30. November 2022

Architektenkammer: Konjunkturelle Vollbremsung in Planungs- und Bauwirtschaft droht

Präsident Robert Marlow weist auf die großen konjunkturellen Risiken für den Berufsstand der Architekten hin

Hannover (pm) – Anlässlich der Vertreterversammlung der Architektenkammer Niedersachsen am 28. April 2022 in Hannover wies Präsident Robert Marlow auf die großen konjunkturellen Risiken für den Berufsstand der Architekten und für die Bauwirtschaft insgesamt hin. Aufgrund der stark steigenden Baustoffkosten können neue Projekte derzeit nicht mehr verlässlich kalkuliert werden. Bauunternehmen vereinbaren flächendeckend Preisgleitklauseln, so dass selbst in der Phase der Ausschreibung die genauen Baukosten nicht zu ermitteln sind. Diese schwierige Situation wird durch aktuelle politische Entscheidungen noch verschärft. Die kurzfristige Aussetzung von Bundes-Fördermitteln für energieeffiziente Gebäude brachte zusätzliche Unsicherheit in den Markt.

Präsident Marlow fordert in dieser Situation von der Politik:

  1. Öffentliche Bauherren sollten jetzt ihre besondere Verantwortung als konjunkturelle Stabilisatoren wahrnehmen. Geplante Projekte dürfen weder auf Landesebene noch auf kommunaler Ebene zurückgestellt werden.
  2. Die Bundesregierung sollte sehr schnell eine verlässliche Förderkulisse für klimaschonendes und nachhaltiges Bauen veröffentlichen, damit sich Planer und Bauherren darauf einstellen können.
  3. Bund und Land müssen ergänzend Fördermöglichkeiten für bezahlbaren Wohnraum schaffen bzw. aufstocken – gerade vor dem Hintergrund der anvisierten 400.000 neuen Wohnungen –, wenn es auch nur im Ansatz gelingen soll, die politisch gewollten zusätzlichen Wohneinheiten zur Verfügung zu stellen. Wenn durch die Anwendung von Gleitklauseln Zusatzkosten in Projekten entstehen, sollten diese zumindest zum Teil von der öffentlichen Hand übernommen werden.

Präsident Marlow: „Es muss jetzt darum gehen, die momentane Unsicherheit zu reduzieren. Nur so kann es gelingen, Bauherren zu neuen Projektstarts zu ermutigen.“

 

Pressemitteilung: Architektenkammer Niedersachsen