23. Juli 2024

Architekturstudierende entwerfen Pläne für den Dortmunder Hafen

Im Baukunstarchiv NRW präsentieren die Teilnehmer*innen der 11. Internationalen Frühjahrsakademie ihre Entwürfe. Foto: Oliver Schaper/TU Dortmund

Dortmund (pm) – Wie kann das Areal rund um den Dortmunder Hafen städtebaulich weiterentwickelt werden? Mit dieser Frage haben sich rund 40 Studierende der TU Dortmund, der TU Eindhoven, der FH Potsdam, der Universität Neapel Federico II und der Berliner Hochschule für Technik bei der 11. Internationalen Frühjahrsakademie beschäftigt. Zehn Tage hatten sie Zeit, frische Ideen zu entwickeln, die sie am Mittwoch, 22. März, im Baukunstarchiv NRW präsentiert haben.

„Der Dortmunder Hafen ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus gerückt und erste Veränderungen haben dort mit der Ansiedlung von Büros und Gastronomieangeboten bereits stattgefunden. Dass Hafenareale erfolgreich weiterentwickelt und neu erschlossen werden können, zeigen etwa die Beispiele aus Duisburg und Münster“, erklärt apl. Prof. Olaf Schmidt die Wahl des diesjährigen Themas. „Bislang wurde der Hafen überwiegend industriell und gewerblich genutzt. Mit dem Titel ‚Stadthafen – Hafenstadt‘ wollen wir – mit einem kleinen Augenzwinkern – dazu anregen, Dortmund als Hafenstadt neu zu denken und zu identifizieren“, ergänzt apl. Prof. Michael Schwarz. Die beiden Architekten haben die Internationale Frühjahrsakademie 2013 gemeinsam ins Leben gerufen.

Zehn Tage hatten die Architekturstudierenden Zeit, Pläne für den Dortmunder Hafen zu erarbeiten. Die internationalen Teams setzten sich dabei aus Studierenden der TU Dortmund, der FH Potsdam, der TU Eindhoven, der Universität Neapel Federico II und der Technischen Hochschule Berlin, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei war, zusammen. „Dass die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Städten und Ländern kommen, ist sehr bereichernd, da sie alle mit einem anderen Blickwinkel auf das Areal schauen“, sagt Schmidt. Diese Bandbreite zeigt sich auch in den Entwürfen, die allerdings eines gemeinsam haben: Sie alle sehen eine Mischung aus Wohnraum, Freizeitmöglichkeiten und sozialer Infrastruktur wie beispielsweise Kindertagesstätten vor.

„Das Ziel ist es, den Hafen besser in die Stadt zu integrieren und eine Verbindung zu den umliegenden Wohnsiedlungen, zum Fredenbaumpark und zum Industriebereich im westlichen Hafenbecken zu schaffen. Dieser ist als Güterumschlagplatz existenziell wichtig und bleibt in den Entwürfen daher unangetastet“, sagt Schwarz. Es gehe bei den Planungen insbesondere darum, die Fehler aus den 1960er- und 1970er-Jahren zu überwinden, als die Bezirke je nach Funktion klar voneinander abgegrenzt waren.

Die Internationale Frühjahrsakademie bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich mit anderen angehenden Architekt*innen auszutauschen und langfristige internationale Kontakte zu knüpfen. Auch die Stadt profitiert von der Veranstaltung: Sie erhält im Anschluss einen Überblick über die Ergebnisse. Erstmals waren bei der diesjährigen Veranstaltung auch Lehrende der University of Glasgow bei der Abschlusskritik im Baukunstarchiv mit dabei.

Frühjahrsakademie der TU Dortmund

Als lokales Pendant zu der seit über 30 Jahren stattfindenden Sommerakademie in Venedig veranstaltet die Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund seit 2013 jedes Jahr die Internationale Frühjahrsakademie. Im ersten Jahr hatten sich die Teams mit der Dortmunder B1 auseinandergesetzt, 2014 standen der Wallring und 2015 der Hellweg auf dem Programm. 2016 ging es um die Stadtplätze Alter Markt, Friedensplatz und Hansaplatz. 2017 widmete sich die Akademie der Dortmunder Nordstadt und 2018 dem ehemaligen Dortmunder Südbahnhof. 2019 stand die Verdichtung des Dortmunder Unionsviertels im Fokus, 2020 die brachliegende Industriefläche des ehemaligen HSP-Areals und 2021 die Großsiedlung Scharnhorst-Ost. Im vergangenen Jahr waren zum zehnjährigen Jubiläum des Formats erstmals Gebiete in drei der teilnehmenden Städte Gegenstand der Betrachtungen: die Stadteingänge in Dortmund (B1/Schnettkerbrücke), Eindhoven und Neapel. Auch 2024 soll wieder eine Internationale Frühjahrsakademie an der TU Dortmund stattfinden.

Pressemitteilung: Technische Universität Dortmund