11. September 2026

Die Baustoffindustrie findet: Das Sondervermögen hilft uns kaum

Düsseldorf (pm) – Das deutscher Staatsdefizit ist im ersten Halbjahr deutlich gestiegen – ein ebenso erwartbarer wie eindeutiger Grund sind die zusätzlichen Ausgaben für das Investitionssondervermögen, von dem nicht zuletzt die Bauwirtschaft profitiert. Eine Erhebung von BauInfoConsult ergibt jedoch: Das Sondervermögen der Bundesregierung sorgt in der Baustoffbranche kaum für Optimismus. So rechnen zwar 18 Prozent der von BauInfoConsult online befragten Hersteller von Baumaterial voll und ganz damit, dass das Sondervermögen Investitionen anstößt, von den sie als Hersteller bereits 2026 profitieren können. Eine überwältigende Mehrheit bleibt allerdings skeptisch. Woran liegt diese fundamentale Nüchternheit, was die größte (bau)konjunkturelle Maßnahme der Bundesregierung angeht?

Immerhin 43 Prozent können sich zumindest sehr eingeschränkt vorstellen, dass durch das Sondervermögen bereits 2026 Bauinvestitionen angestoßen werden, von denen das eigene Unternehmen im laufenden Jahr profitieren kann. Nicht den Hauch eines positiven Effekts rechnet sich ein Drittel (33 Prozent) aus.

Viele Hochbaulieferanten bleiben auf dem Teppich

Die in der Wirtschaft allgemein weitverbreitete Enttäuschung über das allzu gemächliche Reformtempo in Deutschland könnte seinen Anteil an dieser harschen Einschätzung haben. Aber natürlich liegt es auch daran, dass sich für viele hochbaulastigen Lieferantensegmente durch die Infrastrukturmaßnahmen der öffentlichen Hand realistisch weniger Chancen ergeben – so kommt es zu Skepsis insbesondere bei Herstellern aus den Bereichen Ausbau, Außenwand, Küche, Türen und Tore oder Badezimmer.

Gleichzeitig erhoffen sich Segmente wie Rohbaustoffe und Elektroinstallationsmaterial durch die Maßnahmen 2026 einen gewissen Aufschwung. Aber auch in einigen Hochbausegmenten (etwa im Bereich Heizung) versprechen sich manche Befragte 2026 positive Sondervermögens-Effekte. Das könnte nicht zuletzt an den mit dem Sondervermögen verbundenen aufgestockten Mitteln für Schulen, Kitas oder Verwaltungsbauten liegen, die manchmal übersehen werden).

Quelle: BauInfoConsult