15. April 2024

Ausgezeichnet: Sächsischer Landespreis »Baupraxis der Zukunft« in Dresden verliehen

© SMR/Wirsig

Dresden (pm) – Baustoffe aus Ziegelbruch und Lehm, ein außenliegendes Dämm-Heiz-Kühl-System und Leichtbauwände aus Carbonbeton setzen sich durch.

Mit dem Sächsischen Landespreis »Baupraxis der Zukunft – nachhaltig, innovativ, zirkulär« hat der Freistaat Sachsen Neuentwicklungen des Bauens gesucht, die das Potenzial haben, die Bauwende hin zur Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit entscheidend mitzugestalten. Am 8. März 2024 hat Staatsminister Thomas Schmidt die Gewinner auf der Dresdner Baumesse »Haus 2024« ausgezeichnet. Insgesamt vier Ideen haben die Jury so überzeugt, dass sie mit einem Landespreis geehrt wurden.

Staatsminister Thomas Schmidt: »Ich bin begeistert, dass es in Sachsen auf viele Fragen zur Nachhaltigkeit in der Baupraxis bereits beeindruckende Antworten aus der Praxis gibt. In insgesamt 30 Wettbewerbsbeiträgen haben die Einreicherinnen und Einreicher dargelegt, wie sie sich ihr Puzzlestück der Bauwende vorstellen. Danke für diese Ideen! Nur gemeinsam schaffen wir es, die ehrgeizigen Klimaziele im Bausektor zu erreichen.«

Der Landespreis in der Kategorie »Baustoffe« geht an das Projekt »GeopaZ«, das vom Institut für Technische Chemie der TU Bergakademie Freiberg eingereicht wurde. Das Forscherteam hat eine Technologie zur Herstellung von ziegelbruchbasierten Geopolymerbaustoffen entwickelt. Der innovative Umgang des Projekts mit der sehr hohen Menge ziegelbruchbasierter Bauabfälle, die derzeit nur etwa zur Hälfte weiterverwertet und als Baustoffe geringerer Qualität eingesetzt werden, zeichnet den Beitrag als hochgradig relevant aus.

Einen Landespreis in der Kategorie »Bauteile und Bauarten« erhält der Beitrag »SustainaShell« – eingereicht von der gleichnamigen Forschungsgruppe, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern vom Institut für Bauklimatik der TU Dresden, der WiD Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG und der EA Systems Dresden GmbH zusammensetzt. Die Projektgemeinschaft hat eine innovative Außenwanddämmung mit integriertem, erneuerbarem Energiekonzept zur eingriffsarmen Sanierung von Bestandsgebäuden entwickelt.

Ebenfalls in der Kategorie »Bauteile und Bauarten« gewonnen hat die Einreichung »C-Wall«. Der Preis geht an die gleichnamige Projektgemeinschaft, der Vertreter des C³ – Carbon Concrete Composite e. V. vom Institut für Massivbau an der TU Dresden sowie der Kahnt & Tietze GmbH und der Betonwerk Oschatz GmbH angehören. Sie hat Leichtbau-Thermowände in Carbonbetonbauweise entwickelt.

Mit dem Sonderpreis »Baustoffe, Bauteile und Bauarten« wird der Bauzirkel – Verein für ökologisches Bauen Leipzig e. V. für die Entwicklung von Lehmprodukten aus regionalem Abraum ausgezeichnet.

Der Sächsische Landespreis ist mit insgesamt 30 000 Euro dotiert. Die Preisträger erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 7 500 Euro. Zudem vergab die Jury sechs Anerkennungen.

Der Landespreis Baupraxis entstand aus einem Impuls des simul⁺InnovationHubs. Er ist eine der wichtigen Ideenschmieden und Plattformen für das gemeinsame Entwickeln und Entdecken von Innovationen in Sachsen. »Die Einreichungen beim Landespreis Baupraxis fügen sich nahtlos ein in die vielen Ideen und Projekte, die im Bereich Innovation ohnehin in Sachsen schon ihren Weg gehen«, so Staatsminister Schmidt weiter.

Die Trophäen für die Preisträger des im Jahr 2023 von Sachsens Staatsminister für Regionalentwicklung ins Leben gerufenen Wettbewerbs kommen deshalb aus dem simul⁺Reallabor Sustainable Additive Manufacturing in Saxony (nachhaltige, additive Fertigung in Sachsen), kurz SAMSax. Sie wurden aus Miscanthus und Steinrestauriermörtel im 3D-Verfahren gedruckt. Das Modellprojekt SAMSax setzt auf die Wiederverwertung von biobasierten, natürlichen sowie industriellen Reststoffen.

Hintergrund:

Der Sächsische Landespreis »Baupraxis der Zukunft – nachhaltig, innovativ, zirkulär« wurde im Oktober 2023 erstmals ausgelobt. Zusammen mit dem Sächsischen Staatspreis für Baukultur, dem Staatspreis Ländliches Bauen und weiteren fachspezifischen Auszeichnungen ist er unter dem inhaltlichen und organisatorischen Dach »Baukultur in Sachsen« vereint.

Ziel des Wettbewerbs war es einen Überblick zu erhalten, welche Konzepte, Ideen, Forschungsergebnisse und Prototypen für eine nachhaltige Baupraxis der Zukunft bereits in Sachsen bestehen. Welche Potenziale können gehoben werden? Zudem soll das Nachdenken über eine zukunftsfähige Baupraxis in den Fokus der Öffentlichkeit gestellt werden. Mit dem Preis werden sächsische Initiativen und Beiträge gewürdigt, die sich mit Innovationsfreude um die Neu- und Weiterentwicklung von Baustoffen, Bauteilen und Bauarten verdient machen.

Bewerben konnten sich Einzelpersonen und Institutionen aus Sachsen mit und ohne fachlichen Qualifikationen in einem baufachlichen oder verfahrenstechnologischen Beruf in den genannten drei Kategorien. Die Auswahl der eingereichten Projekte erfolgte durch eine unabhängige Jury, in der Fachleute mit verschiedenen Arbeitsschwerpunkten vertreten waren, darunter Bauingenieure, Architekten und Handwerker.

Der Landespreis Baupraxis wird finanziert mit Landesmitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung