München (pm) – Autodesk und Bosch Building Technologies prüfen im Rahmen einer Absichtserklärung, wie sich KI-gestützte, datenbasierte Services für große Bestands- und Neubauten gemeinsam vorantreiben lassen. Im Fokus stehen das standardisierte Onboarding von Brownfield-Gebäuden, digitale Zwillinge für Betrieb und Wartung sowie offene, interoperable Datenmodelle als Grundlage für intelligente Gebäudedienste.
Autodesk und Bosch Building Technologies streben die gemeinsame Entwicklung KI-gestützter, digitaler Services für Gewerbeimmobilien an. Autodesk Forma und Autodesk Platform Services fungieren als offene Plattformbasis für Datenintegration, Modellvisualisierung und Erweiterungen durch Partner. In Kombination mit der digitalen Service Suite NEXOSPACE von Bosch treiben sie die Entwicklung smarter und vernetzter Gebäude voran.
Enge Zusammenarbeit an gemeinsamen Regeln und Standards (Open Building Services Reference, OBSR), damit Gebäudedaten künftig besser zusammenpassen und sich leichter für digitale Zwillinge und KI-Anwendungen nutzen lassen.
Autodesk, Inc. und Bosch Building Technologies planen eine Zusammenarbeit im Bereich KI-gestützter, datenbasierter Services für Gewerbeimmobilien über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes, mit dem Fokus auf Systemplanung. Dazu haben beide Unternehmen eine strategische Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Im Zentrum steht die Frage, wie sich digitale Zwillinge für komplexe Bestands- und Neubauten – etwa Flughäfen, Stadien oder Infrastrukturprojekte – einfacher und im großen Maßstab aufbauen und nutzen lassen.
Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung am 18. März in San Francisco von Raji Arasu, Chief Technology Officer von Autodesk, und Anja Unglaub, Senior Vice President Service Business I CTO Europe bei Bosch Building Technologies. Die inhaltliche Vorstellung der geplanten Zusammenarbeit sowie Fachdiskussionen mit Vertreter:innen beider Unternehmen finden im Rahmen der Autodesk DevCon, der jährlichen Entwicklerkonferenz, am 15. und 16. April 2026 in Amsterdam sowie der Bosch Connected World vom 10. bis 11. Juni 2026 in Berlin statt.
„Eine zentrale Herausforderung im Bausektor besteht heute darin, dass Daten aus Planung, Bau und Betrieb oft in getrennten Silos vorliegen, was es erschwert, aussagekräftige Erkenntnisse zu gewinnen. Gemeinsam mit Bosch wollen wir diese Lücke schließen, indem wir diese Datenströme über offene Plattformen hinweg zusammenführen und so eine Grundlage schaffen, auf der digitale Zwillinge und KI-gestützte Copiloten konkrete, praxisnahe Entscheidungen unterstützen können“, kommentiert Stephen Hooper, Senior Vice President Operations Solutions bei Autodesk, die Zusammenarbeit.
Anja Unglaub, Senior Vice President Service Business I CTO Europe, Bosch Building Technologies, erklärt: „Die intelligente Nutzung von Gebäudedaten eröffnet unseren Kunden neue Möglichkeiten – von effizienterem und sichererem Betrieb der Gebäude bis zur Optimierung von Energieverbräuchen. Gemeinsam mit Autodesk prüfen wir, wie wir aus vorhandenen Informationen schneller digitale Abbilder eines Bestandsgebäudes erstellen und darauf aufbauend neue KI-gestützte innovative Services für die Problemstellungen unserer Kunden und deren Gebäuden zu entwickeln.“
Daten als Schlüssel für Betrieb und Nachhaltigkeit
Gewerbeimmobilien durchlaufen aktuell eine tiefgreifende Transformation. Verantwortliche stehen unter starkem Druck, Kosten zu senken, Energieverbräuche zu reduzieren und die Lebensdauer bestehender Anlagen zu verlängern. Gleichzeitig sehen sie sich mit gewachsenen Systemlandschaften, verstreuten Daten und einem zunehmenden Mangel an Fachpersonal konfrontiert.
Als Systemintegrator bietet der Bosch-Geschäftsbereich Building Technologies Gebäudelösungen, die Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz in kommerziellen Gebäuden steigern. Mit der digitalen Service Suite NEXOSPACE treibt Bosch den Wandel hin zu smarten, vernetzten und effizienten Gebäuden voran. Diese Service Suite vernetzt und integriert IoT-gestützte Servicelösungen auf einer Cloudplattform. Daten aus verschiedenen Systemen und Sensoren werden zusammengeführt und analysiert, um Instandhaltung zu optimieren, Ausfälle zu vermeiden und den Energieeinsatz zu reduzieren. In Verbindung mit einem digitalen Zwilling erhalten Betreiber so eine ganzheitliche Sicht auf ihr Gebäude.
Eine der größten Herausforderungen dabei: Bestehende Gebäude („Brownfields“) in großer Zahl digital anzubinden. In der Praxis bedeutet das, sehr unterschiedliche Pläne, Modelle, Scans und Dokumente zu verstehen, in ein konsistentes Datenmodell zu überführen und daraus verwertbare Informationen für Services abzuleiten.
Genau hier setzt Autodesk an: Mit der Autodesk Construction Cloud als zentrale Drehscheibe für Pläne, Modelle und Scans sowie Autodesk Platform Services als technischem Unterbau kann Bosch die Daten von Brownfield-Gebäuden in der Cloud bündeln, strukturieren und schrittweise in digitale Zwillinge überführen. So entsteht die Basis, auf der NEXOSPACE und KI-gestützte Copilots den Betrieb komplexer Bestandsgebäude besser unterstützen können.
Gemeinsame Ambition: Von Datensilos zu offenen, KI-fähigen Gebäudemodellen
Ein Kern des MoU ist die Zusammenarbeit rund um die Open Building Services Reference (OBSR). Dabei handelt es sich um einen Referenzrahmen, wie digitale Services für Gebäude Ende-zu-Ende gedacht werden können. Statt proprietäre Einzellösungen zu schaffen, verfolgen Autodesk und Bosch das Ziel, offene, interoperable Datenmodelle für Gebäudetechnik zu etablieren. Dabei ist die Einhaltung aller Regularien hinsichtlich Datensicherheit eine grundlegende Basis.
Auf dieser Basis wollen beide Unternehmen prüfen, wie sich Gebäudedaten aus unterschiedlichen Quellen so zusammenführen lassen, dass sie verständlich, vergleichbar und langfristig nutzbar werden. Außerdem wird analysiert, inwiefern diese Daten als einheitliche, „sprechende“ Beschreibung von Gebäuden, Anlagen und Zuständen für digitale Zwillinge dienen können. Darüber hinaus prüfen die Partner, wie KI-gestützte Copilots auf dieser Grundlage nachvollziehbare Empfehlungen und Entscheidungen unterstützen können, etwa bei Wartungszyklen, dem Austausch von Komponenten oder der Umrüstung auf energieeffizientere Systeme.
Quelle: Autodesk