23. Oktober 2026

sauerbruch hutton: Interimsamtssitz des Bundespräsidenten

Berlin (pm) – Seit Juli weht die Standarte des Bundespräsidenten über seinem temporären Amtssitz. Frank-Walter Steinmeier ist von Schloss Bellevue in einen Neubau am Spreebogen gezogen, der ihm und dem darauffolgenden Amtsinhaber oder Amtsinhaberin in den nächsten Jahren als Ausweichquartier dienen wird, während das Schloss und das Präsidialamt grundlegend saniert werden. Das neue Bürogebäude für Bundesbehörden ist ein von sauerbruch hutton geplanter Holz-Hybrid-Bau, der in nur viereinhalb Jahren geplant und gebaut wurde. Er erfüllt alle protokollarischen Anforderungen des Staatsoberhaupts und seines Stabs und ist zugleich als effizienter Verwaltungsbau in Holz-Hybrid-Bauweise konzipiert, der von Beginn an für die Folgenutzung durch eine Bundesbehörde ausgelegt ist.

Solitär im Ensemble

Der Neubau liegt an einer stadträumlichen Schnittstelle zwischen dem Quartier am Berliner Hauptbahnhof und dem nördlichen Tiergarten mit seinen prominenten Solitärbauten wie der Schweizerischen Botschaft, dem Reichstag, dem Kanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt. Mit zwei Baukörpern unterschiedlicher Höhe vermittelt das Haus zwischen dem Maßstab der Bebauung an der Straße Alt-Moabit und dem freistehenden Ensemble der lokalen Polizei- und Feuerwache.

Farbiger Akzent

Der Neubau setzt insbesondere gegenüber den steinernen Fassaden der Nachbarschaft einen selbstbewussten farbigen Akzent. In der Überlagerung von mehrfarbig glasierten Keramikelementen und Stabgeländern entsteht ein changierendes Erscheinungsbild.
Die polychrome Fassade hebt das neue Bürogebäude für Bundesbehörden, das anfänglich als Sitz des Bundespräsidenten genutzt wird, hervor und signalisiert Offenheit und Leichtigkeit im Umgang mit der baulichen Repräsentation unserer Demokratie.

Innovative Holzkonstruktion

Die Gebäude sind als Holz-Hybrid-Systeme konzipiert mit einem Sockel und Gebäudekernen aus Stahlbeton. Vorgefertigte Büro- und Sanitärmodule wurden in einem Werk in Berlin-Köpenick produziert und auf der Baustelle nur noch montiert. Die oberste Ebene wurde als leichte Holzelementkonstruktion ausgeführt, um größere Spannweiten und Raumhöhen für die Veranstaltungsbereiche zu ermöglichen. Sichtbare Holzoberflächen prägen weite Teile des Gebäudes, oft im Kontrast zu farbigen Wandverkleidungen. Neben der holzbasierten und zirkulär ausgelegten Konstruktion setzt die Haustechnik auf erneuerbare Energien.

Ein Haus für Alltag und Protokoll

Die räumliche Organisation führt Verwaltung, Repräsentation und Protokoll nicht als getrennte Bereiche, sondern innerhalb einer gemeinsamen Gebäudestruktur zusammen. Aus dieser Verdichtung entstehen effiziente Abläufe und Orte der Begegnung. So teilen sich Mitarbeitende, Gäste und Staatsgäste dasselbe Haus.

Quelle: sauerbruch hutton