29. August 2026

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juni 2026: +6,0 % zum Vormonat – Kommentare

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe steigt um 6,0 %
© DESTATIS | Statistisches Bundesamt

Wiesbaden (pm) – Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt um 6,0 % gestiegen. Mehrere Großaufträge trugen zu diesem Ergebnis bei. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm der Auftragseingang im Hochbau um 8,5 % und im Tiefbau um 4,0 % zu. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von April 2026 bis Juni 2026 um 5,7 % höher als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: +1,5 %; Tiefbau: +9,3 %).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2025 stieg der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juni 2026 um 11,3 %. Im Hochbau nahm der Auftragseingang um 4,3 % und im Tiefbau um 17,8 % zu. Der nominale (nicht preisbereinigte) Auftragseingang lag 20,8 % über dem Vorjahreswert.

Umsatz real 6,6 % höher als im Vorjahresmonat

Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe war im Juni 2026 um 6,6 % höher als im Vorjahresmonat. Der nominale Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 11,5 % auf 11,2 Milliarden Euro.

Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen nahm im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 % auf rund 545 000 Personen zu. Alle Angaben beziehen sich auf Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen.

Quelle: DESTATIS | Statistisches Bundesamt

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Bauhauptgewerbe: Auftragslage stabilisiert sich

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten haben laut Statistischem Bundesamt den Juni sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang deutlich im Plus abgeschlossen – nach einem sehr volatilen Jahresverlauf. Der Branchenumsatz wuchs real um 6,6 Prozent (nominal +11,5 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Auftragseingang stieg real um 6 Prozent (nominal +20,8 Prozent).

Für das erste Halbjahr bedeutet das ein Umsatzplus von nominal 2,8 Prozent. Der Auftragseingang lag 5,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe: „Der Juni war ein guter Monat für die Bauwirtschaft. Erfreulich ist vor allem der kräftige Anstieg im Straßenbau und im öffentlichen Bau. Aber nach einem schwankenden ersten Halbjahr wäre es verfrüht, jetzt schon von einer Bauwende zu sprechen.

Ein kräftiges Plus sehen die Betriebe in ihren Auftragsbüchern bisher nicht. Das Infrastruktur-Sondervermögen ist bislang kaum in der Fläche angekommen. Genau deshalb ist entscheidend, dass die Vergaben jetzt nicht wieder abreißen und die Kommunen tatsächlich ausschreiben können.

Auch im Wohnungsbau gibt es positive Signale, nachdem der Auftragseingang im Mai wieder eingebrochen war. Daran sehen wir, wie fragil der vermeintliche Aufschwung ist. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz weiterhin unter dem Vorjahresniveau, und das ifo-Institut meldet zuletzt sogar wieder mehr stornierte Bauvorhaben. Was privaten Bauherren und Investoren fehlt, ist Planbarkeit – bei der Förderung ebenso wie bei den Baukosten.“

Einzelne Bausparten

Getragen wird das Auftragsplus im Juni vor allem vom Tiefbau, dort legte der Auftragseingang nominal um 27,1 Prozent zu. Aber auch im Hochbau gab es ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im öffentlichen Bau stiegen die Aufträge um 15,7 Prozent, im Straßenbau um 22,1 Prozent. Ein Teil davon dürfte auf mehrere Großprojekte zurückgehen. Eine breite Investitionswende im öffentlichen Bau ist trotz des Anstiegs noch nicht zu erkennen, an der Basis kommen die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bislang kaum an.

Im Wohnungsbau lagen Umsatz (nominal +8,9 Prozent) und Auftragseingang (nominal +14,3 Prozent) über dem Vorjahr – nach einem schwachen Mai, in dem der Auftragseingang noch mal eingebrochen war. Kumuliert bis Juni bleibt der Wohnungsbau-Umsatz mit minus 0,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe