6. Mai 2026

Architecture for Health Student Award 2026 entschieden

Berlin (pm) – Der Architecture for Health Student Award zeichnet herausragende studentische Projekte aus, die sich mit dem stetig wandelnden Feld gesundheitsorientierter Architektur befassen. Ziel des von der Hans und Christine Nickl-Stiftung vergebenen Preises ist es, innovative Arbeiten an der Schnittstelle von Architektur, Stadtplanung und Landschaftsgestaltung zu fördern und Studierende dazu zu ermutigen, sich kritisch mit den drängenden gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen.

Eingereicht wurden Projekte aus den Disziplinen Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau. Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie Architektur Räume schaffen kann, die Fürsorge, Teilhabe und Lebensqualität fördern. Im Fokus standen dabei aktuelle Themen wie nachhaltige Gesundheitsarchitektur, klimaresiliente Stadtentwicklung, die Umnutzung bestehender Gebäude, psychische Gesundheit, Inklusion sowie die räumlichen Anforderungen alternder Gesellschaften.

1. Preis
Der erste Preis ging an S M Sazzad Lishan (Anhalt University of Applied Sciences) für die Arbeit Its Cool to Get Old: Rethinking Elderly Care Facility as a Community Infrastructure. Das Projekt entwickelt ein neues Verständnis von Altenpflege als sozial eingebundene Gemeinschaftsinfrastruktur. In einem Berliner Quartier entsteht ein offenes und lebendiges Wohnumfeld, das ältere Menschen in ihrem vertrauten sozialen Umfeld hält. Die Jury würdigte insbesondere die hohe Aufenthaltsqualität, barrierefreie Gestaltung, integrierte Grünräume und die sensible Einbindung in den Stadtraum.

Charité Special Prize
In Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin wurde Mariia Liashchenko (Technische Universität Berlin) für New Notion for the Infrastructure of Care in the Transformative Future ausgezeichnet. Das Projekt transformiert aufgegebene Klinikgebäude in Kiew in ein Rehabilitationszentrum für traumatisierte Patientinnen und Patienten in der Ukraine. Besonders hervorgehoben wurden die politische und humanitäre Relevanz sowie die überzeugende Verbindung von Architektur, therapeutischer Infrastruktur und sozialem Engagement.

2. Preis
Der zweite Preis wurde an Joshua Thai (University of Sydney) für Reassembling Care vergeben. Die Arbeit widmet sich der Umnutzung historischer Gebäude zu einem Zentrum für die psychische Gesundheitsversorgung von Jugendlichen. Flexible Holzmodule und gezielte Eingriffe schaffen eine eigenständige und zugleich sensibel in den Bestand integrierte Architektur.

Ebenfalls mit dem 2. Preis ausgezeichnet wurde Aleksandra Świąder (Academy of Fine Arts in Gdańsk) für Sensu largo. Human, milieu, architecture. Das Projekt revitalisiert die Ruinen des von-Kleist-Palais in Juchów zu einem Unterstützungszentrum für Familien von Menschen mit Behinderungen und verbindet historische Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur zu einem stimmigen Ensemble.

Special Mention

Eine Special Mention erhielt Sofia Juntunen (Aalto University) für Psychologically Accessible Safehouse for Suicidal People. Die Arbeit entwickelt ein dorfartiges Schutzhaus für suizidgefährdete Menschen und überzeugt durch einen sensiblen, evidenzbasierten Entwurfsansatz.

Mit den diesjährigen Auszeichnungen unterstreicht der Award die wachsende Bedeutung von Architektur als gesellschaftliche und gesundheitliche Ressource.

Quelle: ENAH | European Network Architecture for Health gGmbH