15. Januar 2021

Architekturpreis für Baukunstarchiv NRW

Archiv steht unter wissenschaftlicher Leitung der TU Dortmund

Apl. Prof. Michael Schwarz (r.) und Prof. Wolfgang Sonne von der Fakultät Architektur und Bauwesen der TU Dortmund freuen sich über den Architekturpreis. Foto: Oliver Schaper/TU Dortmund

Dortmund (pm) – Das Baukunstarchiv NRW in Dortmund, das unter wissenschaftlicher Leitung der TU Dortmund steht, ist vom Bund Deutscher Architekten (BDA) Dortmund Hamm Unna mit dem regionalen BDA-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Die Jury zeigte sich einig, dass die Arbeit des Büros Spital-Frenking + Schwarz, Architekten Stadtplaner BDA, „bis ins Detail“ überzeuge. Die TU Dortmund hat ihre Sammlung des vormaligen Archivs für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW (A:AI) ins Baukunstarchiv eingebracht.

Die Jury lobt die „intelligente Weiternutzung“ des früheren städtischen Museums am Ostwall. „Das Baukunstarchiv NRW findet im heutigen Bestand des ehemaligen Königlichen Oberbergamtes einen angemessenen Ort, um die Baugeschichte des Landes zu dokumentieren und zu präsentieren“, heißt es in der Laudatio. „Wohltuende Zurückhaltung im Umgang mit der Historie eines Hauses wird an diesem bedeutenden Gebäude exemplarisch sichtbar.“ Prof. Wolfgang Sonne und Apl. Prof. Michael Schwarz – beide von der Fakultät Architektur und Bauwesen der TU Dortmund – freuen sich über die Auszeichnung: Prof Sonne ist wissenschaftlicher Leiter des Archivs, Apl. Prof. Schwarz zeichnet mit seinem Büro als Entwurfsverfasser der behutsamen und ausgezeichneten Arbeit verantwortlich.

Ursprünglich als Königliches Oberbergamt erbaut, blickt das heutige Baukunstarchiv NRW auf eine lange und bewegte Umbaugeschichte zurück. Der 1875 fertiggestellte Bau sollte als zentrale Verwaltung für den Ruhrbergbau dienen. Architekt Gustav Knobloch entwarf ein freistehendes, viergeschossiges Gebäude, dessen repräsentative Fassaden an drei Straßen und einer rückwärtig gelegenen Gartenanlage angrenzten. Aufgrund der rasanten Expansion des Steinkohlebergbaus musste die Verwaltung nach kurzer Zeit umziehen und das Gebäude wurde zum städtischen Kunst- und Gewerbemuseum umgebaut.

Bei einem Luftangriff im Oktober 1944 wurde der Museumsbau stark zerstört. Daraufhin setzte sich die damalige Museumsdirektorin Leonie Reygers dafür ein, das Gebäude in eine moderne Museumsarchitektur umzuwandeln: Die zwei obersten Geschosse wurden abgetragen, die gründerzeitliche Ornamentik verschwand hinter einer modernen Klinkerfassade und die Symmetrie des Mittelrisalits wurde durch einen zeittypischen Glasvorbau aufgehoben. Nur Details wie die Segmentbogenfenster, alte Bodenbeläge oder repräsentative Treppenanlagen zeugten noch von den Ursprüngen des Gebäudes.

Mehr als fünf Jahrzehnte war das Gebäude als „Museum am Ostwall“ fester Bestandteil des öffentlichen und kulturellen Lebens der Stadt Dortmund, bis es 2009 in neue Räumlichkeiten umzog und dem Gebäude wieder der Abbruch drohte. Nur durch großes Engagement konnte dies verhindert werden. In der Zeit von 2017 bis 2018 wurde das ehemalige Museum am Ostwall zum „Baukunstarchiv NRW“ umgebaut.

Pressemitteilung: TU Dortmund