1. Oktober 2022

Bauwirtschaft überrascht von guter Baunachfrage im Monat März

Verband warnt: Politik sollte den Konjunkturmotor nicht abwürgen

Stuttgart (pm) – Entgegen allgemeiner Befürchtungen gab es im März trotz der unerwartet starken Auswirkungen des Ukrainekriegs auf das Baugeschehen hierzulande keine signifikanten Nachfragerückgänge. Im Gegenteil: Mit Ausnahme vom Wirtschaftshochbau verzeichnete die baden-württembergische Bauwirtschaft gegen Ende des ersten Quartals durchweg zweistellige Zuwächse bei den Auftragseingängen – obgleich die Branche mit enormen Lieferengpässen und gewaltigen Preissprüngen bei Baumaterialien zu kämpfen hatte. Über alle Bausparten hinweg stieg die Nachfrage im März um 23,1 %. Bei den Umsätzen gab es im selben Monat ein Plus von 8,9 %. Lediglich der öffentliche Hochbau sowie der sonstige Tiefbau rutschten umsatzmäßig ins Minus. Die Zahl der Beschäftigten legte im ersten Quartal 2022 im Vorjahresvergleich um 2,1 % zu.

Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, zeigte sich erfreut über die unerwartet positive Entwicklung auf dem Bau: „Der Bedarf an Bauleistungen scheint ungebrochen. Sowohl im Wohnungsbau als auch im Infrastrukturbau ist die Nachfrage nach Bauleistungen unvermindert hoch. Und das, obgleich die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Baustoffen und die extreme Preisentwicklung der letzten Monate nicht nur die Bauunternehmen, sondern letztlich auch die Auftraggeber treffen. Einmal mehr erweist sich der Bau als starke, gesunde Branche und darf sich auf keinen Fall anstecken lassen von kontraproduktiven wirtschaftspolitischen Einflüssen.“

Als Beispiel nennt Möller die immer neuen energetischen Anforderungen, die von den Bauherren mittlerweile schlichtweg nicht mehr finanziert werden könnten. Er appelliert deshalb an die Politik, bei bautechnischen Vorgaben mit mehr Augenmaß vorzugehen und zugleich genügend Fördermittel bereitzustellen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die momentan gut laufende Baukonjunktur im Südwesten schnell wieder abgewürgt wird.

Pressemitteilung: Bauwirtschaft Baden-Württemberg