10. Juni 2026

Baugenehmigungen für Wohnungen im März 2026: +11,5 % zum Vorjahresmonat – Kommentare

Wiesbaden (pm) – Im März 2026 wurde in Deutschland der Bau von 21.800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 11,5 % oder 2.200 Baugenehmigungen mehr als im März 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 8,2 % oder 1.300 auf 17.600. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 28,0 % oder 900 auf 4.200.

Januar bis März 2026: Aufwärtstrend bei neuen Wohngebäuden hält an

Im Zeitraum von Januar bis März 2026 wurde in Deutschland der Bau von 63 500 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 14,6 % oder 8 100 Wohnungen mehr als von Januar bis März 2025.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis März 2026 insgesamt 51 700 Wohnungen genehmigt, das waren 14,0 % oder 6 300 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 13,7 % (+1 500) auf 12 100. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 23,2 % (+700) auf 3 600 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 33 100 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 14,9 % (+4 300) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen ging dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 % (-100) auf 2 800 Wohnungen zurück.

In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis März 2026 insgesamt 1 400 Wohnungen (+73,7 %; +600) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis März 2026 insgesamt 10 500 Wohnungen genehmigt, das waren 12,3 % oder 1 200 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.

Quelle: DESTATIS | Statistisches Bundesamt

Kommentare

Baugenehmigungszahlen Wohnungsbau im Wartezustand – Özkan: „Papier ist geduldig, aber Wohnungen entstehen nur durch verlässliche Rahmenbedingungen

Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Zahlen zu den Baugenehmigungen veröffentlicht. Im März 2026 wurden 21.800 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders entscheidend für den angespannten Wohnungsmarkt: Bei den Mehrfamilienhäusern lag die Entwicklung zwischen Januar bis März 2026 bei + 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Die Zahlen machen auf den ersten Blick Hoffnung, aber Genehmigungen allein bauen noch keine Wohnungen“, erklärt Özkan. „Solange hohe Baukosten, regulatorische Unsicherheiten und fehlende wirtschaftliche Perspektiven Investitionen ausbremsen, wird sich die Wohnungskrise nicht auflösen.“

Die geplante Novelle des Baugesetzbuchs sei zwar ein wichtiger Schritt, werde aber seine Wirkung erst im Jahr 2027 entfalten. „Jetzt kommt es darauf alle zur Verfügung stehenden Vereinfachungen für Planung und Bau von Neubauprojekten zu nutzen. Konsequent, flächendeckend und mit Tempo. Weitere Verzögerungen können wir uns nicht leisten.“

Plattform BuildMap visualisiert erstmals Daten zu Baugenehmigungszahlen

In Ergänzung zu den Zahlen auf Bundesebene hat der ZIA kürzlich die „ZIA‑BuildMap – powered by syte“ vorgestellt, die erstmals Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland auf Landkreisebene visualisiert – übersichtlich, vergleichbar und öffentlich zugänglich.

Die BuildMap bündelt die Daten der amtlichen Statistik und stellt sie vergleichbar dar – etwa Baugenehmigungen je 1.000 Einwohner, regionale Entwicklungen im Zeitverlauf und Cluster mit hoher oder niedriger Genehmigungsdynamik. Ziel ist es, regionale Unterschiede und Engpässe im Wohnungsbau transparent zu machen und eine belastbare Datengrundlage für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit bereitzustellen.

Die BuildMap macht deutlich, dass sich die Wirkung beschleunigter wohnungspolitischer Maßnahmen auf kommunaler Ebene entscheidet. Genehmigungsprozesse bleiben – neben oftmals zu restriktiven Anforderungen – vielerorts der zentrale Engpass.

Kommunen benötigen daher neben politischen Zielsetzungen insbesondere:

  • zusätzliches Fachpersonal,
  • digitales Know-how,
  • standardisierte und vereinfachte Verfahren,
  • sowie organisatorische Unterstützung bei der Umsetzung neuer Beschleunigungsregeln.

„Klar ist: Die Wende im Wohnungsbau wird nicht im Gesetzesblatt entschieden, sondern in den Bauämtern umgesetzt“, so Özkan weiter. „Der ‚Genehmigungs-Turbo‘ kann helfen, muss aber auch konsequent von den Kommunen angewendet werden.“

Mehr zur ZIA-BuildMap unter https://zia-buildmap.de/

Quelle: Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)

„Im März genehmigten die Behörden den Bau von 21 800 Wohnungen, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Genehmigungszahlen steigen weiter, das ist ein ermutigendes Signal. Der Positivtrend des vergangenen Jahres setzt sich fort.
Wir warnen aber ausdrücklich davor, in Euphorie zu verfallen. Wenn wir den Bedarf im Land decken wollen, mussten mindestens 10.000 Genehmigungen zusätzlich reinkommen – und das pro Monat.
Die kürzlich veröffentlichten ifo-Daten zeigen es: Das Geschäftsklima im Wohnungsbau ist im April auf den schlechtesten Wert seit vier Jahren eingebrochen. Jede nicht gebaute Wohnung verschärft die Wohnungskrise. Wir häufen ein immenses Defizit auf, das wir kommenden Generationen hinterlassen.
Lieferketten werden fragiler, Finanzierungskosten bleiben hoch, die geopolitische Unsicherheit verunsichert Bauherren und Investoren. Eine Genehmigung ist noch kein Spatenstich und erst recht keine fertige Wohnung. Bauwillige sind auf verlässliche Rahmenbedingungen und eine langfristige Verstetigung der Förderung angewiesen, damit aus dem Trend echte Wohnungen werden.“

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Positive Signale bei den Baugenehmigungen reichen nicht aus – Geschäftsklima im Wohnungsbau bricht ein

Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baugenehmigungen zeigen für März 2026 eine leichte Aufwärtsbewegung. Bundesweit wurden rund 21.800 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern lag der Zuwachs im ersten Quartal 2026 bei 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Die jetzt genehmigten Projekte stammen überwiegend noch aus einer Phase vor der jüngsten Verschlechterung der Rahmenbedingungen durch steigende Zinsen und erneut höhere Materialkosten. Deshalb ist bei der Bewertung der weiteren Entwicklung große Zurückhaltung angebracht. Die Auswirkungen der neuen Lage werden sich erst in den kommenden Monaten in den Genehmigungszahlen widerspiegeln“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Denn nach Angaben des ifo Instituts verschlechtert sich die wirtschaftliche Stimmung im Wohnungsbau aktuell massiv. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau ist nach der neuesten ifo-Konjunkturumfrage im April 2026 von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte eingebrochen – der stärkste Rückgang seit April 2022. Besonders die Erwartungen der Unternehmen haben sich deutlich eingetrübt.

„Die aktuellen ifo-Zahlen zeigen sehr deutlich: Eine Baugenehmigung bedeutet noch lange keinen Baustart. Viele Unternehmen und Investoren halten sich trotz vorhandener Genehmigungen weiterhin zurück, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu unsicher bleiben“, so Gedaschko weiter.

Hohe Baukosten, komplizierte regulatorische Vorgaben, lange Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie schwierige Finanzierungsbedingungen belasten den Wohnungsbau weiterhin stark. Hinzu kommen zunehmende geopolitische Unsicherheiten und neue Sorgen um Lieferketten, die laut ifo inzwischen ebenfalls spürbar auf die Branche durchschlagen.

„Gebaut wird nur dort, wo Projekte auch wirtschaftlich tragfähig sind. Genau daran fehlt es vielerorts weiterhin“, sagt Gedaschko. Der GdW fordert deshalb einen konsequenten Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik. Notwendig sind deutlich schnellere und einfachere Verfahren, ein bundesweit einheitlicher und praxistauglicher Gebäude-Basisstandard nach dem Prinzip „E wie einfach“ sowie ein klarer Abwägungsvorrang für den Wohnungsbau in angespannten Märkten.

Darüber hinaus muss die Förderkulisse verlässlich und langfristig ausgestaltet werden. Das Programm „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KNN) muss verlängert und deutlich ausgeweitet werden. Ergänzend braucht es steuerliche Impulse wie eine wirksame Sonderabschreibung für bezahlbaren Wohnungsneubau.

„Deutschland braucht dauerhaft deutlich mehr bezahlbare Wohnungen. Dafür reichen einzelne positive Monatszahlen bei den Genehmigungen nicht aus. Entscheidend ist, dass wieder tatsächlich gebaut wird. Und dafür müssen die politischen Rahmenbedingungen jetzt schnell und verlässlich verbessert werden“, sagt Gedaschko.

Quelle: GdW

Weniger Auflagen, bessere Finanzierungsmöglichkeiten: Baugenehmigungen müssen jetzt in Baufertigstellungen münden

Das Statistische Bundesamt meldete für März 2026 ein Plus der Baugenehmigungen bei Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau) in Höhe von 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies entspricht einer Zahl von 21.800 Wohnungen. Somit setzte sich auch von Januar bis März 2026 der Aufwärtstrend mit rund 63.500 Wohnungen bzw. + 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum fort. „Dass der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau im April eingebrochen ist, insbesondere da die Geschäftserwartungen der Unternehmen deutlich schlechter ausgefallen sind, ist allerdings kein gutes Zeichen für die kommenden Monate. Die Auswirkungen des Iran-Krieges und die daraus folgenden Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Finanzierungskosten und Preissteigerungen bei Baumaterialien zeichnen sich bereits deutlich ab. So meldeten im April laut Ifo-Institut 9 Prozent der befragten Unternehmen eine Behinderung ihrer Bautätigkeit durch Materialknappheit. Dies ist der höchste Wert seit drei Jahren.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen für März 2026.

Bisher setzte sich der positive Trend bei den Genehmigungen für den Neubau von Mehrfamilienhäusern mit rund 33.100 Wohnungen bzw. + 14,9 Prozent in den ersten drei Monaten gegenüber Januar bis März 2025 fort. „Damit die Baugenehmigungen in ein bis zwei Jahren auch in Baufertigstellungen münden, müssen so schnell wie möglich die hohen Auflagen gesenkt und die Finanzierungsmöglichkeiten verbessert werden. Ansonsten droht uns eine ähnliche Lage wie 2023 mit Stornierungsraten von 20 Prozent im Wohnungsbau“, so Müller abschließend.

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.