30. Oktober 2026

Architekturbarometer Q2: Die Auftragskonjunktur tritt auf der Stelle

Düsseldorf (pm) – Die deutsche Hochbaukonjunktur steht zwischen den Stühlen einer Nachfrageerholung auf der einen Seite und Kostenrisiken und Zinserhöhungen auf der anderen. Die Auftragskonjunktur der deutschen Architekturbüros hat sich dementsprechend zur Jahresmitte nur leicht erholt, wie die neue Erhebung aus dem Europäischen Architekturbarometer der USP Marketing Consultancy zeigt. Tritt der Frühindikator für die Bauwirtschaft also auf der Stelle – oder steht sie auf dem Sprung?

Die Markterholung bleibt vorerst fragil

Die USP-Gruppe, zu der das Düsseldorfer Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult gehört, misst seit 2009 jedes Quartal die Auftragskonjunktur bei Architekturfirmen in mehreren europäischen Märkten. In Deutschland zeigt die neue Barometermessung zum Ende des ersten Halbjahrs einen leichten Anstieg gegenüber der Messung im ersten Quartal um einen Indexpunkt auf einen Wert von 553 Zählern. Vom Vorjahreswert in Q2 2025 ist die Architekturnachfrage damit um 10 Punkte entfernt – die Markterholung bleibt weiter fragil.

Architektinnen und Architekten gucken in ihr halb leeres Glas, aber vielleicht ist es doch halb voll

Dazu kommt das gesunkene Vertrauen in die Zukunft: Fast jeder sechste deutsche Architekturschaffende sorgt sich, ob in 12 Monaten noch Aufträge vorhanden sein werden. Auf der Habenseite steht allerdings, dass nur noch jedes vierte Büro im zweiten Quartal eines seiner Projekte verschieben musste. Von ganz gestrichenen Aufträgen berichtete nur noch jeder siebte Betrieb – noch im ersten Quartal war jedes fünfte Architekturunternehmen von Projektstornierungen betroffen gewesen.

Marktanalysten sehen unterm Strich Erholungstendenz in Deutschland

„Deutschland erholt sich schrittweise von dem langanhaltenden Bauabschwung, der durch hohe Finanzierungskosten und eine schwache Wohnungsnachfrage getrieben wird“, kommentiert USP-Studienleiter Jeroen de Gruijl das aktuelle Deutschland-Ergebnis im Barometer. Wobei er einschränkend bemerkt: „Die Neubauaktivitäten bleiben voraussichtlich zurückhaltend, allerdings sollten Modernisierungs- und energieeffiziente Sanierungsprojekte eine gewisse Stabilität bieten.“ Alles in allem, so de Gruijl, deute die Prognose mehr auf eine allmähliche statt auf eine schnelle Erholung hin.

Quelle: BauInfoConsult GmbH