Wiesbaden (pm) – Im Juli 2026 wurde in Deutschland der Bau von 22 500 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 1,9 % oder 400 Baugenehmigungen mehr als im Juli 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 0,8 % oder 100 auf 18 400. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,0 % oder 300 auf 4 100. Bei den Ergebnissen ist zu beachten, dass Baugenehmigungen häufig nicht in den Berichtsmonat ihrer Erteilung, sondern durch Nachmeldungen der Baubehörden erst später in die Statistik einfließen.
Januar bis Juli 2026: Aufwärtstrend bei neuen Wohngebäuden hält an
Von Januar bis Juli 2026 wurden in Deutschland Baugenehmigungen für 148 800 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden erteilt. Das waren 12,9 % oder 17 000 Wohnungen mehr als von Januar bis Juli 2025.
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis Juli 2026 insgesamt 121 200 Wohnungen genehmigt, das waren 13,5 % oder 14 400 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 9,7 % (+2 500) auf 27 900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 25,0 % (+1 800) auf 8 900 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 79 700 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 15,1 % (+10 500) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen sank dagegen um 6,2 % auf 4 700 Wohnungen (-300).
In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis Juli 2026 insgesamt 2 700 Wohnungen (+25,0 %; +500) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.
Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis Juli 2026 insgesamt 24 900 Wohnungen genehmigt, das waren 8,9 % oder 2 000 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Kommentare
„Der vorsichtige Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen verstetigt sich: Im Juli 2026 wurden 22.500 Wohnungen genehmigt. Das sind 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In den ersten sieben Monaten 2026 waren es insgesamt 148.800 Wohnungen.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe
Damit bleibt es bei dem positiven Signal für den Wohnungsbau. Gleichzeitig gilt jedoch, dass diese Erholung von einem historisch niedrigen Niveau startet. Der riesige Bedarf von jährlich rund 320.000 Wohnungen steht weiterhin einer viel zu geringen Bautätigkeit gegenüber. Für eine echte Trendwende, muss jetzt das Baugesetzbuch-Upgrade zügig durch den Bundestag. Mit gleichzeitiger statt nacheinander geschalteter Behördenbeteiligung, festen Regelfristen für die Bauleitplanung und einer Genehmigungsfiktion bei behördlichem Schweigen werden Planungs- und Genehmigungsverfahren spürbar beschleunigt. Dieser nächste wichtige Schritt nach dem Bau-Turbo darf in den Ausschüssen nicht zerredet werden. Und weiterhin gilt: Baukosten runter! Der Gebäudetyp E ist der richtige Hebel dafür. Dafür muss der Entwurf aber endlich raus aus der politischen Beratungsschleife. Mehr Tempo ist gefragt.
Für neue Unsicherheit sorgt leider die Debatte über Kürzungen in Höhe von 1,36 Mrd. Euro beim Neubau-Etat 2027. Gerade jetzt brauchen Häuslebauer, Investoren und Bauunternehmen Verlässlichkeit und klare Perspektiven für Investitionsentscheidungen, damit der Wohnungsbau sich nicht nur auf dem Papier erholt.“
Baugenehmigungen steigen kontinuierlich, aber keine Entspannung am Wohnungsmarkt
Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Baugenehmigungszahlen veröffentlicht. Im Juli 2026 wurden 22.500 Wohnungen genehmigt – das entspricht einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern – der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart – summiert sich die Zahl der Genehmigungen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 auf 79.700 Wohnungen, ein Anstieg von 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Wir sehen zwar nach wie vor einen Anstieg bei den Baugenehmigungszahlen, aber entscheidend ist, ob die Projekte am Ende auch wirklich realisiert werden. Und hier kämpfen wir nach wie vor mit den alten und seit langem bekannten Problemen: Bauen ist zu teuer, zu aufwendig und dauert zu lange“, so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Die Zahl der Baufertigstellungen liegt auf historisch niedrigem Niveau, ein Aufschwung ist nicht in Sicht.
Der sogenannte Gebäudetyp E könnte der Hoffnungsschimmer für einfacheres, schnelleres und zugleich rechtssicheres Bauen sein. Der schleppende Gesetzgebungsprozess dämpft diese Hoffnung jedoch deutlich, ein Gesetzesentwurf war zuletzt für Ende dieses Jahres angekündigt worden. „Das Thema Wohnen brennt und wir brauchen jetzt Pragmatismus und vor allem mehr Tempo“, fordert Özkan.
Gleichzeitig bleibt ein verlässliches Investitionsumfeld eine zentrale Voraussetzung für mehr Wohnungsbau. Mit Sorge blickt die Branche daher auf die wiederkehrenden Debatten über eine weitere Verschärfung der ohnehin schon hohen Regulierungsdichte.
„Deutschland braucht mehr Vertrauen und Investitionen in den Wohnungsbau und dafür ein investitionsfreundliches Umfeld. Diskussionen über weitere Regulierung und über Vergesellschaftung von Eigentum senden jedoch genau das gegenteilige Signal. Sie schaffen Unsicherheit und schrecken privates Kapital ab, das wir dringend benötigen, um den Wohnraummangel zu bekämpfen“, so Özkan weiter.
Quelle: Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)
Bauindustrie: Aufwärtstrend mit Fragezeichen
In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 148.800 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau) genehmigt. Dies entspricht einem Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die positive Entwicklung bei den Genehmigungen ist ein wichtiges Signal, sie greift aber zu kurz. Denn der reale Auftragseingang liegt im Minus. Auch die Auftragsstornierungen bleiben ein Warnzeichen. Laut Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts lagen sie im August mit 13 Prozent zwar deutlich unter den Höchstständen des Jahres 2023, gegenüber dem Vorjahr haben sie allerdings wieder zugenommen. „Die Indikatoren zeigen deutlich, dass der Wohnungsbau den Wendepunkt noch nicht erreicht hat. Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für den Wohnungsbau nach unten revidiert und gehen für 2026 von rückläufigen Bauinvestitionen aus“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen.
Im Geschosswohnungsbau, auf den zwei Drittel des Neubaus entfallen, setzte sich der positive Trend der Baugenehmigungen für Wohnungen von Januar bis Juli 2026 mit 79.700 Wohnungen um + 15,1 Prozent fort. Auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Genehmigungen weiter. Hier wurden rund 36.800 Wohnungen genehmigt, dies entspricht einem Zuwachs von 13,0 Prozent.
Dies dürfe allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, so Müller, dass die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten mit einem Fragezeichen versehen sei. „Die hohen Baukosten in Kombination mit den gestiegenen Zinsen und schwierigen Finanzierungsbedingungen setzen Investoren und Bauherren unter Druck. Zunehmende Meldungen über Liquiditätsengpässe und sinkende Eigenkapitalquoten spiegeln wider, wie angespannt die Situation ist. Bund und Länder müssen deshalb in ihrer Wohnungsbaupolitik umsteuern. Dass in den Bundeshaushaltsverhandlungen erneut kein Wachstumssignal für den Wohnungsbau im kommenden Jahr gesetzt wird, ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Wer bezahlbaren Wohnraum will, darf Investitionen nicht zusätzlich ausbremsen. Ebenso wenig können Bauherren länger darauf warten, dass der Gebäudetyp E endlich aus den Abstimmungsrunden herauskommt und in die Umsetzung geht“, ergänzt Müller.
Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
BFW: Ohne Tempo bei Wohnungsbau-Reformen keine Trendwende
Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen sieht in den aktuellen Baugenehmigungszahlen des Statistischen Bundesamts kein Zeichen für Entwarnung.
„Die Baugenehmigungszahlen zeigen die Absicht, bauen zu wollen, tatsächlich zeigen aber nur die Zahlen über die Baustarts die echte Lage. Natürlich ist es erfreulich, wenn der Abwärtstrend gestoppt ist und es langsam wieder aufwärts geht bei den Baugenehmigungen. Doch, um daraus einen echten Aufwärtstrend zu machen und ausreichend Wohnraum zu schaffen, braucht es endlich die lange angekündigten Maßnahmen“, betont BFW-Präsident Dirk Salewski in Berlin.
„Seit bald einem Jahr kennen wir die Eckpunkte von Bundesbauministerin Hubertz und Bundesjustizministerin Hubig zum Gebäudetyp E. Aber einen Gesetzentwurf kennen wir immer noch nicht.
Dieser Mangel an Tempo verzögert einen echten Wandel. Der Gebäudetyp E bietet die Chance, das Blatt zu wenden. Wir müssen jetzt in die Umsetzung kommen, einfacher, günstiger und schneller bauen zu können. Doch genau an der notwendigen Schnelligkeit mangelt es offenbar. Die Bundesregierung ist dringend angehalten, jetzt zu liefern“, erklärt Salewski.
„Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist enorm, zugleich sind die Bauwerkskosten viel zu hoch. Wir wollen bauen – doch nur mit bezahlbaren, praktikablen Standards kann der Wohnungsbau sein volles Potenzial entfalten und den Wohnungsmarkt entlasten“, so der BFW-Präsident.
Quelle: BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen
GdW: Baugenehmigungen steigen – bezahlbarer Neubau braucht aber mehr als Zuversicht
Im Juli wurden in Deutschland 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Juli summiert sich die Zahl auf 148.800 Wohnungen und liegt damit 12,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Bei neuen Mehrfamilienhäusern stiegen die Genehmigungen um 15,1 Prozent auf 79.700 Wohnungen. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sieht darin ein ermutigendes Signal, aber noch keine Entwarnung für den bezahlbaren Mietwohnungsbau.
„Die steigenden Genehmigungszahlen zeigen: Es gibt den Willen, Wohnungen zu bauen. Entscheidend ist aber, ob sich diese Wohnungen zu Mieten realisieren lassen, die die Menschen bezahlen können. Genau daran scheitern weiterhin zu viele Vorhaben. Unsere sozial orientierten Wohnungsunternehmen vermieten dauerhaft günstig und können hohe Bau- und Finanzierungskosten nicht einfach weiterreichen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW.
Auch die jüngste ifo-Konjunkturumfrage zeigt, wie fragil die Erholung bleibt. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau verbesserte sich im August von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte. Dahinter stehen vor allem optimistischere Erwartungen. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage blieb aber unverändert.
Vorrangig müssen die Baukosten dauerhaft sinken. Der GdW fordert einen praxistauglichen Gebäude-Basisstandard, weniger kostentreibende Anforderungen und mehr serielles und modulares Bauen. Der Gebäudetyp E muss zügig rechtssicher im Werkvertrags- und Mietrecht verankert werden. Einfachere und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen diese Schritte ergänzen.
„Die Verzögerungen beim Gebäudetyp E dürfen so nicht weitergehen. Seit Langem wird über einfacheres und kostengünstigeres Bauen diskutiert. Die Wohnungsunternehmen brauchen jetzt endlich die rechtliche Sicherheit, es auch umzusetzen. Jeder weitere Aufschub verlängert einen Zustand, in dem verzichtbare Standards dringend benötigten Wohnraum verteuern. Bezahlbares Bauen muss zum Maßstab werden“, sagt Gedaschko.
Ergänzend braucht es eine verlässliche Förderung insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, einschließlich einer Fortführung der EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus. Zudem wären weitere Kürzungen oder Stopps bei der Neubauförderung angesichts der fragilen Erholung ein verheerendes Signal. Bei der Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau nach § 7b Einkommensteuergesetz sollte das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard abgesenkt werden.
„Bezahlbarer Neubau braucht eine Rechnung, die für Wohnungsunternehmen und Mieter gleichermaßen aufgeht. Die Politik muss dafür sorgen, dass einfaches Bauen rechtssicher möglich wird und langfristige Finanzierung zu tragbaren Konditionen verfügbar ist. Der Erfolg der Wohnungspolitik bemisst sich daran, ob Menschen tatsächlich eine bezahlbare Wohnung finden“, sagt Gedaschko.
Quelle: GdW