München (pm) – Der Wohnungsbau in Bayern bleibt weit hinter dem Bedarf zurück. 2025 wurden im Freistaat 47.359 Wohnungen fertiggestellt – 13,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Benötigt werden jährlich rund 70.000 neue Wohnungen. Der Bayerische Bauindustrieverband (BBIV) und der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) fordern deshalb beim Auftakt der Immobilienmesse Expo Real einen Kurswechsel. In ihrem gemeinsamen Positionspapier „Weichen für bezahlbares Wohnen stellen“ zeigen sie zehn konkrete Ansätze auf, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln.
„Bezahlbares Wohnen ist kein Wunsch, sondern eine Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort Bayern. Bauindustrie und Wohnungswirtschaft stehen bereit. Jetzt braucht es politische Rahmenbedingungen, die Investitionen wieder ermöglichen statt verhindern“, sagt Hans Maier, Verbandsdirektor des VdW Bayern.
Bauen einfacher und Investitionen wieder möglich machen
Im Zentrum der gemeinsamen Forderungen stehen niedrigere Baukosten und schnellere Verfahren. Der Bau-Turbo muss konsequent umgesetzt, Planungs- und Genehmigungsverfahren digitalisiert und der Gebäudetyp-e rechtssicher gemacht werden. Serielles und modulares Bauen soll stärker genutzt werden. Dafür braucht es auch moderne Vergaberegeln.
„Wer mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen will, muss das Bauen wieder einfacher machen. Schnellere Genehmigungen, weniger Regulierung und der konsequente Einsatz industrieller und modularer Bauweisen sind der Schlüssel, um den Wohnungsbau in Bayern wieder in Schwung zu bringen“, sagt Thomas Schmid, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbands.
Darüber hinaus fordern die Verbände steuerliche Anreize für privates Kapital und eine Grundstückspolitik, die bezahlbares Wohnen ermöglicht. Kommunale Grundstücke sollten stärker nach Konzept statt zum Höchstpreis vergeben werden.
Auch die Wohnraumförderung muss verlässlich und langfristig planbar sein. Rekordfördermittel allein lösen den Wohnungsmangel nicht. Entscheidend sind transparente Förderbedingungen, verlässliche Bewilligungen und ausreichend ausgestattete Programme. Gleichzeitig muss der Wohnungsbestand im Blick bleiben. Für Sanierungen braucht es verlässliche Förderung und beim Klimaschutz mehr Emissionseffizienz statt starrer Einzelvorgaben.
„Bauindustrie und Wohnungswirtschaft stehen bereit zu investieren. Jetzt müssen die Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass daraus wieder deutlich mehr bezahlbare Wohnungen entstehen“, sind sich Schmid und Maier einig.
Quelle: Bayerischer Bauindustrieverband e.V.