30. November 2021

BIV: „Geringere Investitionen nun die größte Gefahr!“

Bauwirtschaft Hessen und Thüringen: Deutliche Konjunktureintrübung im 1. Quartal 2021.

Wiesbaden (pm) – Im ersten Quartal 2021 ging die Bautätigkeit in Hessen und Thüringen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. „Pandemie und witterungsbedingte Ausfälle führten zu einer spürbaren Eintrübung der Baukonjunktur“, erklärte Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e. V. (BIV), nach Bekanntgabe der Ergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.

In Hessen ging der Auftragseingang im ersten Quartal 2021 um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,18 Mrd. Euro zurück. In Thüringen stieg er zwar um 6.9 Prozent auf 505 Mio. Euro.

Aber der Gesamtumsatz des Bauhauptgewerbes belief sich im ersten Quartal 2021 in Hessen auf insgesamt 985 Mio. Euro, das ist ein Rückgang um 9,3 Prozent. Und auch in Thüringen betrug das Gesamtvolumen Umsatz Januar – März 2021 nur 330 Mio. Euro: das bedeutet gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus um 20,8 Prozent.

Am stärksten betroffen vom Umsatzrückgang war der Öffentliche Bau. Der Umsatz sank in Hessen in diesem Segment um 11,2 Prozent auf knapp 291 Mio. Euro, in Thüringen um 17 Prozent auf 162 Mio. Euro. Im Wohnungsbau wurden in Hessen 234 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet, das waren 13,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. In Thüringen lag das Minus sogar bei 26 Prozent bei 39 Mio. Euro Umsatz im Wohnungsbau. Im Wirtschaftsbau Hessen erreichte der Umsatz 458 Millionen Euro und verfehlte damit das Vorjahresergebnis um 5,5 Prozent. In Thüringen ging der Umsatz im Wirtschaftsbau um 23,7 Prozent auf 129 Mio. Euro zurück

Die Zahl der Beschäftigten blieb in Hessen mit 35.946 (minus 0,1 Prozent) und Thüringen mit 14.323 (minus 0,6 Prozent) relativ stabil.

„Die Bauwirtschaft in Hessen und Thüringen ist bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen, aber wir befürchten nun, dass durch ausbleibende Investitionen der öffentlichen Hand eine nachhaltige Bau-Krise entsteht“, schätzt Burkhard Siebert ein. „Das Bauhauptgewerbe in Hessen und Thüringen durchlebt gegenwärtig eine schwierige Phase. Und der Konjunkturmotor Bau droht jetzt durch explodierende Preise bei Baumaterialien und durch Lieferengpässe noch spürbarer ins Stocken zu geraten. Wir benötigen schnell Rahmenbedingungen, die zu einer raschen gesamtwirtschaftlichen Belebung führen.“

Pressemitteilung: Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.