22. Juni 2024

Architects Collective: Das Bio-Weingut Gruber Röschitz setzt neue Maßstäbe

Wien (pm) – Das Weingut Gruber Röschitz mit seinem innovativen Gebäude, umweltfreundlicher Technologie, traditioneller Holzbauweise und mit nachhaltigen Merkmalen wie Lehmkühldecken, Photovoltaik und Regenwassernutzung ist nach anderthalb Jahren Bauzeit und intensiver Planung durch das visionäre Geschwistertrio Maria Wegscheider, Christian und Ewald Gruber und mit der fachlichen Expertise von Architects Collective fertiggestellt. Das wegweisende Weingut verkörpert die Verbindung der Tradition alter Kellergassen mit Innovation und Architektur auf höchstem Niveau. Der Neubau ist das Ergebnis einer respektvollen Planung, die die einzigartige Atmosphäre der Kellergasse würdigt und integriert.

Das Bio-Weingut Gruber Röschitz im Weinviertel schmiegt sich in die Landschaft entlang der Kellergasse ein, Ansicht von Westen, im Hintergrund das Dorf (Foto: Hertha Hurnaus)

Das unterirdische Herz der Weinproduktion

Die elegante Silhouette des modernen Gebäudes bereichert die sanfte Landschaft der Weinberge außerhalb der engen Dorfgassen entlang der Kellergasse Röschitz, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Die langgestreckte, teilweise in den Hang gebaute Struktur, legt sich selbstbewusst und mit einer ruhigen Formensprache in den Kontext der Weinberge und verschmilzt dabei behutsam mit der Landschaft. Durch den Bau in die Tiefe von bis zu acht Metern in einen Hang aus Lehm und Lös wird eine nahtlose Verbindung zwischen der kleinteiligen Kellergasse und der großflächigen neuen Produktion hergestellt.

Eingangsbereich von der Kellergasse kommend (Foto: Hertha Hurnaus)

Durch alte, liebevoll renovierte Kellerröhren ist die Kellergasse mit der neuen Produktionshalle verbunden, die alle Herstellungsschritte unter einem Dach vereint. Von der Presse über die Fahrwanne zur Traubenannahme, bis zum Rotweintank und weiter bis zum Dach liegen rund 15 Meter Höhenunterschied, ein offener Raum mit freier Sicht auf die innovative High-End-Produktion. Acht Flächenfenster lassen natürliches Licht von oben in das unterirdische Herz der Weinproduktion. An der Oberfläche präsentiert sich der Neubau mit hellen Präsentationsräumen, großzügigen Glasflächen, Büros, dem Rotweintankhaus mit Traubenannahme und einer umliegenden Terrasse, die von einer biologisch vielfältigen Wiese mit wilden Blumen und Sträuchern umgeben ist. Das Satteldach des Präsentations- und Rotweinhauses knüpft jeweils an die Dächer der Kellergasse an.

Visionäre der nachhaltigen Weinproduktion

Das Weingut wurde mit Mehraufwand nach den höchsten ökologischen Standards erbaut. Die Baustelle war nahezu CO2-neutral und die Produktion wird dank der Nutzung des Erdklimas zukünftig fast energieautark sein. Die Produktionshalle liegt bis zu acht Metern in der Erde, wodurch das ganze Jahr über eine konstante Temperatur eines traditionellen Kellers besteht. In den oberen Bereichen fördern Holz und Lehm ein behagliches Klima. Die Verbundenheit mit der Natur der Region als Ursprung des Weins und als höchstes Gut wird am Neubau mehrfach mit Details zitiert. Die Geschwister bauten auf dem Erfolg der Eltern auf und manifestierten ihre Verbundenheit mit der Natur und der Tradition auf ein Neues.

Zwischen den beiden Gebäuden der Repräsentation und Produktion: Blick zur Kellergasse Röschitz, UNESCO-Weltkulturerbe (Foto: Hertha Hurnaus)

Innovative Architektur und traditionelle Elemente

Architektonische Details wie das Satteldach und das Terrassengeländer aus aneinandergereihten Metall-Rundbögen schaffen eine harmonische Verbindung zwischen Weingut und Landschaft. Die zwei Meter breite Dach-Auskragung über dem umlaufenden Weg – der die unterschiedlichen Terrassen-Freibereiche erschließt, hält die Sonne ab und lenkt den Blick von innen gezielt auf die Landschaft. Die Verwendung von geworfenem Kalkputz würdigt traditionelle Kalkfassaden regionaler Presshäuser.

Im Kellerbereich liefert Beton die stabile und wartungsarme Basis, während der obere Bereich in formschönem Holzbau und mit Lehmwänden realisiert ist. Der Einsatz von Lehmputz an Wänden und Decken, und insbesondere in Verbindung mit der Kühldecke, fördert auf natürliche Weise das Raumklima in den Büro-, Shop- und Verkostungsräumen. Die räumliche Struktur ist nach neuesten Abläufen der Weinproduktion und mit Ressourcen schonenden Technologien konzipiert. Die Fahrwanne, die die Trauben für die rasche und schonende Verarbeitung zu den Pressen bringt, ist ein wesentliches Detail der neuen Anlage, die eine von weltweit bisher nur zwei existierenden Anlagen dieser Art ist.

Der Eingangsbereich im neuen Gebäude aus Holz und Lehm empfängt mit in einem angenehmen Raumklima (Foto: Hertha Hurnaus)

Meilenstein in der Weinproduktion im höchsten Segment

Das neue Weingut Gruber Röschitz wird nicht nur preisgekrönte Weine produzieren, sondern auch als neuer Weinerlebnis-Ort dienen. Weinführungen und Verkostungen, kulinarische Angebote und die großzügigen Terrassen inmitten der Weinlandschaft laden Interessierte ein, die Weinproduktion hautnah zu erleben. Die Eröffnung des innovativen Weinguts markiert einen Meilenstein der Weinbaugeschichte der Region. Mit dem respektvollen Umgang mit der Natur und ihrer visionären Planung bereichern die Geschwister Gruber die Nachbarschaft und die Weinregion um einen neuen kulturellen Anziehungspunkt und setzen damit neue Maßstäbe im deutschsprachigen Raum.

The new place to be: Der Verkostungsraum unter einer Holzkonstruktion mit Satteldach und Lehmkühldecke (Foto: Hertha Hurnaus)

Quelle: Architects Collective