26. Oktober 2021

Bauindustrie Ost: Halbjahresumsatz im Minus

Leipzig (pm) – Im ersten Halbjahr 2021 verfehlte die die Bautätigkeit in Ostdeutschland die Vorjahresergebnisse, während die Nachfrage nach Bauleistungen insgesamt leicht über der von 2020 lag. „In den Halbjahresergebnissen zeigte sich im ostdeutschen Bauhauptgewerbe eine leichte Belebung der Baunachfrage in Form gestiegener Neuaufträge, wobei jedoch deutliche regionale Unterschiede auftraten“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V. (BIVO) nach Bekanntgabe der Juniergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Bundesamt. „Die Bautätigkeit wurde im ersten Halbjahr vor allem negativ beeinflusst durch den starken Wintereinbruch, Corona sowie die anhaltende Materialknappheit“, merkte Momberg an.

Umsatz: Alle Bausparten noch im Minus

Das Bauhauptgewerbe in Ostdeutschland erzielte zwischen Januar und Juni 2021 Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 8,4 Mrd. Euro. Im Vorjahresvergleich bedeutete das ein Minus von 4,1 Prozent. Mit einem Umsatzaufkommen von 1,9 Mrd. Euro verzeichnete dabei der Wohnungsbau den höchsten Rückgang (-6,7 %). Ihm folgte der Öffentliche Bau, wo sich die Umsatzerlöse auf 2,9 Mrd. Euro beliefen (-3,7 %), darunter im Straßenbau auf 1,2 Mrd. Euro (-4,0 %). Der Wirtschaftsbau verbuchte mit Umsätzen von 3,6 Mrd. Euro ein um 2,9 Prozent schlechteres Ergebnis als 2020.

Auftragseingang: Wohnungsbau und Wirtschaftsbau ziehen an

Das Gesamtauftragsvolumen des ostdeutschen Bauhauptgewerbes betrug im ersten Halbjahr 2021 rd. 8,8 Mrd. Euro, das waren 3,5 Prozent mehr als 2020. Der Nachfrageanstieg erfasste jedoch nicht alle Bausparten. Im Öffentlichen Bau wurde mit einem Auftragsvolumen von knapp 3,3 Mrd. Euro ein um 6,1 Prozent schlechteres Ergebnis verzeichnet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das betraf alle Segmente mit Ausnahme des Straßenbaus. Hier lagen die Bestellungen mit 1,5 Mrd. Euro um 1,0 Prozent über dem Vorjahr. Im Wohnungsbau erreichten die Order 1,8 Mrd. Euro und waren damit um 13,5 Prozent höher als 2020. Im Wirtschaftsbau belief sich der Auftragseingang auf 3,8 Mrd. Euro und verbesserte damit ebenfalls sein Vorjahresergebnis (+0,5 %). „Die Nachfrageentwicklung im Öffentlichen Bau verläuft momentan diametral entgegengesetzt zum tatsächlichen Baubedarf“, kritisierte Momberg das Vergabeverhalten der Öffentlichen Hand.

Verbandsgebiet 1. Halbjahr 2021

Berlin

Der Umsatz des Berliner Bauhauptgewerbes erreichte im Zeitraum Januar bis Juni 2021 rd. 1,6 Mrd. Euro. Gegenüber 2021 war das ein Minus von 6,7 Prozent. Lediglich im Öffentlichen Bau wurde mit 329,8 Mio. Euro Umsatzwachstum erzielt (+5,3 %), wobei die Entwicklung im Straßenbau bei einem Volumen von 121,6 Mio. Euro deutlich negativ verlief (‑17,4 %). Sowohl der Wirtschaftsbau, hier vermeldete das Bauhauptgewerbe Erlöse von 552,5 Mio. Euro (-9,9 %), als auch der Wohnungsbau, wo der Umsatz 691,4 Mio. Euro betrug (-9,0 %), verfehlten die Vergleichswerte von 2020 ebenfalls erheblich.

Das Auftragsvolumen der Unternehmen des Berliner Bauhauptgewerbes belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf knapp 1,6 Mrd. Euro. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Zunahme um 17,2 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Wohnungsbau. Hier stieg der Auftragseingang auf 626,6 Mio. Euro an (+22,3 %). Der Wirtschaftsbau vermeldete Bestellungen im Wert von 583,7 Mio. Euro und damit eine Steigerung um 15,9 Prozent. Im Öffentlichen Bau wurden Aufträge in Höhe von 344,0 Mio. Euro registriert (+10,8 %), darunter im Straßenbau 170,1 Mio. Euro (+21,9 %).

Brandenburg

Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf 1,5 Mrd. Euro und war damit kaum höher als im Jahr zuvor (+0,3 %). Wachstum verzeichnete lediglich der Wirtschaftsbau. Hier wurden Erlöse in Höhe von 676,5 Mio. Euro erzielt (+9,5 %). Im Wohnungsbau erreichte das Umsatzaufkommen 426,8 Mio. Euro und verfehlte damit den Vergleichswert von 2020 um 8,5 Prozent. Im Öffentlichen Bau betrug der Umsatz 436,7 Mio. Euro (-3,2 %), darunter im Straßenbau 221,8 Mio. Euro (+5,8 %).

In Brandenburg verzeichneten die Unternehmen des Bauhauptgewerbes im ersten Halbjahr 2021 ein Auftragsvolumen von 1,4 Mrd. Euro. Im Vergleich mit 2020 war das ein Plus von 8,1 Prozent. Am dynamischsten verlief die Entwicklung im Wirtschaftsbau. Der Auftragseingang erhöhte sich in diesem Segment in Bezug zum Vorjahr um 13,3 Prozent auf 588,9 Mio.  Euro. Ebenfalls deutlich positiv gestaltete sich die Nachfrage im Wohnungsbau, wo mit Bestellungen im Wert von 305,0 Mio. Euro ein Zuwachs von 11,6 Prozent verzeichnet wurde. Der Öffentliche Bau überstieg mit einem Auftragsvolumen von 490,6 Mio. Euro sein Vorjahresergebnis nur knapp (+0,5 %), wobei der Straßenbau mit Aufträgen in Höhe von 288,9 Mio. Euro eine Ausnahme bildete (+16,6 %).

Sachsen

Der Umsatz des Bauhauptgewerbes belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf 2,6 Mrd. Euro und war damit etwas niedriger als 2020 (-0,5 %). Zurückzuführen war das auf eine stark negative Entwicklung im Öffentlichen Bau. Mit Erlösen von 938,4 Mio. Euro wurde hier das Vorjahresergebnis um 7,1 Prozent unterschritten. Dabei machte der Straßenbau keine Ausnahme. Die Order gingen hier um 6,7 Prozent auf 396,0 Mio. Euro zurück. Im Wohnungsbau erhöhten sich dagegen die Umsätze um 11,6 Prozent auf 372,5 Mio. Euro. Auch im Wirtschaftsbau wurde mit Erlösen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro ein besseres Ergebnis erzielt als im Jahr zuvor (+1,7 %).

Im ersten Halbjahr 2021 verzeichnete das Bauhauptgewerbe einen Gesamtauftragseingang im Wert von rd. 2,8 Mrd. Euro. Das waren lediglich 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein erheblicher Rückgang bei der Nachfrage nach Bauleistungen war für den Öffentlichen Bau festzustellen. Hier sanken die Bestellungen um 6,1 Prozent auf rd. 1,1 Mrd. Euro. Lediglich im Straßenbau wurde mit einem Auftragseingang von 431,8 Mio. Euro Wachstum registriert (+1,8 %). Einen hohen Zuwachs zum Vorjahreszeitraum verzeichnete der Wohnungsbau. Das Auftragsvolumen erreichte hier 379,6 Mio. Euro (+13,0 %). Auch der Wirtschaftsbau vermeldete mit knapp 1,4 Mrd. Euro Auftragswert ein positives Ergebnis (+2,8 %).

Sachsen-Anhalt

Der Umsatz erreichte im ersten Halbjahr 2021 einen Gesamtumfang von 1,0 Mrd. Euro und lag damit um 6,4 Prozent unter dem von 2020. Gewachsen sind lediglich die Erlöse im Öffentlichen Bau. Das Ergebnis lautete hier auf 420,0 Mio. Euro (+3,1 %). Der Straßenbau überstieg mit einem Volumen von 200,9 Mio. Euro seinen Vorjahreswert um 0,8 Prozent. Im Wirtschaftsbau wurde das Ergebnis von 2020 mit Umsätzen von 468,6 Mio. Euro um 13,8 Prozent, im Wohnungsbau bei 151,7 Mio. Euro um 5,2 Prozent verfehlt.

Im ersten Halbjahr 2021 verzeichnet das Bauhauptgewerbe eine positive Entwicklung beim Gesamtauftragseingang. Insgesamt belief sich dieser auf 1,2 Mrd. Euro, was im Vorjahresvergleich einem Plus von 5,0 Prozent entsprach. Den stärksten Zuwachs verzeichnete bei einem Auftragswert von 534,9 Mio. Euro der Wirtschaftsbau (+8,9 %). Ihm folgte der Wohnungsbau mit Aufträgen von 141,7 Mio. Euro (+7,1 %). Im Öffentlichen Bau betrug der Auftragseingang 522,2 Mio. Euro (+0,7 %), dabei im Straßenbau 279,0 Mio. Euro (-9,6 %).

Pressemitteilung: Bauindustrieverband Ost e. V.