4. September 2026

Baugenehmigungen in Hessen steigen leicht

Frankfurt (pm) – Die vom Hessischen Statistischen Landesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen: Eine Erholung des Wohnungsbaus ist nicht in Sicht. Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e. V. (VbU) weist darauf hin, dass das Baujahr 2026 bisher hinter den Erwartungen der Branche zurückbleibt. Von Januar bis Juni 2026 wurden in Hessen 8.025 Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

„Die Baugenehmigungszahlen sind für uns ein wichtiger Maßstab, um die wirtschaftliche Entwicklung der Bauwirtschaft abzuschätzen. Denn aus den Genehmigungen werden im Idealfall Aufträge. Nach drei besonders schlechten Jahren im Wohnungsbau ist der Anstieg zwar begrüßenswert, aber kein großer Grund zur Freude“, ordnet Thomas Reimann, Präsident des Verbands, die Zahlen ein.

Die Betrachtung der Zahlen allein gibt kein umfassendes Bild der Situation wieder, denn Genehmigungen führen nicht zwangsläufig zu fertigen Wohnungen. Verschlechtern sich die finanziellen Rahmenbedingungen, werden Aufträge storniert oder zurückgestellt. So hatten zuletzt etwa die niedrigen Pegelstände der Flüsse Auswirkungen auf Lieferketten und Preise.

„Wenn Menschen beispielsweise durch politische Entscheidungen wieder Vertrauen in die Investitionen fassen, spiegelt sich das auch in steigenden Genehmigungszahlen wider“, so Reimann weiter. „Ein Genehmigungsantrag signalisiert die Bereitschaft, ein Vorhaben unter den aktuellen Marktbedingungen und Anreizen anzugehen. Es zeigt sich also, ob politische Reformen an der richtigen Stelle ansetzen.“

Die Baupakete I und II, die im Rahmen der Kommission „Innovation im Bau“ unter Führung des Hessischen Wirtschaftsministeriums erarbeitet wurden, sind ein erster Reformansatz für einfacheres und günstigeres Bauen. Für eine nachhaltige Belebung braucht es zusätzliche Reformen auf Bundesebene.

Quelle: Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.