22. Juni 2024

Architekturmasterarbeit der HAWK gewinnt den Studierendenpreis „Campus Masters“

© Jule Gilde / Maurice Stolze

Hildesheim (pm) – „Iceland University of the Arts – Common Space“ lautet der Titel der Architekturmasterarbeit von Jule Gilde und Maurice Stolze, die das größte deutschsprachige Onlinearchitekturmagazin „BauNetz“ als beste Abschlussarbeit mit dem Campus Masters prämiert hat. Die Arbeit entstand im Fachgebiet „Entwerfen und Konstruieren“ an der Fakultät Bauen und Erhalten der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen am Standort Hildesheim. Betreut haben die Arbeit Verw.-Prof. Tina Wallbaum, Ulrike Knauer M.Sc. und Dipl.-Ing. Aðalheiður Atladóttir von der isländischen Government Property Agency, also der „Framkvæmdasýslan – Ríkiseignir (FSRE)“.

„Wir sind überwältigt und dankbar, diesen besonderen Preis bekommen zu haben“, freut sich Jule Gilde über den Erhalt des Campus Masters. In der prämierten Masterarbeit setzte sie sich zusammen mit ihrem Kommilitonen Maurice Stolze mit dem Entwurf eines öffentlichen Universitätsgebäudes auseinander. Die Stadt Reykjavík plant den Bau der University of Arts, um verschiedene Fakultäten in einem gemeinsamen Komplex zu vereinen. Die Grundlage bildet das bestehende Verwaltungsgebäude Tollhúsið direkt am Hafen mit einem atemberaubenden Blick auf die entfernten Bergspitzen und über den Ozean.

Das Ziel der Masterarbeit war es, ein Universitätsgebäude zu schaffen, das den individuellen Anforderungen der Fakultäten aus Bereichen wie Fine Art, Design, Architektur sowie Darstellendes Spiel und Musik gerecht wird. Öffentliche Bereiche sollen Besuchende an Ausstellungen, Vorstellungen und Veranstaltungen der Studierenden teilhaben lassen, um den Austausch und die Zusammenarbeit zu stärken.

Der Entwurf der beiden Architekturstudierenden sieht vor, die beiden über ein Atrium voneinander getrennten Gebäuderiegel als private Teile der Universität zu definieren und über Brücken miteinander zu verbinden. Ein öffentlicher Bereich in der Mitte ergänzt das Atrium. Zusätzlich dient der „Red Way“ als visuelle und funktionale Verbindung zwischen dem Campus und dem umliegenden Freiraum. Er erstreckt sich im Inneren des Gebäudes und verläuft über Kommunikationsterrassen, auf denen die Universität verschiedene Programme anbietet. Durch seine markante rote Farbe grenzt er die öffentlichen Bereiche ab und bietet eine einfache Orientierung der öffentlichen Räume im Gebäude.

Der ausgezeichnete Gebäudeentwurf basiert auf dem bestehenden Stahlbetonskelett und dessen vereinfachter Kopie in einer anderen Geschossigkeit. Recycelte Materialien aus dem abgerissenen Bestand werden im Neubau wiederverwendet. Die Fassade im homogenen Erscheinungsbild besteht aus recyceltem, transluzentem Polycarbonat mit transparenten Elementen sowie vorgehängten Streckmetallelementen. Diese lassen sich durch eine einfache Konstruktion austauschen. Somit kann sich das Erscheinungsbild der Fassade ständig verändern.

Die Wiederbelebung des historischen Tollhúsið als neuer Standort für die University of Arts schafft eine gelungene Synthese zwischen Tradition und Innovation. Die historische Identität bleibt erhalten, während moderne und flexible Räum entstehen. Die gestalterischen Entscheidungen tragen dazu bei, eine inspirierende und zeitgemäße Umgebung zu schaffen. Der Campus wird zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum in der Stadt Reykjavík und bringt Studierende, Lehrende und Besuchende zusammen.

Quelle: HAWK – Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen