Monheim am Rhein (pm) – Die internationale Jury des «best architects 27 award» hat ihre Entscheidung getroffen. Aus knapp 400 Einreichungen zeichnete sie 80 Projekte mit dem Label «best architects 27» aus. 12 Projekte erhielten mit «best architects 27 in Gold» die höchste Auszeichnung des Wettbewerbs. Prämiert wurden Arbeiten, die sich durch konzeptionelle Klarheit, hohe architektonische Qualität und einen verantwortungsvollen Umgang mit den ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit auszeichnen. Sie zeigen, wie Architektur über die reine Erfüllung funktionaler Anforderungen hinaus einen Mehrwert für unsere gebaute Umwelt schaffen kann.
Die ausgezeichneten Projekte aus den Bereichen Wohnen, Bildung, Kultur, Arbeiten, Sport sowie Umbau und Transformation stehen exemplarisch für eine Baukultur, die Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und gesellschaftliche Verantwortung mit hohem gestalterischem Anspruch verbindet. Besonders die Vielzahl an Einreichungen in den Kategorien «Umbauten und Erweiterungen» sowie «Wohnungsbau Mehrfamilienhäuser» verdeutlicht die wachsende Bedeutung zukunftsfähiger Strategien im Umgang mit dem Bestand und bei der Schaffung qualitätsvollen Wohnraums.
Die prämierten Arbeiten spiegeln die Vielfalt der europäischen Architekturkultur wider und zeigen regional geprägte Antworten auf aktuelle Planungs- und Bauaufgaben. Für die Jury waren neben der architektonischen Qualität vor allem die Kraft der Idee, die überzeugende Haltung und die Angemessenheit der jeweiligen Lösung entscheidend.
Einblicke in die Juryarbeit
von Christian Weyell (Weyell Zipse Architekten, Basel, CH),
Mitglied der Jury «best architects 27 award»
Als Architektinnen und Architekten können wir einen wesentlichen Beitrag zum Wandel hin zu einer ressourcenschonenden und klimaneutralen Bauweise leisten. Gleichzeitig steht unsere Disziplin unter Druck. Das Bauen wird immer komplexer, spezialisierte Fachdisziplinen übernehmen Aufgaben, die früher selbstverständlich zum Tätigkeitsfeld der Architektur gehörten. Die Generalisten-Rolle der Architektin und des Architekten wird dadurch zunehmend infrage gestellt.
Architektur entsteht jedoch nicht allein aus technischen Lösungen, sondern aus Ideen, die unterschiedliche Anforderungen zusammenführen und in eine räumliche Vision übersetzen. Die prämierten Projekte zeigen eindrücklich, dass gute Ideen – konsequent verfolgt und sorgfältig umgesetzt – einen Unterschied machen können.
Mehrwert durch Haltung
Als Jury suchten wir nach Arbeiten, die die vielfältigen Anforderungen an ein Architekturprojekt nicht nur erfüllen, sondern darüber hinaus eine Haltung erkennen lassen. Nach Projekten, die einen Mehrwert schaffen – sei es durch einen sensiblen Umgang mit dem Bestand, innovative Typologien, soziale Qualitäten oder einen intelligenten Umgang mit knappen Ressourcen und Budgets. Nicht Perfektion war entscheidend, sondern die Fähigkeit, aus den jeweiligen Rahmenbedingungen etwas Besonderes zu entwickeln.
Die Gewinner des «best architects 27» in Gold
Kategorie Umbauten und Erweiterungen
Der umgekehrte Bauernhof – BARD YERSIN architects (Romont, CH)
«Der umgekehrte Bauernhof» überzeugt durch die sorgfältige Transformation eines historischen Bauernhauses, die Bestandserhalt, neue Wohnformen und den respektvollen Umgang mit Landschaft und Ressourcen beispielhaft miteinander verbindet.
Nollet · vom Parkhaus zum sozialen Wohnungsbau – NZI Architectes (Paris, FR)
Mit der beispielhaften Transformation eines ehemaligen Parkhauses schafft das Projekt qualitätsvollen sozialen Wohnraum und zeigt eindrucksvoll, wie zirkuläres Weiterbauen, ressourcenschonende Konstruktion und mutige städtebauliche Vision zu einem zukunftsweisenden Wohnmodell verschmelzen.
Verdichtung und Umnutzung im Handwerkerviertel Les Bosquets in Vevey, Phase 2
Rapin Saiz Architectes (Vevey, CH)
Das Projekt zeigt, wie Verdichtung und Umnutzung mit großer Selbstverständlichkeit gelingen können und durch präzise Eingriffe aus einem unscheinbaren Bestandsbau ein architektonisch überzeugendes Ganzes entsteht.
Kategorie Wohnungsbau Mehrfamilienhäuser
Landschaft als Materie – Atelier Martel (Paris, FR)
«Landschaft als Materie» verbindet ausdrucksstarke Materialität, wirtschaftliche Bauweise und hochwertige Wohnräume zu einem beispielhaften Beitrag für den zeitgenössischen sozialen Wohnungsbau.
Haus zwischen Scheiben – Atelier NU (Zürich, CH)
Das Projekt «Haus zwischen Scheiben» überzeugt mit einer präzise entwickelten Gebäudestruktur, die hinter einer zurückhaltenden Erscheinung überraschend vielschichtige, flexible und atmosphärische Wohnräume entstehen lässt.
Wohnhaus Milchbuck – EMI Architekt*innen (Zürich, CH)
Das «Wohnhaus Milchbuck» macht den bestehenden Baumbestand zum prägenden Entwurfselement und verbindet auf beispielhafte Weise innerstädtische Verdichtung mit aussergewöhnlicher Wohnqualität.
Apostelhof – Studio Salvi Weber (Wien, AT)
Der «Apostelhof» zeigt beispielhaft, wie die behutsame Transformation eines heterogenen Bestands vielfältige Wohnqualitäten schafft und das Potenzial des Weiterbauens im Bestand neu auslotet.
Kategorie Büro- und Verwaltungsbauten
ZERO. – Riehle Koeth (Stuttgart, D)
Das Projekt «ZERO.» überzeugt durch die konsequente Verbindung von zirkulärer Konstruktion, architektonischer Eigenständigkeit und hoher räumlicher sowie energetischer Qualität.
Kategorie Bildungsbauten
Frog School – MoDusArchitects (Brixen, IT)
Mit der behutsamen Transformation des Bestands schafft die «Frog School» eine offene Lernlandschaft, die zeitgemäße Pädagogik, räumliche Flexibilität und eine starke Identität für Schule und Öffentlichkeit vereint.
Kategorie Öffentliche Bauten
Resonanzzentrum Peter Roth – Graber Pulver mit Martina Hauser (Zürich, CH)
Das «Resonanzzentrum Peter Roth» verbindet regionale Bautradition, zeitgenössische Architektur und kulturelle Identität zu einem ebenso präzisen wie poetischen Gesamtkunstwerk.
Sport- und Kulturzentrum in Ljungby – Hermansson Hiller Lundberg Arkitekter (Stockholm, SWE)
Mit einer klaren architektonischen Haltung und präzise eingesetzten Mitteln verwandelt das «Sport- und Kulturzentrum in Ljungby» eine funktionale Bauaufgabe in einen identitätsstiftenden öffentlichen Treffpunkt.
Schiebetürenpavillon – Piertzovanis Toews (Basel, CH)
Der «Schiebetürenpavillon» zeigt beispielhaft, wie partizipative Planung, ressourcenschonendes Bauen und eine eigenständige architektonische Sprache mit einfachen Mitteln einen identitätsstiftenden Ort schaffen.
Alle prämierten Projekte sind unter www.bestarchitects.de zu sehen.
Quelle: best architects 27 Award / zinnobergruen gmbh