15. August 2022

ANTONIO DE CAMPOS – Konzepte für Zaha Hadid

Frankfurt am Main (pm) – Das Deutsche Architekturmuseum präsentiert Werke des Künstlers Antonio de Campos, die zwischen 2003 und 2015 als Vorarbeiten zu Objekten des Büros Zaha Hadid Architects entstanden sind. Zu sehen sind faszinierende Architekturdarstellungen als Collagen aus Prints, Folien und Sprühtechniken. Der 1961 in Brasilien geborene Antonio de Campos dürfte nur Wenigen bekannt sein – seine berühmte Auftraggeberin und seine Arbeit der Jahre 2000-2016 dagegen schon. Als künstlerischer Berater (Artist Consultant) arbeitete er für Zaha Hadid Architects. Bisher war die Wahrnehmung der Architekturbilder des Büros auf die charismatische Gründerin fokussiert. Die Ausstellung des DAM stellt Antonio de Campos künstlerischen Beitrag dazu vor.

 

Antonio de Campos & Zaha Haid, 2005 Foto: Antonio de Campos

 

In den 1980er Jahren wurde Hadid durch ihre Architekturbilder bekannt. In ihren Projektdarstellungen verband sie Detailebenen und unterschiedliche Ansichtspositionen, Axonometrien und Verzerrungen – das Ergebnis waren wundersam komplex aufgeladene und verwirrende Bilder. Diese bilden neben den Bauten und Designobjekten eine eigene Ebene im Werk der Architektin.

 

Test / Digital Drawing Antwerp Harbour Centre Day View © Antonio de Campos

 

Der große Durchbruch der Architektin kam ab der Jahrtausendwende: Monografische Ausstellungen im MAK in Wien (2003) und im Guggenheim Museum in New York (2006) sowie die Zuerkennung des Pritzker-Preis (2004). Zu den Bauten jener Jahre gehören das Phaeno Wissenschaftsmuseum in Wolfsburg (2005), das Aquatics Centre für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London, das Heydar-Aliyev-Center in Baku (2014) oder das Messner Mountain Museum (2015) in Südtirol.

 

„Zaha Hadid“, Ausstelllung Guggenheim Museum, New York, 2006 for Zaha Hadid Foto: Antonio de Campos

 

Antonio de Campos, ausgebildet als Architekt und Filmemacher, war ab dem Jahr 2000 in die Bildproduktion des Büros von Zaha Hadid eingebunden. In den 1990er Jahren hatten die Darstellungsmöglichkeiten von Grafikprogrammen und digitaler Videoanimation rasante Fortschritte gemacht – de Campos war als Creative Director einer Video-Produktionsgesellschaft Teil dieser Entwicklung. Der Computer beschleunigte und veränderte auch die Möglichkeiten der Darstellung von komplexen Bauten. Die Ebenen Architektur und Film ineinander aufgehen zu lassen, wurde zum neuen Kennzeichen der Architekturdarstellungen von Zaha Hadid nach der Jahrtausendwende. Der Artist Consultant dafür war Antonio de Campos – von ihm stammte zum Beispiel ein guter Teil der großformatigen Bilder in der monografischen Ausstellung im Guggenheim Museum 2006.

 

Test / Digital Drawing House in Barvikha Forest © Antonio de Campos

 

Im DAM Ostend werden 43 zum Teil mehrteilige Arbeiten von de Campos präsentiert, die zwischen 2003 und 2015 als Vorarbeiten und Zwischenstufen zu Objekten entstanden sind und dann von Zaha Hadid Architects genutzt wurden. Zu sehen sind komplexe Collagen aus Prints, Folien und Sprühtechniken.

​9. April – 28. August 2022
im Interimsquartier des Deutschen Architekturmuseums DAM OSTEND,
Henschelstr. 18, 60314 Frankfurt am Main

Pressemitteilung: DAM Deutsches Architekturmuseum