30. November 2025

AMBILOOM® Acoustics – Architektur trifft textile Innovation

Reutlingen (abki) – Im TEXOVERSUM der Hochschule Reutlingen zeigt ein interdisziplinäres Entwicklungsprojekt, wie Architektur, Produktgestaltung und technische Textilien ineinandergreifen können. Gemeinsam mit der ETTLIN Smart Textiles GmbH entwickelten Studierende der Fakultät Textil ein modulares System, das Lichtästhetik und Raumakustik auf neue Weise verbindet: AMBILOOM® Acoustics.

Der architektonische Kontext

Die gestalterische Herausforderung bestand darin, ein raumwirksames Element zu schaffen, das zwei Anforderungen vereint: hohe Schallabsorption und eine markante Lichtwirkung. Hierfür griff das Projekt auf das ETTLIN DecoLux-Gewebe zurück – ein Textil, das Licht parabolisch bricht und somit eine eigenständige Lichtästhetik erzeugt. Bisherige Anwendungen dieses Materials hatten jedoch Limitierungen im Gewicht (11,3 kg/m²) und in der Montagefreundlichkeit.

Integration von Licht und Akustik

Der Lösungsansatz: ein modulares System, das die Lichtwirkung des DecoLux-Gewebes mit akustischer Wirksamkeit der Absorberklasse A kombiniert. Realisiert wurde dies durch ein Aluminium-Skelett, das als Trägerstruktur dient und mit dem lichtbrechenden Gewebe bespannt ist. Ergänzt wird dies durch ein integriertes Akustikvlies. Das Zusammenspiel dieser Komponenten erzeugt eine doppelwirksame Funktion: visuelle Raumgestaltung und akustische Verbesserung.

Modulares Bauen im Raum

Die Module folgen einem klaren architektonischen Prinzip: Modularität. Mechanisch sind sie durch Seilverbindungen mit Haken flexibel positionierbar, was ihre Anordnung im Raum variabel gestaltet. Elektrisch lassen sich die Elemente über Steckkabel verbinden – ein Aspekt, der insbesondere bei temporären Installationen oder in Arbeitsumgebungen von Bedeutung ist.

Steuerung und Nutzerinteraktion

Neben der gestalterischen und funktionalen Qualität berücksichtigt das Konzept auch die Bedienbarkeit. Beleuchtung und Akustik lassen sich per Fernbedienung steuern; ein zusätzlicher Zugschalter ermöglicht das einfache Ein- und Ausschalten. So wird der Nutzer in die räumliche Wirkung eingebunden und erhält Kontrolle über Atmosphäre und akustische Bedingungen.

Wissenschaftlich fundiert

Die akustische Leistungsfähigkeit der Module wurde durch ein modifiziertes Hallraumverfahren validiert. Damit belegt das Projekt nicht nur gestalterische Innovationskraft, sondern auch funktionale Effizienz.

AMBILOOM® Acoustics ist ein Beispiel dafür, wie gestalterische, technische und architektonische Anforderungen in einem einzigen Produkt zusammengeführt werden können – und wie textile Materialien zunehmend Teil ganzheitlicher Raumkonzepte werden.

Quelle: TEXOVERSUM Fakultät Textil Hochschule Reutlingen, Hilfsmittel: KI, Lektorat: Architekturblatt