22. Februar 2026

Bauindustrie Hessen: „Keine Dynamik im öffentlichen Bau!“

Wiesbaden (pm) – Anlässlich der Jahressauftaktveranstaltung 2026 der Hessischen Bauindustrie am 15. Januar in Frankfurt erklärt Jochen Wachenfeld-Teschner, Präsident des Verbandes (BIV): „Die hessische Bauwirtschaft ist ein verlässlicher Arbeitgeber für gut 33.000 Beschäftigte und mit einem Umsatz von etwa neun Milliarden Euro jährlich ein Grundpfeiler der Volkswirtschaft im Land. Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind unverzichtbar für die Bewältigung einer Vielzahl unserer gesellschaftlichen Herausforderungen wie Gestaltung der Verkehrs- und Energiewende, Wohnungsbau und Brückensanierungen. Aber in Hessen ist die Bauproduktion real rückläufig. Die geleisteten Arbeitsstunden lagen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 2,4 Prozent unter dem bereits relativ niedrigen Vergleichszeitraum 2024. Die aussagekräftigste Zahl ist die Auftragslage. Die sieht zwar insgesamt gut aus: plus 9,6 Prozent von Januar bis Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, aber dieses Ergebnis ist allein dem Wirtschaftsbau zu verdanken: dort mit einem Plus von 40 Prozent. Vom öffentlichen Bau geht in Hessen überhaupt keine Dynamik mehr aus: minus 12,6 Prozent, davon der Straßenbau minus 17 Prozent, der öffentliche Hochbau sogar minus 29,7 Prozent. Der Wohnungsbau bleibt ebenfalls im Minus: 3,7 Prozent. Wir sind hier weit hinter den ambitionierten Zielstellungen der Politik und vor allem den realen Erfordernissen zurück. Im Bereich des Neubaus wurden von Januar bis einschließlich Juni 2025 in Hessen insgesamt 6.246 Wohnungen genehmigt. Das waren 1,9 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2024. Insgesamt wurden 2.102 neue Wohn- und Nichtwohngebäude im ersten Halbjahr 2025 genehmigt. Das waren 4,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2024″, so der BIV-Präsident: „Das Jahr 2025 war für den Bau leider ein verlorenes Jahr, die Umsetzung des Sondervermögens hat viel zu lange gedauert und vor allem ist das Sondervermögen zu einer Mogelpackung geworden, weil Investitionen aus dem regulären Haushalten durch das Sondervermögen substituiert wurden, das gilt besonders für die DB AG.“

Quelle: Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.