25. September 2026

h4a Gessert + Randecker Architekten erhält den Zuschlag für die Neukonzeption Max-Planck-Campus Martinsried

Max-Planck-Campus Martinsried: h4a plant Neukonzeption
© h4a Gessert + Randecker Architekten

Stuttgart (pm) – Einer der größten Forschungsstandorte der Max-Planck-Gesellschaft wird nach über 50 Jahren Nutzung grundlegend weiterentwickelt. h4a hat ein Konzept für einen offenen, grünen und vernetzten Campus erarbeitet – und stärkt damit einen der bedeutendsten Life-Science Hub Europas.

Die Neukonzeption bietet die Möglichkeit, den Max-Planck-Campus Martinsried in einen lebendigen, interaktiven Science Park zu verwandeln – in einen Ort, der wesentlich zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands beiträgt. An den zwei ansässigen Instituten wird zu Biochemie und biologischer Intelligenz geforscht. Grundlagenforschung, die unsere Lebensbedingungen entscheidend verbessern kann. Das Leuchtturmprojekt im Südwesten von München, das der Freistaat Bayern mit bis zu 500 Millionen Euro fördert, schafft exzellente, flexible Rahmenbedingungen für die Forschung, basierend auf einem übergreifenden Nachhaltigkeitskonzept.

Alle Institutsbausteine sind über den Loop, eine umlaufende Magistrale, miteinander verbunden. © Johannes Müller 

Kommunikativer Ort der Begegnung

Die Planung verinnerlicht die Idee eines städtebaulich geprägten, gemeinschaftlichen Campus, der sich mit seiner Umgebung vernetzt. Sechs quadratische Gebäudecluster ergänzen den Bestand und bilden, locker arrangiert, eine landschaftliche grüne Campusmitte aus. Die einzelnen Institutscluster und Nachbarschaften werden mittels eines sogenannten Loops, einer umlaufenden Magistrale, miteinander verbunden. Sichtachsen durch die landschaftliche Mitte fördern das Gefühl der Verbundenheit und Vernetzung.

Besonderer Blickfang ist das zentrale Hauptgebäude mit Eingangsfoyer, Mensa, Hörsälen, Bibliothek sowie Konferenzflächen, das für eine klare Adressbildung sorgt. Mit sichtbarer, ikonischer Präsenz manifestiert sich dieser Baustein als Ort der Begegnung – und bildet das neue Herz des Forschungscampus. Vom zentralen Hauptgebäude aus öffnet sich der Freiraum weiter gen Süden und bindet dort die zwei verbleibenden Kreuzgebäude in das Areal mit ein. Mit durchdachten Nutzungskonzepten sollen die Bestandsgebäude die Neukomposition ergänzen und sinnvoll integriert werden.

Exzellente Forschungsumgebung

Die einzelnen Institutsgebäude orientieren sich Richtung Campusmitte. Ihr Aufbau entspricht dem generischen Laborprinzip: hohe Flexibilität im Verbund mit effizienter Flächennutzung. Mehrere Forschungseinheiten, die modularen Science-Units, werden auf einer Ebene rund um ein grünes Atrium angeordnet, ergänzt durch Bürozonen und die an den Loop angebundenen kommunikativen Treffpunkte als Subzentren für Austausch, Kaffeepausen und spontanes gemeinsames Arbeiten. So entsteht ein attraktives Arbeitsumfeld mit viel Transparenz und Sichtbezügen zu den Atrien, der grünen Mitte sowie in die Tiefen der Forschungscluster. Die flexible Gebäudestruktur sichert auch für zukünftige Nutzungen ein hohes Maß an Variabilität.

Hohe Durchgrünung und Biodiversität

Besonders hervorzuheben ist der umgebende Landschaftspark, der sich mit den einzelnen Institutsclustern zu einem in die Natur und das Stadtbild integrierten Forschungsgelände verwebt. Die grünen Parkflächen im Herzen des Areals lassen einladende Aufenthalts- und Begegnungsorte entstehen. Eine artenreiche Flora und Fauna mit Grüninseln, Wasserflächen oder Findlingen schaffen charakteristische Anziehungspunkte. Unzählige Bäume spenden Schatten und erzeugen ein angenehmes Mikroklima durch Verdunstung und Ventilation. Der hohe Durchgrünungsgrad reduziert die versiegelten Flächen auf ein Mindestmaß. Das dichte Wegenetz führt vom Innersten in die peripheren Bereiche und knüpft dort an das bestehende Wegesystem des Haderner Forstes sowie des umgebenden Campus Martinsried an.

Einbindung in die Stadtlandschaft

Im Nordwesten entstehen ergänzende Einrichtungen: Gästehäuser für externe Wissenschaftler, ein Kindergarten sowie Erweiterungsflächen für angrenzende Institutionen und die Gemeinde stärken das nachbarschaftliche Umfeld und die Einbindung in die Stadtlandschaft. Auch rückt der Campus näher an die neue U-Bahnlinie und es gelingt der Brückenschlag zu den nördlich gelegenen Forschungsinstituten. Im Innersten bleibt das Areal zukünftig verkehrsfrei und der ankommende Verkehr wird unmittelbar in den zentralen Mobilitätshub geleitet. Das Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer gewinnt an Attraktivität, interne Mobilitätsangebote wie Sharing, Bike, Roller etc. ergänzen das Angebot.

Übergreifendes Nachhaltigkeitskonzept

Mit der Weiterentwicklung des Areals werden die Weichen für einen klimaneutralen Campus gestellt, der ein hohes Maß an Aufenthaltsqualität bietet und moderne Arbeitsumgebungen mit nachhaltiger Bauweise vereint. Erneuerbare Energien, Low-Tech-Ansatz, kompakte Bauweise nach Passivhaus-Standard bzw. Effizienzhaus, Urban Mining sowie eine Freiraumplanung, die auf das Prinzip der Schwammstadt, Biodiversität und Klimaanpassung setzt, schaffen ein zukunftsfähiges Forschungsgelände – mit dem Ziel Austausch und Wissenstransfer zu fördern und einen Ort zu gestalten, der Wissenschaftler\:innen inspiriert.

Quelle: h4a Gessert + Randecker Architekten