Süssen (pm) – Das Wohnhochhaus „Grünblick“ verbindet gekonnt Nachhaltigkeit, hohe Wohnqualität und ansprechende Ästhetik. So planten die Verantwortlichen in dem Gebäude mehrere Gemeinschaftsflächen, unter anderem eine Sauna mit Panorama-Blick sowie ein Outdoorpool auf dem Dach und andere Annehmlichkeiten ein. Dabei war es ihnen wichtig, auch architektonische Details ansprechend zu gestalten. Besonders sichtbar wird dies an den Unterseiten der Balkone und deren Brüstungen. Diese bestehen aus gefärbtem Beton, der mit Schalungsmatrizen von NOE-Betongestaltung strukturiert wurde.
Das Wohnhochhaus „Grünblick“ liegt im Viertel Zwei – einem wichtigen Wiener Stadtentwicklungsgebiet – und ist mit dem ÖGNI-Gold-Zertifikat ausgezeichnet. Es steht für eine gelungene Verbindung aus nachhaltigem Bauen, exklusivem Wohnen und einer ansprechenden Fassadengestaltung. Das 90 m hohe Gebäude verfügt über eine Bruttogeschossfläche von über 51.000 m² und einer dreigeschossigen Tiefgarage. Auf insgesamt 28 oberirdischen Stockwerken sind 340 Eigentumswohnungen untergebracht. Zur Auswahl stehen Einheiten mit 1,5 bis fünf Zimmer und einer Fläche von rund 44 m² bis 134 m². Alle Appartements sind hochwertig ausgestattet. Im Erdgeschoss befinden sich ein Concierge-Service sowie fünf Gewerbeeinheiten. Das Highlight des Projekts befindet sich jedoch auf dem Dach. Denn dort stehen den Bewohnern neben einer eindrucksvollen Aussicht ein Diningroom mit Terrasse sowie ein Wellnessareal mit Pool, Fitnessbereich und Sauna zur Verfügung. Das Bauunternehmen STRABAG setzte das Projekt als Generalunternehmer um. Seine Mitarbeiter übernahmen die schlüsselfertige Errichtung des Wohnhochhauses und steuerten sämtliche baulichen Leistungen.
Entwurf
Der Entwurf des Hochhauses wurde vom Büro Mario Cucinella Architects aus Bologna entwickelt, das einen Realisierungswettbewerb unter zehn eingeladenen Büros für sich entschied. Prägend für die Architektur des Gebäudes sind versetzt angeordnete Geschossdecken, aus denen die ebenfalls versetzt positionierten Balkone hervorgehen. Diese zeichnen sich durch eine Besonderheit aus: Ihre Unterseite und Brüstungen wurden aus eingefärbtem Beton hergestellt, dessen Oberfläche mithilfe von Schalungsmatrizen strukturiert ist. Bei der Frage, welcher Hersteller die Matrizen hierfür liefern sollte, fiel die Wahl von Anfang auf NOE-Betongestaltung. STRABAG hatte bereits bei einem anderen Projekt mit dem Unternehmen zusammengearbeitet. Dabei waren die Baubeteiligten sowohl mit den Matrizen als auch der damit verbundenen Dienstleistung äußerst zufrieden. Bei den Matrizen des Unternehmens handelt es sich um PU-Matten, die mit annähernd jedem beliebigen Relief versehen werden können. Sie sind auf der Rückseite mit einem Fasergewebe ausgestattet, das ihre Maßgenauigkeit erhöht. Dies ist vor allem bei Temperaturschwankungen wichtig und wenn die Matrizen mehrfach verwendet werden. Denn je nach Struktur lassen sie sich bis zu 100-mal nutzen. Das senkt die Kosten mit jeder Anwendung. Um das gewünschte Motiv in die Betonoberfläche zu übertragen, genügt es, die Strukturmatten rutschsicher in der Schalung zu fixieren. Anschließend kann der Beton eingefüllt werden. Nachdem dieser ausgehärtet ist, lässt sich die Gießform entnehmen und die gewünschte Oberflächenstruktur wird sichtbar. Die Matrizen von NOE eignen sich sowohl für den Einsatz im Betonfertigteilwerk als auch auf der Baustelle. Beide Anwendungsvarianten kamen beim Grünblick zum Einsatz: Bei den größeren Balkonen, d. h. bei den Gebäudeecken, legten die Verantwortlichen die Matrizen auf der Baustelle direkt in die Schalung und füllten den Beton ein. In allen anderen Fällen wurden von dem Betonfertigteilwerk Rauter – einem Spezialisten für Sichtbetonflächen – zunächst 6 cm dicke Elementdecken erstellt. Diese kamen dann auf der Baustelle als verlorene Schalung zum Einsatz. Gemeinsam mit ihnen wurden auch die Brüstungen montiert, welche durch Ortbeton ergänzt und statisch verbunden wurden.
Gestalteter Beton für Balkone: Balkonunterseiten und Brüstungen
Hinsichtlich des Erscheinungsbildes des Betons hatten die Planer sehr genaue Vorstellungen. Sie gaben einen terrakottaähnlichen Farbton vor. Um diesen zu erreichen, erstellte das Fertigteilwerk mithilfe von Weißzement und Pigmenten unterschiedliche Farbmuster. Anschließend stimmten die Baubeteiligten die Ergebnisse ab und ermittelten so die Betonrezeptur. Ebenso sorgfältig fiel die Wahl der Oberflächenstruktur aus, die der Beton erhalten sollte. Als Grundlage diente das NOE-Standardsortiment mit über 180 Designvorlagen. Aus diesem wählten die Planer eine aus. Auch hier wurden Musterplatten gefertigt. Allerdings entsprachen deren Oberflächenstrukturen nicht den Vorstellungen der Planer. Aus diesem Grund wurde das Standarddesign modifiziert. Damit wurde dann das gewünschte Ergebnis erzielt. Möglich ist dies nur, weil NOE neben seiner umfangreichen Auswahl an Standardmotiven auch die Möglichkeit bietet, individuelle Wünsche zu realisieren. Nachdem die wichtigsten Parameter wie Betonrezeptur und Oberflächenstruktur geklärt waren, erstellte STRABAG ein ca. 6 x 5 m Mock-up. Es wurde mehrere Wochen der Witterung ausgesetzt, wodurch auch eventuelle Farbveränderungen überprüft werden konnten. Wichtig war hierbei, dass alle Balkonunterseiten der 340 Wohnungen immer eine ähnliche Farbgebung und Oberflächenwirkung hatten. Diese große Herausforderung haben die Baubeteiligten gemeistert, vor allem dank ihrer guten Zusammenarbeit. Sowohl die Mitarbeiter der STRABAG als auch die des Betonfertigteilwerks Rauter hoben das Engagement von NOE bei dem Projekt lobend hervor.
Quelle: NOE Betongestaltung GmbH, Text: Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany