Lübeck (pm) – Die jüngsten Zinsentscheide verliefen ohne Überraschungen – dem muss aber in den kommenden Monaten nicht so bleiben. Der mögliche Kandidat für den Posten des Fed-Chefs, Kevin Warsh, sorgt aktuell für großes Rätselraten über den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Sitzung Anfang Februar den Leitzins zum fünften Mal in Folge bei 2,0 % belassen. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund, dass die Inflation in der Eurozone im Januar um 1,7 % zum Vorjahr zulegte und sich damit leicht unter dem von der EZB angestrebten Wert von 2,0 % bewegt. Rückläufige Energiepreise und eine insgesamt verhaltene Preisentwicklung bei Dienstleistungen und Industriegütern haben zu dieser Entspannung beigetragen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte jedoch, dass das globale politische Umfeld und die Wechselkursentwicklung weiterhin Unsicherheit in die Inflationsprognosen bringen.
Parallel dazu zeigte sich die Federal Reserve (Fed) zurückhaltend: Der US-Leitzins verharrte zuletzt unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Teile des Markts erwarten zwar im Jahresverlauf Zinssenkungen in den USA, doch politische Diskussionen um die Ernennung des nächsten Fed-Vorsitzenden sowie fiskalpolitische Entwicklungen sorgen für Volatilität an den internationalen Finanzmärkten. Eine starke Euro-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar dämpft importierte Preissteigerungen und trägt somit zusätzlich zum gegenwärtig niedrigen Inflationsdruck im Euroraum bei.
Entwicklung der Bestzinsen für Baufinanzierungen und Empfehlung für potenzielle Finanzierungskunden:
„Vor dem skizzierten geldpolitischen Hintergrund bewegt sich das Zinsumfeld in Deutschland aktuell in einer engen Range“, kommentiert Antonio Skoro, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, den Verlauf der Baufinanzierungszinsen. „Bestzinsen für zehnjährige Zinsbindungen bewegen sich derzeit um 3,4 %, für fünfzehnjährige Zinsbindungen um 3,7 %. Seit Jahresbeginn haben sich langfristige Swap-Sätze immer mal wieder leicht rückläufig entwickelt. Eine Tendenz, die sich ebenfalls an sehr leicht gesunkenen Baufinanzierungszinsen erkennen lässt.“
Auf Basis der erwähnten Fakten rechnet Qualitypool kurzfristig mit einem Seitwärtstrend der Bauzinsen. Die mittelfristige Entwicklung ist aus Sicht Skoros schwerer abzusehen: „Die gedämpfte Inflationsdynamik im Euroraum könnte die Kapitalmarktrenditen und auch die Finanzierungskonditionen weiter drücken. Sollte sich der Euro gegenüber dem Dollar weiter stärken, erhöht sich der Druck auf die EZB, die Zinsen langfristig niedrig zu halten oder zu senken. Demgegenüber können geopolitische Schocks, eine extreme Geldpolitik der Fed oder steigende Risikoaufschläge an den Anleihemärkten zu temporären Zinsanstiegen führen.“
Bau- und Kaufinteressenten empfiehlt Qualitypool, kurzfristig Angebote zu prüfen und bei Planungsbedarf eine angemessene Zinsbindung zu wählen. Flexiblen Kunden, die Zinssenkungen abwarten können, rät Qualitypool zu einer engen Marktbeobachtung: Sollten sich Anzeichen für Senkungen verdichten, können sich in den kommenden Monaten günstigere Konditionen ergeben.
„Die erneute Zinspause der EZB und die niedrige Inflation in der Eurozone könnten etwas Spielraum für moderate Entlastungen bei den Bauzinsen ermöglichen. Gleichzeitig bleiben die Währungsentwicklung und die Fed-Politik wesentliche und zugleich schwer kalkulierbare Einflussfaktoren“, ergänzt der Qualitypool-Geschäftsführer.
Tendenz
- Kurzfristig: Seitwärts
- Langfristig: Stabil bis leicht steigend
Quelle: Qualitypool GmbH