22. Juni 2024

Altes neu in Szene gesetzt: Glas verbindet Transparenz und Design bei Bestandssanierungen

Gastbeitrag – Alte Häuser bestechen durch ihren Charme, doch allein aus energietechnischen Gründen erfahren viele nach Übernahme eines neuen Besitzers eine Sanierung. Insbesondere große Bauern- und Herrenhäuser bedürfen häufig einer Modernisierung der Leitungen, Fenster und wärmedämmender Eigenschaften. Zusätzlich haben sich die Ansprüche an Wohnkultur, Design und Licht in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, sodass die Lösungen, die zumeist im Rahmen der Wärmeschutzverordnungen von 1977, 1984 und 1995 umgesetzt wurden, optisch nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen. Dabei ist es häufig gerade die Kombination von Tradition und Moderne, die einem alten Bestandsgebäude besonderes Flair einbringt.

Mit Alt mach Neu

Einen Altbau zu sanieren kann sich mitunter als Kostenfalle entpuppen. Bevor mit der Sanierung begonnen wird, ist es daher wichtig, den aktuellen Zustand des Gebäudes gründlich zu analysieren. Dies umfasst eine Untersuchung der kompletten Bausubstanz, Haustechnik, Dämmung und eventueller Schäden. Handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude, müssen spezielle Vorschriften und Auflagen beachtet werden, um den historischen Charakter des Gebäudes zu erhalten. Neben Schwachstellen, die im Laufe der Jahre entstanden sind, spielen auch zwischenzeitliche Umbaumaßnahmen eine Rolle. Nehmen Eigentümer kleine Veränderungen wie das Einreißen oder Einbauen einer Wand selbst vor, schleichen sich oft Fehler ein oder es fehlen im Nachgang Pläne über die verlegten Leitungen und verbautes Material. Um solchen Fallstricken entgegenzuwirken, ist es ratsam, einen Gutachter heranzuziehen: Er analysiert Probleme und bezieht sie in die Planung mit ein. Um den Charme eines alten Gebäudes zu erhalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sowohl den historischen Charakter bewahren als auch modernen Komfort bieten. Im Sanierungsprozess kann versucht werden, möglichst viele originalgetreue Details wie historische Fenster, Türen, Treppen oder Verzierungen zu erhalten und wiederherzustellen. Interessanter bei der Sanierung eines alten Gebäudes ist je nach Bauart jedoch die Verbindung von alten und neuen Materialien. Authentische Stoffe wie Holz, Naturstein oder Ziegel können mit moderneren Baustoffen wie Aluminium und Glaselementen zu neuen Designkonzepten verbunden werden. Auch stuckbesetzte Fassaden, durchbrochen mit großen, klaren Glasflächen, oder indirekte Lichtquellen als Außenbeleuchtung können besondere Akzente setzen.

Wenn die Wand zum Fenster wird

Drei wesentliche Aspekte bei der Sanierung eines Gebäudes sind Licht, Wärmedämmung und Barrierefreiheit. Aktuell werden Raumtrenner aus Glas, bodentiefe Fenster, Schiebesysteme und ganze Glasfronten immer beliebter, realisierbar durch technische Innovation im Glasbau, die seit der industriellen Revolution stetig weiterentwickelt wurde. Während früher dicke Rahmen notwendig waren, um das Glas zu stützen, maximieren Systeme von heute mit schmalen Rahmen den Lichteinfall, sorgen für eine homogene Optik und weite Aussichten ohne den Blick auf störende Bauteile. Sie lassen sich durch die individuelle Konfiguration in die bestehende Bausubstanz integrieren, um Bestandsgebäuden Transparenz zu ermöglichen, ohne den Charakter des Hauses zu zerstören. Zur Entlastung der Statik liegt immer mehr Last auch auf den Bodenschienen, um das Gewicht der Fensterkonstruktion gleichmäßiger zu verteilen. Solche Schiebefenster waren früher schwerfällig zu bedienen, heute erlaubt die technische Optimierung eine leichte Handhabung. Selbst bei Systemen mit einem Flügelgewicht von 800 Kilogramm reicht dank kugelgelagerter Laufrollen und Laufschienen aus hochwertigem Edelstahl ein Anschieben und die Elemente gleiten ohne weitere Kraftzufuhr zur Seite. Trotz der realisierbaren Glasflächen über weite Höhen von bis zu 4 Metern und 13 Metern Breite je nach System erfüllen sie notwendige wärmedämmende Eigenschaften. Während es bis in die späten 1980er-Jahre in deutschen Haushalten fast nur einfachverglaste Fenster gab, stellten mit der ersten Wärmeschutzverordnung zweifachverglaste Systeme mit U-Werten im Bereich zwischen 1,1 und 1,3 W/(m²K) den Standard dar. Heutzutage erfüllt die Drei- bis Vierfachverglasung hochentwickelter Systeme sogar über den höchsten Energiesparstandard mit U-Werten um 0,8 W/(m²K), sodass nicht zwischen Transparenz und Energieeffizienz gewählt werden muss. Die Verglasung einer ganzen Wand oder Fassade verbindet den Innenraum sanft mit dem Außenbereich. Mit der Möglichkeit, Bodenschienen vollständig in den Boden einzulassen, wird sogar ein vollkommenes barrierefreies Übertreten möglich.

Autor: Dennis Schneider, Geschäftsführer der SUNFLEX Aluminiumsysteme GmbH