26. Oktober 2021

BIM Nutzung im Ländervergleich: Die Schweiz im Mittelfeld

In einem europaweiten Vergleich zeigen sich grosse Unterschiede bei der Implementierung und Nutzung der BIM-Technologie. Deutlich an der Spitze liegt Grossbritannien – die Schweiz kämpft im Mittelfeld um den Anschluss.

Zürich (pm) – Seit 2018 ist die Nutzung von BIM (Building Information Modeling) in der Schweiz auf der Agenda der Strategie „Digitale Schweiz“. Danach soll BIM ab 2021 vom Bund und bundesnahen Betrieben bei Immobilien verpflichtend genutzt werden. Ab 2025 gilt das dann zusätzlich für Infrastrukturanlagent.

Bei der tatsächlichen Nutzung von BIM liegt die Schweiz im unteren Mittelfeld, wie ein europaweiter Vergleich von Digitalisierungsexperte PlanRadar zeigte. Obwohl 2015 bereits die ersten Bauvorhaben und unter Einsatz von BIM in der Schweiz verwirklicht wurden und erste Kontaktpunkte mit der Technologie schon in den Jahren davor bestanden, nutzen aktuell lediglich 20 Prozent der Bauunternehmen BIM regelmässig. Insgesamt haben aber bereits zwei Drittel der Unternehmen im Bausektor bereits einmal mit BIM gearbeitet. Der Grossteil dieser Unternehmen befindet sich im Bereich Planung und Architektur. Von diesen haben etwa 70% bereits mit BIM an Projekten mitgewirkt.

Fragmentierung erschwert einheitliche Arbeitsmethoden

Digitale Lösungen setzen sich in verschiedenen Phasen der Projektplanung im Bau- und Immobilienwesen in den letzten Jahren immer stärker durch. PlanRadar warf einen Blick auf den aktuellen Stand der Forschung, analysierte öffentliche Dokumente und führte Interviews durch, um den Status Quo in der Entwicklung und Implementierung von BIM in der DACH-Region, Grossbritannien, Frankreich, Kroatien, Polen und Russland darzustellen. Laut dem durchgeführten Vergleich ist die Technologie zwar stark im Vormarsch, einzelne Länder weisen bei der Nutzung jedoch grosse Unterschiede auf. Unangefochten an der Spitze der Entwicklung und Implementierung von BIM-Technologien befindet sich Grossbritannien, wo rund 80 % der Unternehmen im Bausektor diese nutzen. Für die geringe Nutzung in der Schweiz sieht Rudi Pistora, BIM-Experte von PlanRadar, verschiedene Gründe. „Als ein wesentlicher Aspekt gilt, dass die Schweiz kulturell bedingt sehr fragmentiert ist. Entsprechend gibt es bei Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden viele unterschiedliche Herangehensweisen. Das erschwert die Durchsetzung einheitlicher Arbeitsmethoden.“

Insgesamt lässt sich festhalten, dass BIM im europäischen Bauwesen noch nicht sein volles Potenzial erreicht hat. Während Grossbritannien aktuell bei der Entwicklung und Implementation von BIM führend ist, sind es vor allem andere grossen Länder wie Deutschland oder Russland, die bei der Adoption und der Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen in den letzten Jahren grosse Sprünge verzeichnet haben.

Pressemitteilung: PlanRadar GmbH