhaussiedlungen beleben, verdichten und nachhaltig weiterentwickeln? Das untersucht die Wissenschaftlerin der Hochschule für Technik Stuttgart zusammen mit Studierenden.

Die Baunutzungsverordnung sollte reformiert werden, rät der Bericht „Leben vor der Stadt“. Foto: PR

Leeres Nest im Häuschen

Neben der baulichen Frage ist die Bewohnerschaft das fast wichtigere Thema: „Häufig leben in den Häusern nur noch ein oder zwei Personen.“ Simon-Philipp spricht von „inneren Leerständen“ und dem „Empty-Nest“, also dem leeren Nest, wenn die Kinder erwachsengeworden und weggezogen sind. Große Wohnflächen und Gärten stehen einer schrumpfenden Bewohnerzahl gegenüber, das Beleben der alternden Siedlungen ist also ein ebenso wichtiger Aspekt.

Die Expertin plädiert für einen konstruktiven Umgang mit dem Einfamilienhaus und sieht vor allem die Chancen: Statt neue Baugebiete auszuweisen, könne man eine konsequente Innenentwicklung der Bestände vorantreiben. „Einfamilienhäuser sind Möglichkeitsräume.“ Viele Gebäude seien konstruktiv robust und böten strukturell Spielraum für Veränderungen, so die Expertin im Interview. „Aus einem Einfamilienhaus kann mit relativ einfachen Mitteln ein Zweifamilienhaus werden“, erklärt sie im BUWOG-Podcast.

Wohngeschichten machen Mut

Im jüngsten Forschungsprojekt „Mehr Leben im Eigenheim“ hat die Professorin konkrete Beispiele gesammelt. Die dokumentierten Wohngeschichten verdeutlichen, wie Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Häuser umgebaut, ergänzt oder geteilt haben. Mehrgenerationenwohnen, Einliegerwohnungen oder flexible Grundrisse erhöhen nicht nur die Flächeneffizienz, sondern stärken auch soziale Strukturen. Zusammen mit der Wüstenrot Stiftung und der Bundesstiftung Baukultur wiederum entstand das Projekt „Leben vor der Stadt“, bei dem die entwicklungsfähigen Potenziale von bestehenden Einfamilienhausgebieten untersucht werden. Den Dokumentationsband kann an kostenlos runterladen.

Interview mit Prof. Dr. Christian Simon-Philipp im BUWOG-Podcast – jetzt ganze Folge hören!

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