26. März 2026

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Januar 2026: -5,1 % zum Vormonat – Kommentare

Wiesbaden (pm) – Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 kalender- und saisonbereinigt um 5,1 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm der Auftragseingang im Januar 2026 im Vormonatsvergleich im Hochbau um 5,0 % und im Tiefbau um 5,1 % ab. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von November 2025 bis Januar 2026 um 2,8 % niedriger als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: -5,8 %; Tiefbau: 0,0 %).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 sank der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Januar 2026 um 4,3 %. Im Hochbau nahm der Auftragseingang um 6,9 % und im Tiefbau um 2,0 % ab. Der nominale (nicht preisbereinigte) Auftragseingang lag 3,9 % unter dem Vorjahresniveau.

Umsatz real 7,5 % niedriger als im Vorjahresmonat

Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe war im Januar 2026 um 7,5 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der nominale Umsatz fiel im gleichen Zeitraum um 5,1 % auf 5,4 Milliarden Euro.

Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen nahm im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 % auf rund 537 000 Personen zu. Alle Angaben beziehen sich auf Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen.

Quelle: DESTATIS | Statistisches Bundesamt

Kommentare

Reale Aufträge im Minus, Wohnungsbau und Straßenbau wieder eingebrochen. Umsätze auch – witterungsbedingt – rückläufig.

Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe1,2 für den Monat Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales Orderminus von 4,3 Prozent, zum Vormonat3 sogar von 5,1 Prozent. „Die Belebung der Nachfrage des vergangenen Jahres hat sich zu Jahresbeginn leider nicht fortgesetzt. Insbesondere der Straßenbau hat einen erneuten Rückschlag erlitten. Wir hatten erwartet, dass sich – nach Monaten der Talfahrt – das Orderplus von Dezember auch im Januar fortsetzen würde. Schließlich hat die Politik einiges versprochen, aber wie man nun sieht, bleiben die Effekte leider aus.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die heute veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau.

Die Auftragseingänge im Straßenbau sind im Januar im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat2 um real 18,7 Prozent eingebrochen. Auch für den Wohnungsbau wird ein reales Orderminus2 von 15,5 Prozent gemeldet. Die positive Entwicklung bis Dezember hat sich nicht fortgesetzt, obwohl die Zahl der Baugenehmigungen gestiegen ist. Selbst der Wirtschaftsbau konnte diesmal nicht von einer gestiegenen Nachfrage im Bahn- und Leitungstiefbau profitieren: Der Auftragseingang ist um real4 2 Prozent zurückgegangen.

Müller: „Hinzu kommt, dass die schlechte Witterung zu Jahresbeginn auch die Produktion ausgebremst hat und somit der Umsatz um real 7,5 Prozent zurückgegangen ist. Hiervon sind nahezu alle Bausparten betroffen. Wir sind aber optimistisch, dass die Bauunternehmen die Aufträge, die noch aus dem vergangenen Jahr in der Pipeline sind, abarbeiten können, ohne dass es zum Auftragsstau kommt. Doch die Lage könnte sich schnell wieder ändern. Die durch den Irankrieg gestiegenen Öl- und Gaspreise werden sich auf die Energie- und Rohstoffpreise auswirken – und damit auch auf den Bau.“ Schließlich entfallen 41 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Dieselkraftstoffe, weitere 36 Prozent auf sonstige Mineralölprodukte und 6 Prozent auf Gas. Hinzu kommt, dass im Bauhauptgewerbe mehr als 20 Prozent des Bruttoproduktionswertes auf Materialverbrauch entfallen, das überwiegend energieintensiv produziert und somit auch teurer wird. „Wir hoffen sehr, dass sich die Situation von 2021 bis 2024 nicht wiederholt, als die gestiegenen Energie- und Baumaterialpreise sowie Zinskosten zu deutlich gestiegenen Baukosten geführt haben und die Baunachfrage regelrecht eingebrochen ist. Hier ist die Politik in der Verantwortung, ihre geplanten Projekte auch durchzuführen und sich an den Risiken volatiler Baumaterialpreise bei langlaufenden Bauvorhaben zu beteiligen. Ansonsten werden auch die wirtschaftlichen Effekte, die man sich durch das Sondervermögen versprochen hat, nicht eintreten.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison- und kalenderbereinigt | 4 Berechnung des HDB, für diese Bausparte weist das Statistische Bundesamt keinen realen Wert ausKommentare

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

„Der Bau startet verhalten ins neue Jahr. Ein fehlender Arbeitstag und die winterlichen Verhältnisse auf den Baustellen ließen die geleisteten Arbeitsstunden um gut 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Das sehen wir auch in der Geräteauslastung, die laut ifo Institut magere 50 Prozent betrug. 

Die Auftragseingänge sanken um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Grund für den Rückgang war das große Auftragsplus im Januar 2025. Umso wichtiger ist der Blick nach vorn. Positiv ist, dass die Auftragsbestände knapp 13 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen – ein gutes Fundament für das bevorstehende Jahr.  

Entscheidend ist jetzt, dass die Order im Wohnungsbau und in der Infrastruktur nicht abreißen. Der Infrastrukturbereich braucht weiterhin die zusätzlichen Investitionsimpulse aus dem Sondervermögen – die Betonung liegt hier auf „zusätzlich“. Die umfassende Sanierung unserer Straßen, Brücken, Schienenwege und Wasserstraßen gelingt nur, wenn die dafür aufgenommenen Schulden auch wirklich dafür verwendet werden und nicht anderswo versickern.“ 

Trotz Sondervermögen: Im Straßenbau fehlen Aufträge 

„Enttäuschend ist, dass wir im Straßenbau auch ein Jahr nach Ankündigung des Sondervermögens rund 18 Prozent weniger Aufträge gegenüber dem Vorjahresmonat haben. Jede weitere Verzögerung kostet Zeit, die wir bei der Sanierung unserer Infrastruktur nicht haben. Die Mittel sind da, die Aufträge nicht. Das muss sich in diesem Jahr ändern.

Im Wohnungsbau ist ein Orderminus von ca. 15 Prozent im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat eine Warnung, dass der Aufschwung noch nicht selbst trägt. Die Förderprogramme müssen dauerhaft verlässlich mit günstigen Zinskonditionen ausgestattet sein. Zudem muss die Sonder-Afa auf den EH55-Standard ausgeweitet werden, um den zarten Aufschwung bei den Baugenehmigungen zu stärken. 

Hinzu kommt, dass der Iran-Krieg Materialpreise vor allem erdölbasierter Baustoffe und die Zinsen nach oben treibt. Beides verteuert das Bauen und belastet Investitionsentscheidungen. Das macht verlässliche Förderbedingungen aktuell noch notwendiger.“ 

Umsatz 

„Wenn die Investitionsbedingungen im Wohnungsbau und der Infrastruktur stimmen, können wir unsere Umsatzprognose für 2026 von real plus 2,5 Prozent erreichen. Ob wir das schaffen, entscheidet sich nicht auf den Baustellen, sondern in der Politik.“

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die Umsätze im Januar 2026 bei 5,4 Mrd. Euro und damit nominal um gut fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau.