Nürnberg (pm) – Der deutsche Mietwohnungsmarkt bleibt angespannt. Vor allem in den Großstädten konkurrieren viele Wohnungssuchende um ein begrenztes Angebot. Hohe Finanzierungskosten erschweren zudem den Immobilienkauf, wodurch der Anteil der Mietanfragen auf immowelt deutschlandweit auf 81,7 Prozent gestiegen ist (Vorjahr: 80,6 Prozent).
Wie der neue immowelt Mietkompass zeigt, steigen die Angebotsmieten von Bestandswohnungen deutschlandweit seit Jahresbeginn um 2,1 Prozent auf durchschnittlich 10,83 Euro pro Quadratmeter. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Anstieg noch 3,9 Prozent betragen. In den 15 größten deutschen Städten fiel der Zuwachs mit durchschnittlich 2,9 Prozent jedoch deutlich stärker aus als im Bundesdurchschnitt.
„Der Druck auf dem Mietmarkt bleibt hoch. Viele Menschen können oder wollen den Schritt ins Wohneigentum unter den aktuellen Bedingungen nicht gehen und suchen weiter nach einer Mietwohnung“, sagt immowelt CEO Theo Mseka. „Gleichzeitig kommt zu wenig neuer Wohnraum auf den Markt. Dass die Mieten in diesem Jahr in einigen Städten weniger stark steigen als zuvor, ändert deshalb nichts an der angespannten Situation für Wohnungssuchende. Besonders deutlich zeigen Hamburg und Frankfurt, dass in einzelnen Metropolen weiterhin kräftige Mietsteigerungen möglich sind.“
Die zentralen Ergebnisse im Überblick:
- Berlin verliert an Dynamik: In Berlin legen die Mieten seit Jahresbeginn um 1,8 Prozent auf 14,63 Euro pro Quadratmeter zu und steigen damit deutlich schwächer als im Vorjahreszeitraum (+4,4 Prozent). Hohe Preise begrenzen den finanziellen Spielraum der Haushalte; zudem sank der Wanderungsgewinn der Hauptstadt 2025 um rund 27 Prozent¹.
- Hamburg und Frankfurt ziehen an: In Hamburg steigen die Angebotsmieten von Bestandswohnungen mit +4,8 Prozent (auf 13,98 Euro pro Quadratmeter) am stärksten unter den Top 15. Frankfurt folgt knapp dahinter mit +4,7 Prozent (auf 17,12 Euro). Sowohl in Hamburg² als auch in Frankfurt³ trifft eine hohe Nachfrage auf stark rückläufige Fertigstellungszahlen im Neubau.
- München unverändert am teuersten: Mit 21,65 Euro pro Quadratmeter (+2,8 Prozent) liegt München weit vor der zweitteuersten Stadt Frankfurt
- Kräftige Zuwächse: In Bremen (+3,4 Prozent; 10,54 Euro pro Quadratmeter), Dresden (+3,4 Prozent; 9,59 Euro), Köln (+3,1 Prozent; 13,90 Euro) und Nürnberg (+3,0 Prozent; 12,15 Euro) steigen die Mieten überdurchschnittlich stark
- Geringste Dynamik: Leipzig verzeichnet mit +1,3 Prozent (9,68 Euro) den schwächsten Anstieg der Großstädte. Die günstigsten Mietmärkte der Analyse bleiben Duisburg (7,60 Euro) und Dortmund (8,34 Euro)—-
¹ Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
² Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg – 2024 und 2025
³ Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Statistik aktuell
Quelle: AVIV Germany GmbH