16. Oktober 2026

Ohne gemeinsame Datensprache keine digitale Bauwirtschaft

Zürich (pm9 – Die digitale Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft wird weniger durch fehlende Daten als durch fehlende Verständigung gebremst. Informationen werden mehrfach erfasst, unterschiedlich beschrieben und in getrennten Systemen verwaltet. Das verursacht Medienbrüche, Ineffizienzen und hohe Kosten.

Die Handlungsempfehlung «Data Dictionaries» legt die Grundlage für eine einheitliche Datensprache in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft vor. Die Publikation wird getragen von:

  • Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland (BdCH/bSCH)
  • IFMA Switzerland
  • Infrastruktur Hospital Schweiz (IHS)
  • InfraSuisse
  • Schweizerische Baumeisterverband (SBV)
  • Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung (CRB)
  • Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA)

Daten verständlich und verlässlich machen

Daten entfalten ihren Wert erst, wenn sie von allen Beteiligten gleich verstanden und systemübergreifend genutzt werden können. Heute wird dieselbe Information häufig unterschiedlich bezeichnet, strukturiert oder gespeichert. Das erschwert die Zusammenarbeit und verhindert eine durchgängige Datennutzung.

Data Dictionaries schaffen Abhilfe: Sie definieren Objekte, Merkmale und Werte eindeutig und ermöglichen, dass Informationen über Projekte, Organisationen und Systeme hinweg eindeutig verstanden, maschineninterpretierbar verarbeitet und konsistent wiederverwendet werden können.

«Die Digitalisierung scheitert heute nicht an fehlenden Daten, sondern daran, dass Informationen oft nicht vergleichbar und wiederverwendbar sind. Data Dictionaries schaffen die Basis, damit Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg eindeutig verstanden und genutzt werden können», erklärt Thomas Glättli, Co-Geschäftsführer von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland.

Data Dictionaries strukturiert einsetzen

Die Handlungsempfehlung zeigt, wie Data Dictionaries aufgebaut, harmonisiert und gesteuert werden. Sie definiert gemeinsame Begriffe, Strukturen und Governance-Prinzipien und unterstützt konsistente Datenstrukturen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

Sie beschreibt den Weg von organisationsspezifischen Lösungen zu harmonisierten und standardisierten Datenstrukturen, stellt eine einheitliche Strukturvorlage bereit und orientiert sich an internationalen Standards wie IFC und relevanten ISO-Normen.

Unternehmen, Bauherrschaften, Planende, Betreiber, Verbände und öffentliche Institutionen erhalten damit eine praxisnahe Orientierung für den Umgang mit Daten über Organisations- und Systemgrenzen hinweg.

Zukunftsanwendungen ermöglichen

Einheitliche Datenstrukturen werden immer wichtiger: Automatisierte Prozesse, digitale Zwillinge und Künstliche Intelligenz benötigen verlässliche Informationen. Auch Nachhaltigkeitsnachweise, ESG-Reporting und digitale Produktpässe setzen konsistente Daten über den gesamten Lebenszyklus voraus.

Die Handlungsempfehlung schafft dafür die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen und stärkt die Anschlussfähigkeit an nationale und internationale Datenökosysteme.

Datennutzung sicherer machen

Einheitliche Datenstrukturen verbessern die Datenqualität, vereinfachen Entscheidungen, erhöhen die Prozesssicherheit und stärken die Datensouveränität.

Sie erleichtern die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und schaffen Voraussetzungen für Automatisierung, Innovation und neue digitale Dienstleistungen.

Breite Expertise gebündelt

Zahlreiche Expertinnen und Experten aus Verbänden, Unternehmen und Institutionen haben ihr Wissen eingebracht, um eine praxisnahe Grundlage für interoperable Datenstrukturen und Lifecycle Data Management zu schaffen.

Mit der Publikation setzt die Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft einen wichtigen Schritt hin zu einem vertrauenswürdigen, interoperablen und zukunftsfähigen Datenökosystem. Daten sollen künftig nicht nur ausgetauscht, sondern über den gesamten Lebenszyklus hinweg verlässlich genutzt werden.

Zur Publikation

Quelle: Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland